Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Bernhard Giersche

Wie vielleicht schon im einen oder anderem sozialen Netz mitgekommen, das Interview mit Bernhard Giersche war lang und intensiv. Er hat dabei viel von sich und seiner Weise Romane zu schreiben preisgegeben und sich dabei tief in die Seele blicken lassen. Wenn er im Interview den Vergleich mit Stephen King und Andreas Eschbach scheut, setze ich nochmal einen drauf: Er hat schon recht, von der Intensität, mit der er seine Charaktere und damit Geschichten lebt, erinnert mich das dann fast schon an Ernest Hemingway. Vielleicht nicht – wie Hemingway – bis in jedes Detail perfekt ausformuliert, aber dennoch voll unbändiger Kraft. Jemand der sich ohne zu zögern nackig macht um (s)einen Hund vor dem Ertrinken zu retten.

Live kann man den Autor auf den BB eBook Event am 03.05.2014 um 20:00 Uhr im SL-Planetarium erleben – dort wahrscheinlich aber angezogen, so SL will …

Aber jetzt keinen Druck aufbauen, hier das Interview mit Bernhard. Die Entscheidung seines Avatars Eszettcisle fürs Lagerfeuer bedurfte nicht mal einer Frage – schließlich hatte ich ihn damit hergelockt und wir haben noch etwas seine Settings gepimpt, damit das Feuer dann auch zu sehen war.

Nach leichten Gefecht mit der Tücken und Feinheiten der Technik ging es dann los …

Eszettcisle: Ich melde mich mit leichter Verspätung zum Interview.

Hydors Golem: prima noch einmal durch schnaufen dann können wir loslegen 😉

Eszettcisle: Mein Name ist Erwin Lottermann

Hydors Golem : Hallo Bernhard, vielen Dank das du dich für ein Interview zum BB eBook Event hier in SL zur Verfügung stellst … Erwin Lottermann?

Eszettcisle: Zur Verfügung stellst, ist gut…ich fühle mich geehrt! Kennst du nicht das legendäre Interview von Loriot?

Hydors Golem: Hm, ist mir gerade nicht präsent.

Eszettcisle: Sende dir später mal einen Link

Hydors Golem: ok bin mal gespannt

Eszettcisle: Ok … starten wir oder sind wir schon mittendrin?

Hydors Golem: sind schon drin, aber ich kann schneiden 😉

Eszettcisle: lol… das finde ich sehr sehr tröstlich.

Hydors Golem: wobei die Out-Takes das Ganze irgendwie sympatisch machen 😉

Eszettcisle: Der beste Out-Take war wohl mein Computer … ich werde das Ding im neuen Roman töten

Hydors Golem: Na immerhin eine Vorlage für den nächsten Roman.

Eszettcisle: Vorlagen gibt es täglich, da kann ich nicht gegen an schreiben.

Hydors Golem: stimmt auch wieder. Das Problem ist meistens sich beherrschen zu müssen alles kann man meistens nicht mit in einen Roman hineinnehmen.

Eszettcisle: Ich sehe das anders … die Kunst liegt darin, aus den kleinen Dingen des Lebens etwas Grauenvolles zu machen…wenn man sich einmal darauf einlässt, kommt man aus dieser Gedankenspirale nicht mehr heraus…

Man ist untauglich sozusagen, um jemals wieder „normal“ zu sein … gib mir eine banale Szene in einer Fussgängerzone und ich bastle Dir etwas Krankes daraus. Das ist immer in meinem Kopf, wie würde sich das lesen lassen?

Aber ich fange schon an zu labern..dabei hast du mir keine einzige Frage gestellt

Hydors Golem: Das ist mir lieber als jeden Wurm einzeln aus der Nase ziehen zu müssen 😉

Eszettcisle: lach. Dann hoffe ich, dass du Zeit mitgebracht hast. Ich bin Schreiber, solltest Du wissen. lol.

Hydors Golem: Ja klar, kein Problem 😉

[an dieser Stelle wussten wir beide noch nicht das das Interview fast 2 Stunden dauern würde…]

Eszettcisle: Siehst du diese Dinger da von den Bäumen fallen?

Hydors Golem: die Kirschblüten?  Ja.

Eszettcisle: Was, wenn es kleine Datensaugende Gismos sind, die die Chinesen hier in Deine kleine Plattform implementiert haben? Sie saugen sich an deinem Avatar fest und verseuchen deine Hardware. Das Ende ist nahe…

Hydors Golem: Wie hältst du es denn mit den eBooks? Schließlich läuft das kommende Event ja unter diesem Titel.

