Perry Rhodan 2900 gelesen …

Perry Rhodan 2900 gelesen … und mir hat der Auftaktroman des Genesis-Zyklus gefallen.

Es fängt langsam und atmosphärisch an und steigert sich dann gemächlich zu ersten Enthüllungen, die aber noch jede Menge Spielraum für die weitere Entwicklung im Zyklus lassen.

Schön finde ich, dass einige neue, sehr sympathische und geerdete Charaktere eingeführt werden. Das diese Charaktere erstmal vorgestellt werden müssen, sollte niemanden verwundern. Dadurch untergliedert sich der Roman von Verena Themsen in eine Abfolge schöner einzelner Geschichten. Jede ist für sich alleine genommen spannend und man hätte aus jedem einzelnen Handlungsabschnitt vielleicht sogar einen eigenen Roman machen können. In Summe wäre das allerdings wahrscheinlich etwas monoton geworden und so finde ich persönlich, dass es eine gute Entscheidung war, die Vorstellung der neuen Charaktere in diesen einzelnen Roman zu packen.

Dass etwas Zeit zum letzten Zyklus vergangen ist, bemerkt man erstmal nur an der Stelle, an der Farye Sepheroa-Rhodan plötzlich Bataillionskommandantin ist. Der Kenner wird sofort anmerken, dass das die falschen Bezeichnung für eine Pilotin ist – wenn Farye nicht plötzlich bei den Raumlandetruppen wäre. Der Sprung über 29 Jahre ließ sich natürlich anhand der Beschreibung des Romans selbst berechnen, trotzdem wäre es nett gewesen, mit dem Einstreunen dieser Information in einem kurzen Nebensatz nicht bis Seite 40 zu warten. Das war es aber auch schon, was ich an diesem Roman auszusetzen habe.

Die Reportagen der Augen-Klar Reporterin ergibt einen schönen Rahmen für den Roman. Selbst die offenbar unvermeidlichen Laren fügen sich nicht zu aufdringlich in die Handlung ein – schließlich sind da ja noch ein paar offene Baustellen.

Primär geht es allerdings darum, das ein neues kosmisches Rätsel seiner Lösung harrt. ES hat eine letzte Nachricht und einen letzten guten Ratschlag hinterlassen – die Menschheit ist nun voll selbst für sich verantwortlich.

In Summe bin ich sehr angetan von dem, was ich bisher lese und freue mich auf eine bodenständige Handlung, die dennoch kosmische Größe atmen kann. Was sich auf den ersten Blick gegenseitig auszuschließen scheint kann durchaus gelingen. Bodenständige Charaktere müssen deutlich gewiefter sein, um zu überleben und härter arbeiten um ihre Ziele zu erreichen – beides sind gute Voraussetzungen für spannende und glaubwürdige Geschichten.

Und genau darum geht es bei der Serie Perry Rhodan unter dem Strich. Egal von welchem Ende der jeweiligen Ausprägung des Fandoms man kommt, zu einer wirklich guten und fesselnden Geschichte wird niemand wirklich nein sagen können – auch wenn es mal nicht genau hunterprozentig das war, was man lesen möchte.

In dem Sinne freue ich mich auf den neuen Zyklus.

Klasse!

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Perry Rhodan 2899 gelesen …

Perry Rhodan 2899 gelesen … und der Roman war besser als befürchtet – stellenweise kam sogar richtiges Lesevergnügen auf.

Nun PR 2898 hat tief gestapelt und der Gucky-Cliffhanger war unterste Schublade, besonders wenn man bedenkt wie schnell und belanglos dieser Punkt gleich auf den ersten Seiten entschärft wurde. Es ist ein tolles Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt. Ich denke, da hat Uwe Anton richtig gehandelt und recht früh für eine deutliche Entspannung der Situation gesorgt. Schließlich hatte er noch eine lange Liste mit Dingen, die unbedingt noch in diesen Roman mussten. Es war also mal wieder ein vollgestopfter Roman, bei dem es zuging wie in einem schlechten Dorftheater. Bevor sich eine wirkliche Geschichte und Handlung entwickeln konnte, gab es mehr als eine abstruse und vollkommen aus der Luft gegriffene Wendung der Dinge.

