Das BB E-Book Event 2018 – Tag 1 – Martin Barkawitz und Horus W. Odenthal

Heute eröffnete das E-Book Event 2108 der Brennenden Buchstaben mit dem üblichen Second Live Voice Desaster. Mal wieder kein Voice-Punkt, mal wieder kein Ton aus dem üblichweise dafür vorgesehen Kanal. Linden Labs gekleckert sich in dem Punkt wirklich nicht mit Ruhm.

Das wäre jetzt aber nichts von dem sich die Brennenden Buchstaben aufhalten ließen und so sorgte eine alternative Software dafür, das wir doch noch zu dem Vergnügen kamen erst Martin Barkawitz um 20 Uhr und dann Horus W. Odenthal ab 21 Uhr lauschen zu können.

Martin Barkawitz lass aus „Der Hindenburg Passagier“ einer Noir-Detektive Story mit einem Hauch verbranntem Luftschiff. Wie man es von dem Brennenden Buchstaben kennt wieder hervorragend von Barlok Barbosa in Scene gesetzt. Sehr atmosphärisch.

Bei Horus W. Odenthal ging es dann vor ebenso beeindruckender Kulisse in die Welt von Ninragon. Es ging Richtung Noir-Fantasy, wobei des Niragon-Universum da etwas komplexer ist und einen längeren Blick lohnt.

Somit war das schon mal ein gelungener Auftakt des BB E-Book Events.

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Gelesen: Robert Corvus „Das Imago Projekt“

Gelesen: Robert Corvus „Das Imago Projekt“

Es gibt eine Sache, die ich an der Science Fiction besonders liebe: Das Nachdenken über „Das was wäre, wenn“, wie wirken sich Veränderungen von bestimmten Aspekten auf eine Gesellschaft aus. Und ich werde gerne mit Dingen überrascht, an die ich so nicht gedacht hätte.

Besonders Letzteres wird immer seltener. Erzählmuster, Themen und Abläufe wiederholen sich. Als reinem Leser mag einem das nicht so auffallen, aber als jemand der sich selbst mit dem Schreiben und dem Handwerk dahinter beschäftigt erkennt man schnell, ob eine Geschichte sich wiederholt oder ein bestimmtes Schema abgearbeitet wird. Die Begeisterung des Amateuers weicht da manchmal der Disziplin des Profis.

Wenn genau das nicht passiert, dann sollte man sich, denke ich, die nötige Zeit nehmen um ein Werk zu besprechen, in dem sich gerade kein Muster wiederholt, in dem Fragen gestellt und neue Sichtweisen gefunden werden. Genau das ist Robert Corvus mit „Das Imago Projekt“ gelungen. Mir sind viele seiner Perry Rhodan Romane aus der Hauptserie besonders positiv in Erinnerung, eben weil man ihnen anmerkt, das hier viel Überlegung und Mühe in das Umfeld, die Figuren und Schluss endlich dann in die Handlung geflossen sind.

„Das Imago Projekt“ setzt auf dem „Feuer der Leere“ auf. Wie schon im Vorgänger reisen die letzten überlebenden Menschen auf Großraumschiffen vor ihren Feinden fliehend durch das All. Ging es im „Feuer der Leere“ fast nur um das nackte Überleben und dem damit verbunden Wort wörtlichen Gehen über Leichen, so ist in diesem Roman Zeit und Muße von Überleben zum Leben überzugehen.

Die Flotte der Menschen trifft auf der Suche nach einem sicheren Ort auf ein sehr utopisches Gebilde. Eine Dysonsphäre.

Ah eine Dysonsphäre, kenn ich, da weis ich wofür die gedacht ist und wie es innen drin aussehen wird. Das Schöne ist, genau das alte Bild wiederholt sich nicht. Im Inneren der Dysonsphäre sieht es ganz anders aus als gedacht. Es stellt sich die Frage, warum baut eine Gesellschaft solch ein gewaltiges, sehr verkopftes und technisch extrem schwierig zu handelndes Ungetüm. Robert Corvus hat auf diese Frage eine sinnvolle Antwort. Eine Antwort, die in einer sich immer schneller um sich drehenden Welt einen Moment des Nachdenkens wert ist. Man merkt, an der Stelle wurde bei mir ein Nerv getroffen, zumal meine eigenen Projekte in eine sehr ähnliche Richtung gehen. Genau darum geht es beim sich vom Bekannten inspirieren lassen, bei der Inspiration, bei der Idee hinter einem Buch: Man nimmt ein bekanntes Konstrukt und gewinnt ihr eine neue Seite ab.

Die Gesellschaften auf den Schiffen haben sich, wie im Vorgänger schon bekannt, in verschiedene Richtungen entwickelt. Robert Corvus hat einen interessanten Zoo verschiedenster Gesellschaftsentwürfe auf engsten Raum gepackt. Dieses Konstrukt wirkt etwas zu gesetzt, mir fehlt etwas der Austausch und damit das Angleichen zwischen den Schiffen, bzw den Gesellschaften auf den Schiffen. Bis auf eine Ausnahme: Die ESOX.