Eszettcisle: Ach so, eBooks. Also …

Meinen Kram gibt es auch als eBook und mein Verleger musste mich überreden, dass ich das zulasse. Ich gehöre im Grunde zu der konservativen Fraktion. Ein Buch muss physisch sein und alle Sinne beflügeln.

Jeder Gegenstand hat auch eine Ausstrahlung und ein Datensatz kann das nicht leisten.

Trotzdem ist es wohl so, dass es auch eindeutige Vorteile gibt, was das eBook angeht. Meine Gisela hat so einen Reader und manchmal beneide ich sie.

Praktisch ist das – keine Frage – aber hat es Stil? Nein, hat es nicht.

Hydors Golem: Machen Dinge sind beim Papierbuch praktischer, ob es nun farbig markieren oder mal schnell ein paar Seiten zu überblättern sind. Ich nutze viel eBook, vor allem auf Reisen. Man wird fast schon dabei gezwungen konzentrierter zu lesen.

Eszettcisle: Ja und Nein. Auf Reisen supergut, da bin ich voll auf eBook. Alternativlos. Wenn ich an früher denke, wo man 50% des Transportvolumens im Koffer mit Büchern belegte. Aber eben das Blättern, nochmal Nachlesen, nochmal eben reinschauen. Das geile Lesezeichen mit der Telefonnummer der attraktiven Kellnerin. Das kann kein eBook jemals leisten.

Und versuche mal, eines zu signieren! Mit dem Edding geht das, aber die Begeisterung der Fans ist rudimentär.

Hydors Golem: Hehe ja, da ist das Papierbuch ungeschlagen.

Eszettcisle: Alles hat, wie immer, mindestens zwei Seiten.

Hydors Golem: Wie wahr, Wie wahr.

Eszettcisle: Aber ich verstehe und respektiere das. Es ist eine Erscheinung in unserer Gesellschaft und entspricht der derzeitigen Entwicklung. Zukunft hat das, glaube ich, nicht wirklich.

Hydors Golem: Wie siehst du denn Lesungen in SL in Verhältnis zu Lesungen in RL ?

Eszettcisle: Ich hole mal etwas aus, um die Frage zu beantworten. Als Thorsten Küper mich fragte, ob ich im Krümelkram lesen wollte, habe ich bei Google nachsehen wollen, wo denn dieses Cafe wohl ist. Es dauerte seine Zeit, bis ich begriff, dass das ein digitales Parallel-Universum ist. Ich habe mich gerne darauf eingelassen und Thorsten hat mich da sehr ans Händchen genommen. Die erste Lesung habe ich bei ihm zu Hause gemacht. Wohlbehütet und gut verpflegt. Ich denke, dass das eine sagenhafte Sache ist. Lesungen im RL unterscheiden sich wirklich nur durch die physische Präsenz von den Vorträgen hier im SL. Mir als Vortragendem geht es genauso, als würde ich in einer Buchhandlung oder so sitzen.

Und es gibt klare Vorteile: hier können die Leute während der Lesung kommunizieren und schon sehr zeitnah diskutieren, ohne dass der Hörgenuss getrübt wird. Im RL ist das gänzlich undenkbar.

Und natürlich ist der unschlagbare Vorteil, dass wirklich jeder, ob nah und fern, ob mobil oder immobil, dabei sein kann. Ich schätze das sehr.

Hydors Golem: Ja die Anreise ist deutlich verkürzt und die Lesungen gehen auch im (in*) Pölter mit Wärmflasche auf dem Bauch

Eszettcisle: Ich mag meine Gäste gar nicht im RL visualisieren, während ich lese….das wäre klasse, wenn man das mal einblenden könnte 🙂

Bumms…wieder ne Idee für eine Geschichte

Hydors Golem: Das geht bei dir ja wie das Brezel backen. Eine Kurzgeschichte von mir ist stark SL inspiriert. Was hältst du von den Möglichkeiten die SL z.b: bei den Kulissen, aber auch beim Aussehen der Avatare bietet?

Eszettcisle: Das finde ich krass. Hier geht wirklich alles. Ich bin schon fast froh, zu wenig Zeit zu haben, mich intensiver damit zu befassen.

Die Versuchung hier eine für mich passende Welt zu erschaffen würde mich zeitlich und finanziell ruinieren. Neudeutsch: Geil.

Hydors Golem: Deutlich preiswerter geht das Bauen ja in den Opensim-Systemen, aber Zeit ist wirklich ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte.

Eszettcisle: Derzeit böhmische Dörfer für mich…

Ich habe mich bei der Kreation meines Avatars derart lächerlich gemacht und wenn ich an meinen ersten Eintritt hierhin denke werde ich immer noch rot. Ich war nackt und konnte mich nur sitzend bewegen – weiha.