Ich fühle mich da als Leser nicht wirklich ernst genommen.

Ich werde in diesem Leben wohl kein Freund mehr mit der Art und Weise, wie die aktuellen Expokraten Christian Montillon und Wim Vandemaan einen Zyklus aufziehen. Aus den einzelnen Themen dieses Romans hätte man locker zehn Romane machen können und es wären möglicherweise sogar eine ganze Menge gute und lesbare Romane dabei herausgekommen. So überzeugten mich weder die Handlung um die Tiuphoren mit Attilar Leccore noch die Handlung auf der RAS TSCHUBAI.

Gefallen hat mir dagegen Perry Rhodans Reise ins Catiuphat und der Kampf gegen die Antenne Cadabbs, bzw. deren Basis. Hier hat sich Uwe Anton durch die Abhandlung der anderen Handlungen im Schweinsgalopp ausreichend Platz geschaffen, um hier der Handlung eine Chance zu geben. An diesen Stellen hat das Lesen dann wieder Spaß gemacht. Weniger ist manchmal einfach mehr.

Nun was ist nun mit Gucky? Im Hintergrund schwingt das Thema natürlich weiter und ganz vergessen ist es natürlich nicht. Spoilern werde ich das an dieser Stelle natürlich nicht, aber die Hypothese zum weiteren Verlauf der Handlung war richtig. Wer sich etwas mit dem Schreibhandwerk beschäftigt für den ist der Ausgang keine wirkliche Überraschung. Es war mehr als überdeutlich vorbereitet.

In Summe bin ich nicht wirklich begeistert, eher erleichtert.

Ich hoffe dieses Zyklusende-Debakel lang nur an dem Umfang von 25 Romanen, obwohl das für die Expokraten keine Überraschung gewesen sein dürfte. Ich würde mir wünschen das in Zukunft der Fokus mehr auf dem Erzählen von guten und spannenden Geschichten liegt, als auf solchen wilden Stunts wie dem angekündigten Tod der Serie. Langfristig wird das das Einzige sein, mit dem man sich die Leser erhält. Und um es mal wieder vollkommen ungehört zu sagen:

Weniger ist manchmal mehr!

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ®  sind eingetragene
 Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

 

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Perry Rhodan 2898 gelesen …

Perry Rhodan 2898 gelesen … und meine Begeisterung hält sich arg in Grenzen – um es mal diplomatisch auszudrücken.

Fangen wir mit dem Teil an, der mir gefallen hat. Uwe Anton ist ein Meister und Kenner der Kurzgeschichte, das ist ihm ungenommen und für sich alleine gesehen sind die einzelnen Episoden im Roman wirklich gut geschrieben. Wie im Roman 2897 von Michelle Stern finde ich persönlich dieses allerdings zum Zyklusende hin schlicht und ergreifend deplatziert. Mitten in einem regulären hundert Hefte Zyklus hätte man aus den einzelnen Episoden ein paar schöne Hefte machen können, hier allerdings wirkt es etwas wie Perlen vor die Säue werfen.

Soviel zum Positiven am Roman. Gleich am Anfang stelle sich mir die Frage: kann man zu spät in eine Szene einsteigen? Ja, man kann.  Für sich genommen ist der erste Satz stark und packend – wenn einem nicht ein paar Informationen fehlen würden. An dieser Stelle ist für mich persönlich der Sprung vom Ende 2897 zum Anfang 2898 zu groß. Wo sind wir zu Anfang des Romans? Die Antwort „an Board der RAS TSCHUBAI“ ist genau so richtig und sinnlos, wie die Antwort „You are in a Helicopter“ zum Piloten des sich im Nebel verirrten Hubschraubers. Die Antwort kommt, allerdings eine Szene zu spät, zu dem Zeitpunkt bin ich schon nicht mehr wohlwollend mit dem Roman, denn es wird nicht wirklich besser, eher das genaue Gegenteil.

