Perry Rhodan 3021 gelesen …

… und das war leider nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte.

Jeder Autor, der/die seinen/ihren Roman nach einem besonders guten Roman seines/ihres Vorgängers/in abliefert, hat es schwer. Die Erwartungen sind hoch und weniger als ein erneuter Quantensprung reicht dann oft nicht, selbst wenn der Roman solide gut ist. Wer da anderer Meinung ist, sehe sich mal Matrix 2 und 3 direkt am Stück nochmal in Ruhe an. Die beiden Teile des Films sind gut gemacht und bieten sowohl kurzweilige Unterhaltung als auch ein paar wirklich tiefergehende Gedanken. Direkt im Vergleich zum damaligen Quantensprung und der düstern Heldenreise von Matrix 1 haben es die beiden nachfolge Filme aber schwer.

Nachdem ich nun erfolgreich von Leo Lukas Roman „Eyshus Geschenk“ abgelenkt habe, könnte ich an dieser Stelle vielleicht einfach aufhören und mich um eine unangenehme Kritik herumdrücken. Dann wiederum blicke ich auf meinen Merkzettel zu diesen Rezensionen und bleibe gleich bei der ersten Punkt hängen.

„Hat mir der Roman gefallen? Ist mir etwas Besonderes aufgefallen?“

Ehrlich gesagt, zu behaupten der Roman hätte mich vom Hocker gerissen, wäre gelogen. Ich habe einige Seiten überblättert, um mir den mich zur Zeit der Lektüre wirklich interessierenden Teil herauszupicken. Jetzt haben wir schon die Karotte YLA vor die Nase gehalten bekommen, dann könnte man erwarten, es geht nun genau um YLA und eine weitere Auflösung der Hintergründe der neuen Milchstraße, in der wir uns nun befinden. Der Autor oder die Expokraten hatten da aber wohl noch eine ganz andere Geschichte im Hinterkopf, die zwar durchaus ihre Reize hat, aber die hefteübergreifende Handlung nicht wirklich voranbringt.

Punkt 2 meiner Checkliste ist „Worum geht es in dem Roman?“

Kurz und bündig: Perry Rhodan ist immer noch auf dem Planeten Iya und versucht hinter das Geheimnis YLAs, bzw. ihrer Anwesenheit auf der Fast-Erde zu kommen.

Punkt 3 führt zur Frage nach der Relevanz für die Zyklushandlung. Ja, es geht einen Schritt weiter, ist aber in der homöopathischen Dosis unbefriedigend. Das die Figur YLA nichts weis oder nichts sagen darf, dafür kann der Autor wohl nichts, hinterlässt aber etwas Frust bei der Lektüre.

Der letzte Punkt auf meiner Checkliste ist dann die Frage nach der Umsetzung/Leistung des Autors. Wenn ich mir die Figur des Siganesen Sholotow Affatenga anschaue, dann fällt der im Vergleich zu den Romanen der anderen Teamautoren deutlich aus dem Raster. Ich bin zugegeben kein Fan von Funny-SF, weiß aber trockenen Humor durchaus zu schätzen. Leo Lukas ist bei der Figur Tenga von trocken allerdings ganz weit entfernt. Meins war das nicht. So ganz passt das schon übertrieben Deftige nicht in die leichte, fast schon literarische Handlungsführung des Iya-Handlungsabschnittes. Mich jedenfalls hat es komplett aus dem Lesefluss herausgeworfen.

In Summe hält man ein weiteres kleines Puzzlesteinchen in der Hand und denkt sich: Langsam könnte es mal etwas fixer vorangehen. Als Einzelroman überzeugt mich der Roman nicht, dazu wirkt er innerlich nicht stimmig genug. Leo Lukas hat schon in früheren Romanen bewiesen, dass er anspruchsvolle und schwere Kost kann, das steht dann natürlich konträr zum Bühnenprogramm und lässt sich wohl schwer auf Knopfdruck umschalten. Da prallen dann Welten aufeinander und leider kommt dabei nicht immer was Gutes und Neues heraus. Ich mag durchaus auch deftiges, wie z.B. Fleisch mit einer schweren Soße – nur nicht im Nachtisch oder beim Kaffee & Kuchen.

Das Gute an der Serie Perry Rhodan ist aber, nächste Woche kommt ein neues Heft und die Welt sieht dann meistens schon wieder ganz anders aus …

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Perry Rhodan 3020 gelesen

… und ich bin bestens unterhalten worden.