Erste Regel: Nie sitzend teleportieren

Hydors Golem: Hui, das passiert auch den Profis hier, wenn ich da an das FDL zurück denke 😉 da war die ganze erste Reihe auf einer Lesung nackt.

Eszettcisle: das tröstet mich jetzt

Hydors Golem: Aber nie sitzend teleportieren ist eine gute Regel!

Eszettcisle: Das Leben birgt solche Erkenntnisse

Hydors Golem: Stimmt man lernt nie aus und kann immer was mitzunehmen. Dein erster Roman „das letzte Sandkorn“ wie viele Dinge daraus hast du so im realen Leben aufgeschnappt und was ist deiner Phantasie entsprungen?

Es scheinen ja eine ganze Menge Leute am Anfang vollkommen durchzudrehen. Hast du so etwas schon mal persönlich erlebt?

Eszettcisle: Im Grunde ist ja jede erdenkliche Geschichte schon einmal erzählt worden. Mich interessiert die Natur des Menschen, seine Strukturen, seine Triebe. Das sich die Menschen im „Sandkorn“ so verhalten haben, ist nur natürlich.

Menschen sind nicht kreativ im bewirkenden Sinne. Sie sind pragmatisch und gehen immer den Weg des geringsten Widerstandes, insbesondere dann, wenn es um die eigene Haut geht.

Hydors Golem: Besonders positiv am Sandkorn sind mir die absolut lebendigen Charaktere aufgefallen – Wie gehst du beim Schreiben vor? Planst du viel oder entdeckst du die Geschichte beim Schreiben?

Eszettcisle: Ich bin jemand, der eine Kernidee hat. Ich mag es nicht, nach Exposés zuschreiben und vorher alles festzulegen. Das echte Leben kennt auch keine Exposés. Ich beginne zu schreiben, einfach so mit der Idee und lasse die Story dann von der Leine.

Manche sagen, das sei unprofessionell und kann keine gute Geschichten erschaffen. Ich sehe das anders. Ich will ja auch Freude haben am Schreiben und ich bin davon überzeugt, dass es besser ist, die Geschichte von der Leine zu lassen. Die Protagonisten entwickeln dann ihre Charaktere, sie reifen und verändern sich und überraschen manches mal sogar mich als Schreiber. Das war beim Sandkorn so und das war bei „Karl“ so.

Ich habe jede Menge Dinge in meinem Leben persönlich erlebt. Das Sandkorn war noch in einigen Bereichen wirklich mit autobiographischen Komponenten versetzt. Karl ist da anders.

Hydors Golem: Nun als Entdecker bist du in guter Gesellschaft wie Stephen King, Andreas Eschbach und vieler anderer.

Eszettcisle: Ich weiß nicht ob ich mich wirklich würdig fühle, in einem Satz mit diesen Autoren genannt zu werden

Hydors Golem: Es ist auf jeden Fall nicht unprofessionell so zu schreiben wollte ich damit sagen, meine letzte Interviewpartnerin schreibt entdeckend und ich ebenso – wichtig ist was nachher dabei heraus kommt.

Eszettcisle: Ich denke, das Sandkorn, als Erstling, hat mir die Tür dazu geöffnet, nachzulegen. Das ist wie in einer Castingshow – eine Runde weiter. Von „Karl“ hängt für mich persönlich deutlich mehr ab, was meine Ambitionen als Autor angeht.

Hydors Golem: Ich habe die Leseprobe von „Karl“ gelesen und man wird dabei tief in menschliche Abgründe blicken vermute ich …

Eszettcisle: Nun, ich fürchte: Ja.

Ich bin da ziemlich weit reingegangen, ohne Splatter zu benutzen. Im Grunde ist das so, wie der Klappentext es sagt: ich finde das nach wie vor erschreckend, was meinen lieben Protas so alles passiert.

Und dieses „ausgeliefert“ auf dem Cover hat seine Berechtigung…

Hydors Golem: Wobei Karl nicht wirklich ein übermäßig sympathischer Mensch zu sein scheint …

Eszettcisle: Nun, er ist der Hauptprotagonist – also ich liebe ihn 🙂

Hydors Golem: Würdest du das Buch als Horror bezeichnen? Bzw. das Genre des Buches.

Eszettcisle: Absolut nicht. Das ist kein Horror, es sei denn, die Untiefen unserer Mitmenschen sind als Horror definiert. Ich denke die Bezeichnung „Thriller“ auf dem Cover ist klares Understatement.