Hier finden das Aufeinandertreffen und der Austausch statt. Hier lebt die Umgebung und übernimmt damit die Rolle der SQUID aus dem „Feuer der Leere“. Diese Umgebung ist nicht statisch und hier können die Figuren sich entwickeln und über sich hinauswachsen.

Besonders die Hauptfigur Kara Jeskon. Eine Pazifistin hat es schwer in einer ausschließlich auf das Überleben und dem Verbessern der Überlebenschance fixierten Gesellschaft.

In Summe hat mir der Roman ausgesprochen gut gefallen. Neben dem Nachdenklichen und der geistigen Forderung zeichnet den Roman noch eine weitere Sache aus: Er ist gut zu lesen. Das ist mir schon länger nicht mehr passiert, dass die Seiten eines Romans so dahin fliegen, weil man in der Geschichte gefangen ist.

Genau dieses Eintauchen und „eingetaucht bleiben“ macht eine gute Geschichte, einen guten Roman aus. Damit das passiert, müssen die Begeisterung des Amateuers und die Disziplin des Profis zusammen arbeiten. Es geht darum, das Feuer anzufachen anstatt die Asche zu bewahren.

In dem Sinne bleibt von mir die Empfehlung das Buch zu lesen.

Den Autor dürfte es freuen wenn es auch gekauft wird, denke ich 😉

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Perry Rhodan 2956 gelesen … und es war … interessant.

Perry Rhodan 2956 gelesen … und kann das funktionieren, wenn die Autoren erkennbar Spaß beim Schreiben haben?

Die kurze Version der Antwort auf diese Frage ist: Ja. Aber es dauert einen Moment.

Short: Perry Rhodan kommt mit der RAS TSCHUBAI zurück in die Milchstraße und möchte die fehlerhaft funktionierende Schiff-Semitronik ANANSI im Quindo-Center der USO reparieren lassen. Dabei zeigt sich, dass die von den Thoogondu präparierte IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN noch ein paar Überraschungen bietet.

Es dauerte etwas bis ich mich in den Roman hineinfinden konnte. Es lass ich weder nach Uwe Anton noch nach Michael Marcus Turner. Es mag unter anderem daran gelegen haben, das offenbar beide einigen Spaß beim Verfassen des Romans hatten. Somit fehlte die düstere Schwere, die einen Michael Marcus Turner normalerweise auszeichnet. Am Anfang fehlte dem Roman etwas der nötige Ernst, Sätze wie „„Und dann“, sagte Rhodan leise, „werden wir mit der RAS TSCHUBAI gegen die Sprosse zu Felde ziehen““ ließen mich fragen ob das jetzt wirklich so ganz bierernst gemeint war.

Aber im Laufe der Lektüre wurde der Ton dann ernster und die Geschichte spannender. Auf den letzten zwei Dritteln des Romans flogen die Seiten nur so dahin.

Gut gefallen hat mir die Figur Mia Davos, auch wenn die durchsichtige Uniform wohl ehr zum spaßigen Teil gehört hat, und der Haluter Golten Patich. Das mit dem „Dein ergebener Knecht“ verbuchen wir mal unter schrägem Programmiererhumor bei der Prototyp-Semitronik ODUM MANGKOMA.

In Summe gab eine ganze Menge Stoff, die in dem Roman gepackt war, aber dieses Mal hat es funktioniert. Jede Menge Action und Technik, aber auch einiges an einfühlsamen Stellen, an denen sich die einzelnen Figuren entwickeln konnten.

Mit etwas Abstand betrachtet war diese Zusammenarbeit von Michael Marcus Turner und Uwe Anton mal was anderes. Erst etwas gewöhnungsbedürftig aber alles andere als langweilig. Es war … interessant.

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Perry Rhodan 2955 gelesen … und wer wagt, der gewinnt.

Perry Rhodan 2955 gelesen … und wer wagt, der gewinnt. Und das in doppelter Hinsicht.

Short: Atlan und seine Mannen sind weiterhin an Board der KOCHNEK auf der Flucht vor den Gauchen. Im Ringen mit dem Trutzkleid des Jägers Vhor sucht der Unsterbliche Arkonide einen Weg auf den Spross LORINA. Und weiter …

War Leo Lukas 2954 „Das Kleid des Jägers“ doch etwas experimentell, wird gleich am Anfang von Roman 2955 „Der Shod-Spiegel“ klar, wer denn nun in der zweiten Person spricht, bzw. um wessen Handlungsabschnitt es sich hier dreht. Die Kurzversion: Es ist das Trutzkleid, das Altan dem Jäger Vhor im letzten Roman abgenommen hat.