Diesen Roman als eine Art vom Comeback zu bezeichnen wäre gegenüber Michelle Stern vielleicht etwas unfair, aber dieser Roman aus ihrer Feder hat mir gut gefallen. Das liegt nicht nur an der Autorin selbst, sondern auch besonders an der Einbettung in die umgebenden Romane.

Die Stimmung der doch stark steampunkig angehauchten Nicht-Ganz-Erde-Welt Iya ist perfekt getroffen. Perry Rhodan und seine Mannen fügen sich deutlich eleganter ins Geschehen ein, als das bei den Vorgängerromanen auf Iya der Fall war. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Short: Perry Rhodan bereist weiterhin den Planeten Iya und sucht das Orakel der Ayees.

Das Ende wird natürlich nicht verraten, aber gibt diesem Handlungsabschnitt doch noch mal eine ganz neue Wendung. Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber hier tut sich endlich mal ein richtiger Ansatzpunkt auf. Ich werde wohl meine Theorie zu Iya nochmal überdenken müssen. Zumindest die Richtung, aus der die Welt kommt.

Der aktuelle Mythos-Zyklus fing ja eher gemächlich an, was sich mittlerweile als eine ruhige aber durchaus lesenswerte, fast schon literarische, Abfolge herausstellt. Ganz am Anfang hätte man vielleicht noch die Hülse Zemina Paaths nutzen und etwas mehr noch aus der RAS TSCHUBAI herausholen können, aber mit der Fast-Erde Iya kommt eine Menge Flair auf.

Ich für meinen Teil finde diesen Zyklus zwar unaufgeregt, dafür bleibt etwas mehr Zeit für die Dinge links und rechts von den Raumschlachten. Wobei, wenn man sich so in der Perrypedia die kommenden Hefte ansieht, das nur die Ruhe vor dem Sturm sein kann. Wie üblich sagen die Untertitel der Hefte mal wieder recht deutlich, wo es langgehen wird.

In Summe ist dieser Roman von Michelle Stern also ein entspannendes und schönes Lesevergnügen, das mit einem ganz dicken Bonbon am Schluss aufwartet.

Sehr schön.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht!


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Perry Rhodan 3019 gelesen …

… und das war ein fast schon tiefenentspanntes Vergnügen.

Fangen wir gleich beim Cover an. „Das Rätsel von Pesha“ zieht ein wunderschönes Cover, das einen mit großen Natursteinplatten gepflasterten Weg durch einen ehr spärlich mit Gras und vereinzelten Bäumen bewachsenen Wohlweg zu einem in der tiefstehenden Sonne glänzenden Sprunghäuser der Ayees weist. Alleine das Bild lädt schon zum Träumen ein. Fast sträubt es mich das Titelbild von Alfred Kelsner durch profanes Umblättern aus meiner Sicht verschwinden zu lassen. Man merkt, glaube ich, das Cover gefällt mir.

Das Umblättern entschädigt einen dann mit der Kupferkarawane. Uwe Anton malt hier ein Gemälde über, um es ganz profan auszurücken, einen Zug. Ja, er hat seinen Charme und einiges an Exotik, aber am Ende des Tages ist es ein Zug. Das dachte sich wohl auch Perry Rhodan, anstatt die Fahrt mit seinen Taschendieben und spontanen Duellen einfach zu genießen, sich dazu entschließt mit den SERUNs davon zu fliegen und das nächste Monster aus dem See zu suchen. Wobei diese Reminiszenz an 20000 Meilen unter dem Meer und der See vor Moira Scene aus dem Herrn der Ringe hatte was. Und wir hätten die an Stanislaw Lem erinnernde Wanderung durch die Flora und Fauna verpasst. Inklusive der Scene mit den Kelchen und den Cairanern. Das war ein kurzweiliges Vergnügen, das eine Menge Flair und eine durchaus mitreißende Handlung bot.

Die Scenen bei den Cairanern hatten nicht direkt damit etwas zu tun, aber das tat jetzt nicht weh und rundet das Gemälde ab, das Uwe Anton aus Sprache und Text formt. Und schließlich ergibt es Sinn Perrys zukünftigen und eigentlich ganz sympathischen Gegenspieler Palahudse Spepher etwas näher kennen zulernen. Ebenso wie auf der Nicht-Ganz-Erde Iya paart sich hier allzu menschliches mit einem Hauch Exotik. Ich bin auf das Zusammentreffen jedenfalls gespannt.