Es ist ein lupenreiner Psychothriller, aber mein Verleger und ich haben beschlossen, nur Thriller drauf zuschreiben. Es schmücken sich allzu viele mit dem Prädikat „Psychothriller“ – ohne wirklich abzuliefern

Hydors Golem: Ja, der Begriff wird häufig benutzt. Aber jeder Mensch hat so seine dunklen Stellen.

Überdeckt mit einer dünnen Tünche die sich Zivilisation nennt (ist leider bei Frank Herbert geklaut)

Eszettcisle: Schade, dass ich das Interview nicht führe, sonst würde ich nach Deinen dunklen Seiten fragen.

Hydors Golem: ich lasse meine Charaktere leiden wenn ich tagsüber geärgert wurde ;). Was aber der Handlung erstaunlicher Weise eher gut tut, als das es schadet.

Eszettcisle: Ich habe da zwei Seiten in mir – mein eigenes Ich und die Story.

In meinem nächsten Buch geht es etwas anders zu. Ich tauche da sehr sehr tief in die menschlichen Untiefen und bin schon sehr erschrocken darüber, solche Dinge durchleben zu müssen, beim Schreiben …

Hydors Golem: wie dicht bist du an deinen Charakteren dran, bist du in einem Charakter drin oder schaust du ihn eher über die Schulter?

Bei mir laufe ich als unsichtbarer Beobachter mit, wenn ich in der Story bin.

Eszettcisle: Nein. Ich kann nicht anders, als ganz und gar so zu sein wie mein Protagonist, wenn ich ihn beschreibe. Er könnte sonst nicht leben. Als Schreiber bin ich sozusagen der Avatar für meine Leute. Ich muss SIE sein – sonst geht das nicht ….

Hydors Golem: Das hört sich sehr intensiv an. Ist es dann schwierig sich wieder von Charakter zu lösen?

Eszettcisle: Manchmal. Es ist doof, wenn man im echten Leben dann Impulse hat, Leute zu töten oder Städte niederzubrennen. Bislang habe ich das im Griff – aber wer weiß, wie lange noch?

Hydors Golem: Ich habe öfter das Bedürfnis Leute zum Mond zuschießen, kenn ich 😉

Eszettcisle: Wenn das ginge, wäre der Mond überbevölkert …

Hydors Golem: … und die Erde leer.

Eszettcisle: lol – Komm frag mich was 🙂

Hydors Golem: Eine Frage hab ich noch auf meinem Zettel: Bist du eigentlich vor der Lesung aufgeregt oder die Ruhe selbst ?

Eszettcisle: Ich bin definitiv aufgeregt. Vielleicht nicht mehr so sehr wie beim ersten Mal. Aber es ist immer dieses spezielle Kribbeln da. Sachen zu schreiben ist eines, sie andere lesen zu lassen ist die größte Hürde. Selbst daraus vorzulesen …puh… man muss leiden wollen, wenn man das tun soll.

Hydors Golem: Irgend wer hat mal gesagt : Lesungen sind die Rockkonzerte für Schriftsteller – geniest sie !

Eszettcisle: Ja. Da ist was dran. Aber wie alle haben wir auch die Angst, ausgebuht zu werden. Wenn so eine Lesung floppt weil du die Leute nicht erreichst – dann ist das die Hölle.

Hydors Golem: Das ist dann die andere Seite der Medaille.

Eszettcisle: Womit wir wieder bei dem Thema wären: Alles hat viele Seiten 🙂

Hydors Golem: Und es kann nie schaden sich ein paar mehr als nur eine davon anzusehen.

Eszettcisle: ich möchte nicht darauf verzichten und ich bin sehr froh und dankbar, die erste Lesung aus Karl wieder im SL machen zu dürfen.

Und so wie es aussieht wird Thorsten wieder was kochen und ich mache das in der Villa Kueperkram oder Cyberpunk oder so.

Krümelpunk.

[Wer da jetzt kein Kopfkino bekommt 😉 ]

Hydors Golem: Ich jedenfalls bin auf die Lesung am 03.05.2014 um 20:00 Uhr gespannt. Ich glaube das ist ein gutes Schlusswort – ohne Thorsten würden wir darben müssen 😉

Eszettcisle: Er ist definitiv eine Größe. Mein persönlicher Cyberheld und digitaler Mentor.

Ich bedanke mich, dass ich die Ehre hatte, hier zu sitzen und erzählen durfte…

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zu den anderen Interviews

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Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Anja Bagus

Heute (am Samstag) hatte ich das Vergnügen Anja Bagus relativ spontan für ein Interview in SL begeistern zu können. Nach ihrer ersten fulminanten Lesung im Kafe Krümelkram ist der Kreis der Literaturschaffenden in SL um eine weitere engagierte  Schriftstellerin gewachsen. Wie ihre Hauptcharakterin AnnabelleRosenherz scheint sie vielen aufgeschlossen und sehr entschlussfreudig zu sein. Und so bekam ich dann sehr netten Besuch in der HünenSphäre in SL.