Während sich Altan, oder besser sein Extrasinn, im Ringen mit dem widerspenstigen symbiontischen Gewand des Jägers befindet, kommen die beiden Begleiter Fitzgerald Klem und Jas Poulson an Board des U-Bootes ganz gut alleine mit der Situation klar.

Mir hat das Teamwork der beiden Menen und besonders die Interaktion mit den sehr ambivalent an die Lage herangehenden „entführten“ Gauchen gut gefallen.

Die Verfolger geben ihr Bestes, auch wenn sich ahnen lässt, das der Unsterbliche dann doch noch sein Ziel erreichen werden haben wird. Was aber nicht heißt, dass kein Platz für den einen oder anderen Internen Seitenhieb innerhalb der Verfolgergruppe wäre.

Die Zyklushandlung kann schwerlich auf dem Planeten der Gauchen versanden und so geht es dann auf dem Spross LORINA mit viel Sense-of-Wonder und einer vielleicht etwas kurz, aber doch ausreichend tief abgehandelten, weiterem Gesellschaftsbild und einem Einzelschicksal, weiter.

Zusammenfassend war dieser Roman, aufgrund seines chronologischen Ablaufs, leichter zu lesen aber dennoch möchte ich das Erlebnis des Vorgängerromans 2954 nicht missen. Beide Romane ergeben als Gesamtheit Sinn und es war ein Vergnügen für mich sie zu lesen.

Gegebenen Falls hätte man vielleicht drei Romane aus diesem Doppelband machen können, in dem man den Gemeinschaften an Board des Spross LORINA mehr Raum eingeräumt hätte. Aber es war nicht unbedingt für das Voranschreiten der Zyklushandlung notwendig und ich denke, es war eine gute Entscheidung der Expokraten oder des Autors den Teil kurzzufassen.

Leo Lukas hat mit dem Doppelband jedenfalls bewiesen, dass er in der Riege der Perry Rhodan Autoren sich nicht vor den großen Jungs verstecken muss.

Klasse!

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Perry Rhodan 2954 gelesen … und es war experimentell

Perry Rhodan 2954 gelesen … und es war experimentell.

Leo Lukas hat in diesem Roman ein paar sehr ungewöhnliche – verwirrende – Dinge ausprobiert, die ich, meines Wissen nach, noch nie so in einem Perry Rhodan Roman gelesen habe.

Fangen wir am mit dem doch etwas psychedelischen Anfang an. Was normalerweise eher als kurzer Anriss einer fremden Wesenheit dient, zieht sich in diesem Text abwechselnd mit der anfangs noch konventionellen Atlan Handlung durch fast zwei Drittel des Romans.

Die eher normale Handlung der Flucht Atlans mit dem gefangen genommenen Jäger Vhor vor den Gauchen führt die Reisegruppe durch die Welt der Gauchen und wird neben den Erinnerungsfetzen der fremden Wesenheit noch durch erinnerte Rückschauen des befreiten Gauchen Jas Poulson ergänzt. Ganz verwirrend wird es als sich zudem noch in der zweiten Person geschriebenen Passagen in den Text einflechten. Das ist wirklich ungewöhnlich und findet man so nur in alten Rollenspielbüchern, nach dem Motte und nun geht es auf Seite x weiter, wenn du das willst oder auf Seite y, wenn du eher was anderes möchtest.

An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich jeden verstehe, der das Heft ratlos zur Seite legt. Dieser Perry Rhodan weicht weit von dem ab, was man sonst so zu lesen bekommt. Aber man kann sich ja erst an die x und dann an die y Seiten halten …

Eine gewisse Faszination des Grauen hat mich weiterlesen lassen und in mir den aufkeimenden Verdacht bestätigt, wer hier wessen Erinnerungen nacherlebt. Dem Kenner der Serie wird klar sein, das Atlan den Jäger Vhor nicht aus Jux und Dollerei über Bergen und durch Sümpfe schleppt.

Somit erleben wir zwei Reisen gleichzeitig. Die äußere Atlans mit seinen Reisegefährten und dem eher leblosen, gefangenen Genenijäger auf der einen Seite und der inneren Reise Atlans durch die Erinnerungen des Jägers. Im letzten Drittel fügen sich die Puzzlesteine zusammen und ergeben ein deutlich harmonischeres Bild, in der die Geschichte noch ein Mal richtig Tempo aufnimmt.

Ein konventioneller chronologischerer Aufbau der Geschichte hätte zu einer deutlich leichteren Lektüre geführt, die sich zudem wahrscheinlich besser in den Fluss der Zyklushandlung eingefügt hätte, aber sein wir ehrlich: Es wäre deutlich langweiliger als dieses Experiment Leo Lukas geworden.

Mich hat der Roman schmunzeln lassen und ich muss feststellen: Leo Lukas hat mit einiger Chuzpe sein schriftstellerisches Können gezeigt. Nicht das er es nötig gehabt hätte.

Etwas am Thema vorbei, aber ich fand’s cool.

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