Zu guter Letzt erfährt Perry Rhodan doch noch etwas über „Das Rätsel von Pesha“, das an dieser Stelle natürlich nicht enthüllt wird.

In Summe hat mich der Roman von Uwe Anton befriedigt und tiefenentspannt ins Wochenende entlassen, fast so als ob Uwe Anton sich das Exposé genommen hätte und sich überlegt hat „Was soll und will ich hier eigentlich machen“ und das dann mit sehr, sehr viel Freude am Detail umgesetzt hat. Ich glaube das können wir einfach mal so als gelungen stehen lassen 😉

Klasse. Gerne mehr in der Richtung und vor allem in der Qualität.

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Perry Rhodan 3018 gelesen …

Perry Rhodan 3018 gelesen … und dieses Mal zu Abwechslung als E-Book.

Ein Nachteil hat eine Serie wie Perry Rhodan, man muss sich eine Woche bis zum nächsten Roman gedulden, besonders wenn der gerade gelesene Roman super war und es eigentlich noch weiter geht.

Eine Woche ist lang oder kurz je nachdem, wie man das sieht und ob da noch ein Feiertag dazwischen liegt, man ist also nicht mehr ganz im Fluss. Susan Schwartz PR 3017 war super und bildet mit 3018 einen Doppelband. Die Latte liegt also hoch und ein Quantum hüpft nicht immer zweimal hintereinander ins nächste Orbital.

Short: Der zweite Teil von Perry reist inkognito und sieht sich die Nicht-Ganz-Erde Iya im Detail an.

Eigentlich fängt die Reise chillig an und mal ehrlich warum musste das Luftschiff jetzt unbedingt in einem Hurrikan enden? Im Mittelmeer? Ja, natürlich sorgt das für Aktion und dafür das Perry glänzen kann, aber eine Nummer kleiner hätte es vielleicht auch getan. Man kann einem Mann jetzt doch nicht einfach sein Spielzeug wegnehmen. Eine Delle im Schiff hätte es vielleicht auch getan.

Nun denn Missetat begangen und weiter im Text. So ganz durchdacht erscheint mir die Ankunft in der Hafenstadt Shabaydaa nicht zusein. Natürlich wird das jemandem komisch vorkommen, wenn zwei Vermisste so mir nichts, dir nichts plötzlich in der Stadt auftauchen, ohne eine nachvollziehbare Anreise vorweisen zu können. So ganz rund ist die Legende an der Stelle nicht. Von Perry oder einem seiner mitgereisten Spezialisten hätte ich da etwas mehr Umsicht erwartet, was aber, um fair zu bleiben, möglicherweise den zur Verfügung Rahmen etwas gesprengt hätte.

Was dann aber wieder klasse war, war die Schilderung der Tonspulenbibliothek und der Besichtigung der ersten Ansiedlung. Da steckte eine Menge Liebe zum Detail drin und wir kommen zum zyklusrelevanten Teil der Geschichte. Die Cairaner sind mal wieder nicht so ganz die Netten, und der Schleier um Zamina Paath Vergangenheit lüftet sich einen Hauch. Nicht viel aber immerhin.

In Summe kommt der Roman leider nicht ganz an den brillanten Vorgänger heran, war aber durchaus unterhaltsam und macht Lust darauf herauszufinden, was es denn jetzt mit dem Raptus, den Cairanern und sonstigen beteiligten Parteien auf sich hat. Möglicherweise sind ja auch die Thesan nicht die Guten.

Finden wir es heraus 🙂 Es bleibt also spannend.

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Gelesen: Reiseziel Utopia

Vor der Lektüre des Buches stand die Frage: Was zum Geier ist Solarpunk?

Cyberpunk kennt man, Steampunk mittlerweile auch, wer tiefer eintaucht, lernt dann noch Dieselpunk und sogar Atompunk kennen. Während vorgenannte Varianten vereinfacht Steampunk in späteren Epochen sind (Steampunk ca bis zum 1. Weltkrieg, Dieselpunk ca 20. und 30. Jahre, Atompunk 40er und 50 Jahre) geht Solarpunk über eine reine Zeiteinteilung hinaus.

Man könnte Solarpunk als die Renaissance der Utopie verstehen. Basierend auf der Beobachtung, dass die Dystrophie ihre aufklärende, abschreckende Wirkung verloren hat und stattdessen ein gewisser Gewöhnungseffekt eingesetzt hat.