AnnabelleRosenherz: Ist dir das jetzt recht oder sollen wir uns für später verabreden?

Hydors Golem: Gerne, wir können loslegen.

AnnabelleRosenherz: ok

Hydors Golem: das hier ist 1500 Meter über dem Kafe Krümelkram, ich hoffe du leidest nicht unter Höhenangst 😉

AnnabelleRosenherz: Oh, leider habe ich Höhenangst.

Hydors Golem: wir können uns ans Lagerfeuer setzen , ins Benno Feuerohr-Zelt oder in der Hünensphäre in die Lobby.

AnnabelleRosenherz: Lagerfeuer.

Hydors Golem: Gut ist gleich hier.

AnnabelleRosenherz: 🙂

Hydors Golem: Du kannst dich auch auf die Bank setzen wenn du möchtest

AnnabelleRosenherz: Ich versuch’s … leg los!

Hydors Golem: Erstmal vielen Dank das du dich für ein Interview bereit gefunden hast

AnnabelleRosenherz: Gerne

Hydors Golem: Du bist ja vor kurzen schon auf einer Lesung in SL gewesen, wie bist du zum BB Ebook Event gekommen?

AnnabelleRosenherz: Der Kueperpunk hat mich gefragt. Und ich mache alles mit – fast alles

Hydors Golem: Gut, gut. Wie stehst du zum Thema Ebooks im Verglich zum klassischen Papierbuch?

AnnabelleRosenherz: Sie sind eine tolle Ergänzung. Viele, die sich erst das eBook kaufen, kaufen sich nachher auch noch das Papierbuch. Ich liebe meinen eReader, er ist leicht und dünn. Zu dem lese ich gerne im Bett, und ein dickes Buch zu haben ist da lästig.

Aber dünne Bücher sind …. eben dünn.

Hydors Golem: ja aber, der Inhalt ist beim eBook ja nicht durch die Dicke bestimmt, es passt zur Not ja eine halbe Bibliothek auf einen eReader. Du brauchst das Gefühl ein dickes Buch in Händen zu halten?

AnnabelleRosenherz: Nein, das nicht, aber ich lese wahnsinnig schnell und ein dünnes Buch ist dann so schnell zu Ende

Hydors Golem: Die wirklich dicken Werke sind schon sehr aufwendig, es ist wohl für die Autoren besser öfter dünnere Bücher auf den Markt zu bringen oder?

AnnabelleRosenherz: Hmmm, das kann ich so einfach nicht beantworten. ich liebe es sehr in Bücher lange einzutauchen. Aber es gibt natürlich auch die Heftromanleser, die schnell durch sein wollen. Also ich habe mich auf etwa 4000 Seiten eingependelt, bei meinen Büchern, da kann ordentlich was passieren

Hydors Golem: Wow, 4000 Seiten, das ist eine ganze Menge! Wie lange schreibst du an denen?

AnnabelleRosenherz: Nein!!! 400, hab ich mich vertippt. lach

Hydors Golem: Ja, das ist eine gute Größe. Die Handlung braucht natürlich Platz. Vor allem wenn man das Umfeld dann noch richtig würdigen möchte – was in der Phantastik ja immer etwas aufwendiger ist

AnnabelleRosenherz: Ja. man hat ja auch noch eine ganze Welt zu bauen. Manchmal. Ich habe ja die echte Welt nur verändert, da habe ich es mir leicht gemacht.

Hydors Golem: Macht das Steampunk so interessant? Die Frage wie hätte die Welt wohl ausgesehen hätte, wenn man damals so etwas wie den Aether gefunden hätte?

AnnabelleRosenherz: Hm. Also meine erste Entscheidung war, ich will Steampunk schreiben. Das mit dem Aether kam dann dazu. Ich wollte eigentlich einen „richtigen“ Abenteuerroman schreiben, also so was wie Indiana Jones.

Aber das hat nicht geklappt, also meine Musen wollten das nicht. Naja, und dann wurde es ein Mischmasch, der schliesslich ein bisschen was Eigenes hat.

Manche nennen es schon Aetherpunk

Hydors Golem: Sehr gut – ich habe deiner Lesung gelauscht und war sehr beeindruckt von dieser eigenen Welt. Mit dem Aether lässt sich ja einiges anstellen, aber auch die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen kommen bei dir ja nicht zu kurz.