Ja, die Konferenz der Todfeinde ist gescheitert, allerdings habe ich jetzt nicht präsent das Perry Rhodan aufgegeben hat und die RAS TSCHUBAI schon auf dem Absprung aus der Galaxis Orpleyd ist. Das hat sich in Band 2897 doch etwas anders angehört:
„So mutlos?“ Gucky zeigte den Nagezahn. „Seit wann das den Großer? Wir geben nicht auf. Schon vergessen?“
„Nein.“ Rhodan lächelte. „Wir geben nicht auf. Niemals.“
Nun denn hier ist beim Übergang von 2897 auf 2898 einiges ausgelassen worden und der Leser fällt an dieser Stelle in ein gewaltiges Schlagloch. Das war einer der grausigsten Übergänge der letzten Zeit. Wenn der Leser den letzten Roman noch mal herauskramen muss, ob er den nicht etwas Wichtiges übersehen hat, dann passt was nicht. Das war schon mal kein guter Start. Und es wird erstmal nicht besser.

Nach dem man das kleinliche Betroffenheitsgeschwafel der ersten Seiten überstanden hat, findet man sich vollkommen unvermittelt in einer scheinbar vollkommen falsch platzierten und offensichtlich in keinster Weise um Rest des Zyklus passenden Tiuphorenepisode wieder. Ich muss zugeben, ich habe das beim ersten Lesen in Stadium äußerster Gereiztheit überblättert. Im Nachlesen fand ich diesen Abschnitt der mit großem Abstand beste Teil des Romans und eines eigenen Heftchens würdig. Gerettet hat den Roman dann allerdings der darauf folgende Abschnitt des bei den Tiuphoren weilenden Attilar Leccore. Nicht dass mich dieser Handlungsstrang begeistert oder überzeugt hätte, aber der Anfang war vielversprechend und hat mich zum Weiterlesen animiert.

Aber keine Angst, es wird noch schlimmer. Zwei Dinge schlagen dem Fass dann endgültig den Boden aus:

Erstens: offenbar haben die Expotarchen vor den Mausbiber Gucky als Notstöpsel für diesen Zyklus zu benutzen. Ehrlich gesagt bin ich weit über das Stadium hinaus mich über so etwas noch aufzuregen. Gestehen wir uns ein, das Christian Montillon und Wim Vandemaan offenbar vorhaben die Serie Perry Rhodan den Garaus zu machen. Mehr fällt mir ehrlich gesagt zu dem Thema nicht mehr ein. Das ist bloßes verzweifeltes und vollkommen konzeptlose wildes Herumrühren im Topf. Nehmt der Serie ihren letzten tragenden Charakter und das war dann wirklich der Schlussstein der Serie.

Ernsthaft: Dieses Damenopfer rettet dieses nicht funktionierende Zyklusende in keinster Weise. Das ist reines Clickbait anstatt wirklichem Inhalt. Beim besten Willen, mich überzeugt das nicht.

Zweitens: Was ist der Unterschied zwischen einem „Sofortumschalter“ und einem Wendehals?

Was sich nach einem guten Anfang für einen Witz anhört, ist leider das, was aus diesem Zyklus einen Witz macht. Ehrlich gesagt habe ich Perry seinen unbedingten Willen die Entstehung einer Materiesenke zu verhindern schon nicht abgekauft, aber das plötzliche Umschwenken in diesem Zyklus lässt den Hauptcharakter nicht als quasiunsterbliches und kosmisches Wesen erscheinen. Erst Vollgas in die eine, dann Vollgas in die andere Richtung – das wirkt nicht tatkräftig, das wirkt konzeptlos.

Konnte ich beim 175-bändigen Zyklus „Das atopische Tribunal“ noch ein großes Konzept und eine Vision erkennen, so bleibt hier nur Unverständnis, wie dieser so vielversprechende Minizyklus so desaströs zu enden scheint.

Ob Uwe Anton im kommenden letzten Heft dieses Zyklus da noch was reißen kann? Ich bin da eher skeptisch – lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Hoffen wir das die Energie, die diesem Zyklusende definitiv fehlt, in den kommenden Zyklus geflossen ist. Wirkliche Lust noch mehr Perlen vor die Säue gehen zu sehen habe ich ehrlich gesagt nicht.