Man mag meinen, jede Horrorvorstellung findet ihren Kreis von Zynikern die z.B. ein 1984 für eine tolle Idee oder zumindest unvermeidlich halten und sich förmlich darin suhlen. Der eine oder andere wird schon dem einen oder anderen Realität gewordenen SF-Element wie dem Kommunikator/Handy oder dem Tablett begegnet sein und so liegt es nahe an der Stelle die inspirierende Kraft der Fiktion für eine spätere Realität einfach mal als fix anzusehen. Vielleicht wird es sogar in nicht allzuferner Zukunft was mit dem selbstfahrenden und fliegenden Autos.

An der Stelle setzt Solarpunk an. Es ist besser, für etwas zu kämpfen als gegen etwas. Anscheinend bin ich mit meiner Einschätzung hier nicht alleine und so hat Stefan Holzhauer sich die Mühe gemacht und eine Anthologie mit möglichst positiven Utopien herausgebracht.

Ebene jenes „Reiseziel Utopia“ mit seinen umfänglichen, größtenteils gut unterhaltenden 20 Kurzgeschichten. Einige Namen kennt man aus dem Steampunk-Umfeld, den Lesungen der Brennenden Buchstaben in SL oder von dem einen oder anderen Perry Rhodan Treffen, es sind aber auch ein paar für mich neue Namen mit dabei. Im Detail werden die Einzelrezensionen kurz bis lakonisch ausfallen und kommen erst ganz zum Schluss. Das Gros der Geschichten hat mir gut gefallen, es waren aber leider ein paar dabei, bei denen es dann doch eher ins Pädagogische ging. Ja die Intention ist wichtig und gewollt, darf aber dann die Geschichte nicht erdrücken. Eine Utopie ist nur solange eine Utopie, wie sie funktioniert, d.h. nicht ins Dystopische kippt oder zu einer Parodie ihrer selbst wird.

Als kleiner Wehmutstropfen scheint beim Aufbereiten des E-Books was schiefgelaufen zu sein. Es gibt ein paar Buchstabenfehler und das Inhaltsverzeichnis ist nicht vollständig, was die Besprechung etwas erschwert. Schön sind aber das Vorwort und die kurze Autorenvorstellung am Ende der meisten Kurzgeschichten.

Vorweg ein Kauf der bis auf ein, zwei Ausrutschet lohnt und einigen Lesespaß und vielleicht die eine oder andere Anregung bietet.

„Der Wunsch nach Rettung“ von Olaf Stieglitz

Mir hat die Geschichte von Olaf Stieglitz gut gefallen. Ob sie ganz ins Schema Solarpunk passt, überlasse ich anderen zu beurteilen, gute SF war sie allemal. Toller Twist am Ende!

„Der Fernhändler“ von Ingo Muhs

Eine weiteres Highlight der Anthologie. Ein etwas schlüriger, bis unverantwortlicher Protagonist, aber eine schöne Geschichte. Auch wenn sie zwischendurch etwas in Geschichtsunterricht ausartet.

„Back to Basic“ von Carmen Capiti

Auch im Paradies ist nicht alles perfekt. Eine schöne Geschichte für ein gewisses Maß an Augenmaß und Individualität. Schön und gut geschrieben.

„Das Feld der Bäume“ von Gerhard Huber

Eine eher ruhige Geschichte um einen alten Mann in einer fernen Welt. Mit einem gewissen Etwas am Ende. Ein schöner Schluss, der mich schmunzeln ließ.

„Kane, der Krieger“ von Victor Boden

Die Geschichte überzeugt durch Lebendigkeit und ein etwas mystisches außeriredisches Element, das am Ende für eine fast utopische Welt sorgt. Hm vielleicht nicht komplett utopisch, aber friedlich. Hier schlägt das Herz eines SF-Fans höher.

„Cornucopi“ von Dieter Bohn

Was passiert wenn man auf Knöpfen herumdrückt aber nicht wirklich weis, was dann passiert, erfährt man in der Geschichte von Dieter Bohn, einen Routinier aus dem Perry Rhodan Umfeld. Unterhaltsam und gut schreiben. Genau das Richtige nach einem langen Arbeitstag zur Entspannung.

„Der Himmel über Nova“ von A.L. Norgard

Ein schmissiger SF-Agententriller, soweit es die Kürze der Geschichte es zuließ. Vielleicht wagt sich der Autor an eine lange Version in Romanlänge. Die Geschichte und der Schreibstil würden es hergeben. Die Geschichte hat mir einen Abend versüßt.