AnnabelleRosenherz: Ja, wie gesagt, da kam mehr aus mir heraus, als nur ein „einfacher“ Abenteuerroman. Ich konnte die anderen Gedanken nicht abstellen. Aber geplant war das so nicht. Ich habe das erste Buch total aus dem Bauch heraus geschrieben. Das ist der Vorteil, wenn man eigentlich gar nicht die Absicht hat, etwas zu schreiben, was andere lesen. Dass es dann doch so gekommen ist, dass andere das lesen wollen und sogar dafür bezahlen, ist natürlich schön.

Hydors Golem: Auf jeden Fall und es ist denke ich ein gutes Zeichen wenn die Handlung und Charaktere so stark sind, das sie förmlich ein Eigenleben entwickeln. Es gibt da ja die Unterscheidung zwischen Entdeckern und Planern bei Autoren. Wo würdest du dich da einordnen?

AnnabelleRosenherz: Ganz klar Entdecker

Hydors Golem: Schön, bei meinem eigen Versuchen bin ich mit der entdeckenden Schreibweise auch besser gefahren. Es ist irgendwie spannender und inspirierender wenn nicht alles vorgeplant ist.

AnnabelleRosenherz: Ja, aber es gibt auch Fallen. Man muss schon ein wenig eine Richtung haben, sonst geht die Spannung flöten. Ich weiß immer so grob wo es hingehen soll, und dann lass ich mich überraschen.

Hydors Golem: Das geht mir ähnlich, die Hauptidee hinter dem Roman sollte präsent sein. Was wirst du den auf dem eBook Event lesen?

AnnabelleRosenherz: Oh, das weiß ich noch nicht. Ich kann aus dem zweiten Band lesen, oder vielleicht eine eigenständige Geschichte – ich bin da flexibel :).

Hydors Golem: Fällt es dir schwer da ein oder zwei Kapitel aus dem Roman auszusuchen? Das ging mir bei meiner ersten Lesung so.

AnnabelleRosenherz: Das ist furchtbar. Man denkt, das ist toll und dann denkt man …. neee, da muss ich ganz viel erklären … und dann hat man Lieblingsstellen, die alle anderen aber gähnend langweilig finden.

Und dann muss man Stellen finden, die neugierig machen, aber nicht zu viel verraten.

Schlimm.

Gerade im zweiten Teil ist es fast unmöglich, nicht zu viel zu verraten.

Hydors Golem: Und dann ist da noch der Zeitfaktor, es ist doch erstaunlich wie schnell die Zeit beim Lesen verrinnt, vor allem wenn man einen guten Querschnitt bieten möchte.

AnnabelleRosenherz: Ja. Und man weiß ja von sich selbst, dass man nach einiger Zeit abschaltet. Also muss man sich echt einschränken. Da war das ganz schön, dass der Kueper bei mir mitgelesen hat, das machte es abwechslungsreich

Hydors Golem: ja er hat eine tolle Stimme und ist ein begnadeter Vorleser. Bist du eigentlich vor einer Lesung aufgeregt oder hast gar Lampenfieber?

AnnabelleRosenherz: Geht so. Natürlich ein bisschen schon, aber ich freu mich immer total, was machen zu können. Ich mag es mit Leuten zu quatschen und freu mich, wenn man Interesse hat.

Hydors Golem: Ja, das ist mit das Beste an den Lesungen, wenn man bemerkt, das die Leute Interesse haben und sogar Fragen stellen. Wie siehst du das: Lesungen in SL im Vergleich zu denen in RL?

AnnabelleRosenherz: Ich mochte das im SL, weil ich es mir zuhause gemütlich machen konnte, mit Wärmflasche und so. Ich bin immer verfroren. Ausserdem hasse ich es, Make-up zu tragen, tue das aber im echten Leben bei Auftritten.

Also ich kann das SL nur empfehlen. Und das mit dem Avatar Bauen hat mir Spass gemacht, ich probier gerne rum. Ich liebe meine langen Haare hier, in Wirklichkeit habe ich einen Kurzhaarschnitt.

Hydors Golem: Ja, in SL hat man ganz andere Möglichkeiten sich und die Umgebung der in der Geschichte anzupassen. Was hältst du von den Kulissen in SL (hast du auch mal andere Lesungen hier besucht?)

AnnabelleRosenherz: Die Kulissen sind super. Ich war auch mal in Barloks Hafen, aber das war es auch schon. Aber das ist schon sehr stimmungsvoll, wenn man eine massgeschneiderte Kulisse hat.

Hydors Golem: Ja, die sind echt beindruckend. Wenn man denkt es geht nicht mehr besser, setzt der Barlok immer noch einen drauf. Aber auch die anderen Kulissen hier sind immer mit sehr viel Liebe gestaltet.