In Summe würde man vielleicht noch ein paar mehr positive Punkte zu dem Roman finden, aber ehrlich gesagt habe ich keine Lust noch mehr Zeit in dieses desaströse Zyklusende zu investieren. Sehen wir es positiv: Es kann im nächsten Zyklus nur noch besser werden …

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ®  sind eingetragene
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Perry Rhodan 2897 gelesen …

Perry Rhodan 2897 gelesen …  und ich hätte mir da deutlich mehr Drama und Stimmung gewünscht.

Der Roman an sich ist gut geschrieben, hätte aber von der Stimmung her eher an den Anfang eines Zyklus gepasst. Für den letzten Roman vor dem abschließenden Doppelband von Uwe Anton hätte es da deutlich mehr Aktion und Stimmung geben dürfen.

Überzeugend ist das nicht, was uns die Expotarchen da für den Abschluss des Sternengruft-Zyklus vorsetzen. Eine ziemlich spannungsbefreite Konferenz zu einem Zeitpunkt an dem sich die Ereignisse in der Galaxis Orpleyd überschlagen sollten. Der eingesickerte Teil eines Pashukan sorgt zwar für etwas Spannung, rettet die Sache aber nicht wirklich. Mich überzeugt das Konzept hier definitiv nicht. Wir hatten eine ganze Galaxis als Spielwiese und bekommen hier ein Kammerspiel vorgesetzt.

Was hätte man anders machen können oder sollen? Die Frage ist immer etwas unfair, schließlich ist es leichter etwas zu kritisieren, als selbst etwas Neues und Spannendes zu erschaffen. Eine Sache, die man definitiv hatte tun können, wäre den Schnitter schon laufen zu lassen und zwar schon von Anfang an. Das hätte diesem statischen Konstrukt Orpleyed eine ganze Menge Leben eingehaucht und deutlich mehr Stimmung und Atmosphäre verbreitet. Der Mechanische Orden und das Aggregat im Staubgürtel der Galaxis hätten dann deutlich mehr Gewicht bekommen. So waren das nur nette Episoden am Rand ohne eine wirkliche Funktion für die Galaxis und den Zyklus. Die ganze Sache wirkt nicht wirklich gut durchdacht und bis zu Ende durchkonstruiert. Es ähnelt mehr einer losen Sammlung einzelner – wenn auch guter – Ideen. Das, was fehlt, ist das gewisse Etwas, die Vision, die den Zyklus trägt. Kurz Herzblut und Spaß beim Erschaffen großer Weltenentwürfe. Es wirkt alles etwas seltsam lustlos und träge.

Michelle Stern hat einen guten Roman geschrieben, leider für die falsche Stelle im Zyklus. Als Nummer 23 in einem Zyklus von 100 Romanen wäre es genau richtig gewesen – als einer der Romane kurz vor dem Abschluss eines Zyklus fehlt mir da der Drive. Ich hoffe Uwe Anton kann da mit seinem Doppelband das Blatt noch wenden.

In Summe ein guter Roman an der falschen Stelle. Oder um es mit meinem Neffen zu sagen: Der Roman vorher war deutlich spannender.

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ®  sind eingetragene
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Welten an Drähten und wahre Namen 171, Thorsten Küpers Fantasylesung bei Roleplayern: „Blutroter Stahl“ in Amazonien

Die hervorragende Anthologie „Blutroter Stahl. Sword&Sorcery-Geschichten für brachiale Helden“ hatte ich schon rezensiert und von daher war mir die Geschichte nicht ganz unbekannt, die Thorsten Küper gestern bei den Amazonen in SL gelesen hat.

Was aber nicht heißt, dass ich mich dort gelangweilt hätte, ganz im Gegenteil! Thorsten Küper hat der Geschichte mit Können und Einsatz jede Menge Leben eingehaucht. Wer es verpasst hat, sollte sich unbedingt das kurze Lesungsvideo anschauen.

Der Ort der Lesung war dieses Mal die Rollenspiel SIM Amazonien. Ich fand die Sim sehr atmosphärisch und es gab im Anschluss an die Lesung noch eine spannende Diskussion und eine Führung über die Sim.

In Summe also ein rundherum gelungener Abend – zu Mal man mit dem freundlichen und sehr aufgeschlossenen Völkchen der Amazonen in Kontakt kam.

Klasse!

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