„Erstkommunikation“ von Paul Tobias Dahlmann

Erinnert mich in seiner Lebendigkeit und von der liebevollen Gestaltung von Umfeld und Außerirdischen an einen guten Perry Rhodan. Flott geschrieben und wäre nicht das Ende eine vollkommene Verletzung der ersten Direktive, würde ich es noch einer anderen weltbekannten SF-Serie zuordnen. Doch hat was.

„Der Tag der Erkenntnis“ von Yann Krehl

Ein flotter SF-Krimi, der mich aber mit seinem offenen Ende etwas ratlos zurücklässt. Gut geschrieben, aber der Spannungsbogen schließt sich nicht ganz. Ich vermute das könnte Absicht gewesen sein um nach der Lektüre die Gedanken über die aufgeworfenen gesellschaftlichen Fragen kreisen zu lassen.

„Aufbruch“ von Jens Gehres

Utopische Military SF in durchaus opulenter Ausprägung. Für Fans des Subgenres ein Muss.

„Der gelbe Ritter“ von Thomas Kodnar

Es gibt Hoffnung auch im langweiligen Job. Sehr stimmungsvoll.

„In guten Händen“ von Joachim Tabaczek

Gute SF bei der ich schmunzeln musste. Eher auf der humorgien Seite, aber durchaus mit nachdenklichen Zügen.

„HEIMAT“ von Herbert Glaser

Durchaus mitnehmend und stimmungsvoll.

„Guerilla“ von Dorothe Reimann

Guerilla-Gardening. So gefällt Post-Apokalypse 🙂

„Kommt zum RingelRanGel-Platz!“ von Andreas Raabe

Erinnern, auch wenn es weh tut. So einfach der Pitch so gelungen die Ausführung, muss man etwas sacken lassen. Das war jetzt etwas anspruchsvoller.

„20 Minuten“ von Marcus R. Gilman

Ich muss zugeben, ich habe geschummelt und beim ersten Lesen etwas vorgespult, an dem Abend war mir nicht nach überfüllten Straßen und Aktion. Am Schluss wird man dafür durch eine etwas längere Auflösung entschädigt. Im Nachhinein macht der Abendteuerteil aber mehr her als der doch leicht ins pädagogische gehende Schluss. Durchaus gut erzählt und kurzweilig.

„Der Brand“ von Daliah Karp

Meinem Geschmack nach etwas viel Zuckerguss und zu schnelle und harmonische Auflösungen der utopischen Detektive-Story. Es wirkt in der Buntheit etwas künstlich, zudem ich die Auflösung für etwas bedenklich halte.

„Der erste Schritt“ von Olaf Stieglitz

Zwei Geschichten von einem Autor? Wer diese Geschichte gelesen hat weiß warum, denn diese ist es wirklich wert veröffentlicht zu werden. Stimmungsvoll, mit einer charmanten und sehr realistischen Wendung am Schluss. Es ist halt mal nicht alles ganz so einfach.

„Der Elter“ von Jens Gehres

Und noch eine zweite Geschichte. Auch diese Hommage an Isaak Asimow hat sich ihren Platz wohl verdient. Etwas aufs Gemüt gedrückt, aber das darf auch mal sein.

„Elysium“ von Anja Bagus

Waschechte SF von der Königin des Æthers. Ob diese Gesellschaft wirklich eine Utopie ist? Das sollte man nach der Lektüre der Geschichte selbst entscheiden. Jedenfalls mit viel Liebe zum Detail und dem einen oder anderen Insider gewürzt.

„Vorfall in Utopia West“ von Gernot Schatzdorfer

Im Prinzip eine gute Geschichte, wäre da nicht der eine oder andere Sprung in der inneren Logik der Geschichte, die mich an der einen oder anderen Stelle etwas ins Schleudern gebracht hat. So ganz schlüssig wirkt die Auflösung nicht.

Schade, denn da war durchaus Potenzial, aber an einigen Stellen ging es dann doch etwas zu glatt über die Bühne, auch wenn einige Register gezogen wurden. Hier wäre vielleicht eine andere Perspektivfigur sinnvoll gewesen.

In Summe überzeugt die Anthologie, zumal es kurzweiligen Lesestoff für einige Abende bietet. Mehr als ein, zwei Geschichten sollte man aber nicht am Stück lesen, denn viele Geschichten haben Aspekte und Ansatzpunkte, die man sacken lassen und reflektieren sollte.

Wem die Rezension gefallen hat oder nicht darf sich gerne mit einer Rezension meiner Geschichten revanchieren. Ich weiß, dass das Zeit und Mühen kostet 😉

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