AnnabelleRosenherz: Ja, ich fand den Kuchen bei meiner Lesung toll. Einige kritisieren die Ladezeiten, aber ich finde das nicht so schlimm. Klar sind wir nicht in einem modernen Spiel, aber dort haben wir es auch meist nicht mit echten Gegenübern zu tun.

Ich finde speziell die Idee hier Lesungen und so zu machen sehr ansprechend. Auch den Büchermarkt. Man hat keine Reisekosten und kann trotzdem mit Autoren sprechen und so.

Hydors Golem: Ja man kommt mit einem Mausklick zur Lesung. Ich bin schon auf deine Lesung am 24.05.2014 um 21:00 gespannt. Vielen Dank das du die Zeit gefunden hast hier zum Interview zu kommen. Wenn du möchtest kann ich dich noch in der Hünensphäre kurz herum führen.

AnnabelleRosenherz: Gerne! Also für beides, für das Interview und das Rumführen.

Hydors Golem: Prima, ich speichere das Interview noch schnell ab, dann können wir los …

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Leider habe ich beim Herumführen vergessen Bilder davon zumachen, aber die HünenSphäre steht jedem offen. Ihr dürft gerne vorbei kommen …

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Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Kirsten Riehl

es ist im Moment verdächtig still um die Brennenden Buchstaben – die kochen bestimmt mal wieder eine große Sache aus …

Richtig und zwar das BB Ebook Event 2014. Dort werden vom 25. April bis zum 25. Mai allerlei Ebooks mit spannenden, guten und auch interessanten Inhalt vorgestellt. Ein paar erste Einblicke konnte und durfte ich schon nehmen und würde die hier gerne den hoffentlich interessierten Publikum des Events vorstellen.

Da sich ein Countdown beim FDL 2013 eigentlich bewährt hat, gibt es auch zum BB Ebook-Event einen Interview-Countdown.

Den Anfang macht dieses Mal Kirsten Riehl (in SL als Zauselina Rieko bestens bekannt), Gründerin der Brennenden Buchstaben und Mitorganisatorin des BB-Ebook Events 2014.

Leider ist sie im Moment beruflich sehr eingespannt und so fangen wir dieses Mal mit einem Email-Interview an. Was aber der Qualität der Antworten keinerlei Abbruch getan hat wie man sich hier überzeugen kann:

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum organisiert ihr das / warum nimmst du teil?

Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen Papierbuch?

Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt?

 

Z: Das BB E-Book-Event bedeutet für mich die Verknüpfung der literarischen Welt mit der virtuellen. Jede Literatur erzeugt immer auch eine virtuelle Welt – nämlich die der erfundenen Geschichten. Was liegt da näher, als die Literatur mit dem Medium zusammen zu bringen, dem sie sich verwandt fühlt? Die virtuelle Welt ist Literatur mit anderen Mitteln. Ob das klassische Papierbuch je abgeschafft werden wird, wage ich zu bezweifeln. Das taktile Erlebnis des Blätterns, das olfaktorische Erleben insbesondere alter Bücher – das alles kann ein Elektrobuch nicht leisten. Aber vielleicht wird es nie um Ablösen und Ersetzen gehen oder um die Frage „ Was ist besser?“ Vielleicht werden beide Bucharten friedlich nebeneinander existieren, so wie ja auch das Fernsehen nie das Radio wirklich abgelöst, lediglich die Art des Gebrauchs verändert hat. Ich selber liebe Papierbücher, stöbere auch gerne auf Flohmärkten in alten Schätzen oder in Bibliotheken in der Abteilung für antike Buchausgaben. Trotzdem muss ich Neuerungen ausprobieren und sehen, was sich rund ums Buch tut. Es ist einfach spannend, diese Entwicklung zu sehen. Wenn ich Literatur nach SL bringe, dann geht das für mich nicht ohne das E-Book. Schließlich kann ich ja kein Papier in SL hineinpressen. Liegt also in der Natur der Sache, dass das E-Book seine Plattform in SL finden musste. Und weil ich mein Hobby – das Lesen – in die virtuelle Welt SL bringen kann, verschwimmen für mich die Grenzen zwischen „normaler“ und „virtueller“ Welt, und zwar so weit, dass ich diesen Unterschied nicht machen möchte. SL ist für mich nicht weniger real als mein Leben auf der Arbeit, mein Leben in meiner Freizeit, mein Leben am Sonntag usw. Wenn ich abends im Bett liege und ein Buch zur Hand nehme, tauche ich in Welten ein, die ich real nie betreten werde. Ist da mein sogenanntes reales Leben nicht viel virtueller als mein virtuelles Leben in SL? Jetzt wird´s verwirrend? Ja könnte sein. Am besten macht man keinen Unterschied zwischen real und virtuell. Dann ist es leichter!

