Welten an Drähten und wahre Namen 178, „Reiten wir“ – Die grosse Westernlesung mit Anja Bagus, Sabine Schäfers und Alex Jahnke

Bei mir gibt es aktuell etwas Rezensions- und Berichtstau, aber die große Westernlesung mit Anja Bagus, Sabine Schäfers und Alex Jahnke in Second Life konnte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Es war ein Erlebnis in Barloks wundervoller Kulisse den drei, sich aus einem Luftschiff abgeseilten Autoren zu lauschen. Wer nicht dabei war, hat definitiv etwas verpasst.

Mehr Berichte gibt es gesammelt beim Thorsten, der wieder gewohnt souverän durch den Abend führte.

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Perry Rhodan 2937 gelesen …

Perry Rhodan 2937 gelesen … und es war erschreckend, normal und bodenständig.

Was man als langjähriger Perry Rhodan Leser so als normal ansieht, ist schon erstaunlich. Die Geist-Reise der Drei von der Einsatzgruppe besteht hauptsächlich aus Rückschauen in die eigene Vergangenheit, besonders die des Münchner Ernst Ellert.

Diese Erinnerungsfetzen der drei Galaktiker lockern etwas die Lebensgeschichte des Thoogondu Khuulespiu auf, die episodenhaft von den unschuldig wirkenden Anfängen bis zum verbrechnerischen Größenwahn führen, der dann schließlich zum Zerwürfnis mit der Superintelligenz ES führt.

Das Erschreckende an dem Roman ist die Normalität und Zwangsläufigkeit mit der die ruhig dahin fließende Handlung aus einem helfenden Arzt einen Täter macht, der es bei einem hypothetischen Prozess auf die vorderen Plätze der Anklagebank geschafft hätte.

Wenn man sich selbst ehrlich fragt, an welcher Stelle man selbst diesen Weg verlassen hätte, die Antwort fällt schwer. Eines führt zum Anderen. Die Mittäter sind sympathische Wesen, denen bewusst ist, dass sie an nichts Gutem mitarbeiten, sich gegenseitig warnen, aber dennoch pflichtschuldig ihren Beitrag leisten.

Dieser Roman lehnt wohl stark an das Selbstverständnis der deutschen Nachkriegsgeschichte an. In der Form ist Wim Vandemaan ein Meisterwerk gelungen, der sich in puncto gehobener und gleichzeitig versteckter Sozialkritik nicht vor der guten SF des ehemaligen Ostblocks verstecken muss.

Es war also gleichzeitig eine meistens leichte, gut lesbare Lektüre mit einem schweren Hintergrund. An einigen Stellen wurde es dann allerdings erschütternd brutal. An den Stellen hat Wim Vandemaan dann mit einen sehr harten Kontrast gearbeitet.

Mann kann sich streiten ob nicht vielleicht etwas zu hart, aber ich finde es musste so deutlich werden um dann der folgen idyllischen Alltagswelt die unterschwellig mitschwingende Schuld mit zugeben.

Es war keine leichte Lektüre, aber eine die ich sehr genossen habe und die mich nachdenklich zurücklässt.

Ein über Roman, der weit über das hinausgeht, was man als belanglose Heftchenserie abtun könnte.

Ein Meisterwerk.

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ® sind eingetragene
Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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Perry Rhodan 2936 gelesen …

Perry Rhodan 2936 gelesen … und es war Liebe, die sich etwas geziert hat.

Wim Vandemann ist in diesem Roman etwas die Quadratur des Kreises gelungen. Erstaunlich wie spannend und mitreißend ein Roman sein kann, der dermaßen verträumt und philosophisch ist.

Der Roman beginnt als Naturdokumentation, die mich wehmütig an die Heinz Sielmann Tierfilme meiner Jugend denken lassen. Farbenprächtige und sprachgewaltige Beschreibungen erzeugen eine dichte und tragende Atmosphäre, die einen in die Geschichte, den Roman hineinziehen. An manchen Stellen geht es ab und zu mit Wim Vandemaan durch, da erfordern die Sprachkunstwerke dann einen Moment des Innehaltens und Bewunderns. Spöttische Kritiker mögen selbiges dann schnell in die Ecke Geschwubbel stecken, aber das Faktum, das an diesen Stellen der Lesefluss ins zeitlupenartige übergeht, lässt sich leider nicht leugnen.

Aber die Mühen lohnen sich und der Leser wird mit einem sehr guten Roman belohnt, der die aktuelle Serienhandlung auf einen kommenden Höhepunkt zutreibt. Ganz sind wir noch nicht da, aber ich fiebere an dieser Stelle dem Folgeroman aus Wim Vandemanns Feder entgegen. Es steht das Versprechen der Lösung es ersten großen Zyklusrätsels im Raum und ich erhoffe mir, das sich ein großes Tor in die Vergangenheit der Milchstraßengeschichte öffnen wird.