H: Was hältst du von den Kulissen in SL bei (deinen) Lesungen?

 

Z: Die Lesungen in SL in thematisch passender Kulisse sind für mich zweierlei:

Es ist futuristisch.

Es ist zurück zu den Wurzeln.

Futuristisch ist es, weil die Zukunft schon angebrochen ist – das Internet hat die Gesellschaft verändert und wird es weiterhin tun. Die Literatur hat ihren Platz in diesem Medium gefunden. Anstatt den ersten Unkenrufen zu folgen, nach denen das Buch durch den Computer ersetzt werden würde, hat die Literatur die neuen Medien vor ihren Karren gespannt. SL wurde von der Literaturszene okkupiert und beide haben sich miteinander angefreundet.

Zurück zu den Wurzeln ist es bei aller Zukunftseuphorie jedoch auch. Wenn man zurück blickt auf die Geschichte der Literatur, und zum Beispiel im Mittelalter Zwischenstation macht, dann sieht man Menschen auf Märkten, die sich um die Wandertheatertruppe versammeln und die erfundenen Geschichten in bunter Kulisse betrachten. Oder man landet auf einer Feierlichkeit in adeliger Runde, wo ein Dichter seine in Versform verpackten Abenteuergeschichten vorträgt. Wir machen in SL nichts anderes. Wir lesen gemeinsam, lassen uns von Geschichten in andere Welten versetzen.

Genau betrachtet, nehmen wir eine uralte Tradition wieder auf, die für einige Jahrhunderte verschwunden war – das gemeinsame öffentliche Lesen.

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Rezi: Die neunte Expansion (D9E) Band 1 und 2

Langeweile war mal wieder der Anlass nach neuem Lesestoff zu suchen. Und dann kam ein lobender Artikel über D9E gerade recht. Geben wir der Sache also eine Chance. Der erste Band (Eine Reise alter Helden) von Dirk van der Boom kam in dem Artikel nicht so gut weg, dafür wurde der zweite Band (Das Haus der blauen Aschen) von Niklas Peinecke hoch gelobt. Es war unschwer dem Artikel zu entnehmen, das Military-SF keine Vorliebe des Rezensionsschreibers war.

Bei dem Roman „Eine Reise alter Helden“ ist mir etwas passiert, das schon länger nicht mehr vorgekommen ist: ich habe das Buch genossen, ja es förmlich verschlungen und dass ohne das mich etwas aus dem Lesefluss geworfen hätte. Stimmig, sehr flüssig geschrieben und mitreissend. Die Charaktere, auf ihre Art traurige Helden, dem Tod in ihrer letzten Schlacht des Krieges mit den Hondh gerade noch so von der Schippe gesprungen – um dann in eine nach 500 Jahren vollkommen veränderte Heimat zurückzukehren. Friedlich, zu friedlich unter ihren neuen Herren. Ein perfekter Start in die neue Serie des Wurdack Verlags.

Band zwei „Das Haus der blauen Aschen“ ist anders. Keine direkte Fortsetzung von Band 1, sondern eine komplett eigenständige Geschichte. Wartet man auf das Auftauchen der in Band 1 liebgewonnen Helden sieht man sich leider enttäuscht. Das Setting der Geschichte ist deutlich spektakulärer als in Band 1, dafür ist der Handlungsablauf leider zu offensichtlich. Die für den weiteren Verlauf der Gesichte essenziellen Details sind der Art offensichtlich angedeutet, das später etwas die Überraschung fehlt. Ein vielleicht böser Vergleich: der Autor bindet den Leser an einen Felsbrocken und wirft ihn dann über die Klippe. Jeder weiss was wahrscheinlich am Ende der Reise auf einen wartet. Man sieht es kommen, aber trotzdem reißt man wie wild an seinen Fesseln. Nicht meine favorisierte Form von Spannung. Aber es heißt tapfer sein und die aufreibende Spannung aushalten, denn das Ende ist überraschend und versöhnt einen dann doch mit dem Roman.

Ich bin jedenfalls auf Band 3 der Serie gespannt, eine Serie, die auf reichlich gute Unterhaltung hoffen lässt!

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Partikel – damit kann man doch noch mehr anstellen …

Partikel – damit kann man doch noch mehr anstellen. Wie z.B. sich mal selbst an einem Ionen-Antrieb versuchen. Bastian Barbosa hat mit der TA-0 da schon einiges vorgelegt, aber die Neugierde ist doch geweckt …

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und nun mit etwas mehr Dampf …

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