Nachdem ich nun Roman und Autor ausgiebig gelobt habe, habe ich aber noch einen Aspekt, der mir an dem Roman stört. Es ist nicht gut, wenn sich der Leser die Frage stellen muss, warum ein 100 Meter durchmessendes gewaltiges Lebewesen ohne erkennbaren Grund in die nächste Kleingalaxis mitgeschleppt wird. Möglicherweise wurde diese Frage vor zig Wochen oder gar Monaten in einem Nebensatz beantwortet. Aber ich sehe es nicht ein, warum ich meinen Lesefluss unterbrechen sollte, um auf der Suche nach der Antwort stundenlang in der Wikipedia und meiner eigenen Heftesammlung zu versumpfen, anstatt den Roman der Woche weiterzulesen.

Warum der Autor und Expokrat Wim Vandemaan einen Dolan mitnimmt, kann ich sehr gut nachvollziehen – schließlich sind organische Raumschiffe konzeptionell hochgradig spannend und wenn etwas Sense-of-Wonder bieten dann sind das genau solche Exoten. Für den Leser ist aber nicht die Frage wichtig, warum der Autor etwas tut, sondern warum handeln die Figuren so, wie sie handeln.

Mir fehlt da einfach der handlungsbezogene Grund. Damit der Dolan mehr als eine – mir zwar sehr sympathische – Marotte ist, hätte er eine Funktion erfüllen müssen, die nicht durch eines der vorhanden konventionellen Schiffe abgedeckt werden können. Mit etwas Mühe lassen sich auch einem konventionellen Schiff einiges an Charme und Flair abgewinnen – dafür sollte man aber tiefer in solch ein Konstrukt abtauchen, als bei einem Toster oder Computer auf den An-Knopf zudrücken. An der Stelle gab es schon hoffnungsvolle Zeichen, aber die Regel im Autorenteam ist das leider noch nicht geworden.

In Summe hat mich der Roman bis auf den einen angesprochenen Schwachpunkt aber vollkommen überzeugt und ich fiebere dem nächsten Perry entgegen.

Und genauso soll das sein!

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ® sind eingetragene
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Perry Rhodan 2935 gelesen …

Perry Rhodan 2935 gelesen … und es war nicht ganz das, was auf dem Titelbild versprochen wurde – aber durchaus unterhaltsam.

Die eigentlich versprochene Handlung um die Nachtherolde fiel etwas kurz und knapp aus, ich hätte mir da mehr versprochen. Wie im Band vorher beschäftigen sich die Galaktiker mehr mich sich selbst und ihrem Gefangenen als mit ihrer Umwelt. Anders als im Vorgänger, ergab das aber durch aus mehr Sinn. Entweder habe ich mich an die starke Selbstreflexion gewöhnt oder es lag daran, das deutlich mehr passiert ist.

Der titelgebende Nachtherold kommt zwar im Roman vor – es stellt sich aber erst zum Schluss heraus, dass er der Nachtherold ist. Von der Mehrzahl Nachtherolde sind wir da aber weit entfernt. Es scheint fast so als ob sich der Autor Christian Montillon da nicht so ganz an die Vorgaben des Exposé-Autors Christian Montillon gehalten hat.

Das Grundthema Herrschaft durch Manipulation von Informationen und Gesellschaften war durch aus präsent, aber so ganz springt bei mir der Funke nicht über. War der vorhergehende Roman durchaus noch mit einigem Flair des Planeten und der darauf lebenden Gesellschaft spürbar, so glitt dieser Roman von einem Kammerspiel in kammerspielartige Action über.

Und das wahrscheinlich auch nur, weil es denn zum guten Schluss noch mit über die Bühne musste.

Vergessen wir das versprochene Thema mal und wenden uns dem zu, was wir bekommen haben zu, so war das doch durchaus unterhaltsam. Lua Virtanen und Vogel Ziellos sind ein gutes Team, wobei besonders Vogel Ziellos sich als würdiger Schüler seines Mentors Atlan erweist. Fast scheint es, als ob der Geist Ronald Tekeners wieder gekehrt wäre. Eine frische Figur mit Ecken und Kanten macht sich durchaus gut in der Serie, auch wenn der geteilte Zellaktivator doch auf dauer etwas ermüdend offensichtliche Handlungselemente beisteuert.

In Summe war der Roman durchaus unterhalten und lesbar, offenbart aber wieder die bekannte Schwäche der Handlung seit Roman 2700: Es gibt zu konkurrierende Baustellen.

Das Thema Verhör und Gefangennahme des Observanten Kluutrud wäre mit seinen Randfiguren ein eigens Thema gewesen und hätte durchaus für einen eigenen geschlossenen Roman getaugt. Das zweite und – wenn man sich auf den Titel bezieht – eigentliche Thema, das der Nachtherolde, ging mangels Platz und Präsents im Roman vollkommen unter. Vom Holter-die-Polter um das „Lügengespinst“ fangen wir erst gar nicht an.

In Summe macht das den Eindruck eines guten ersten Entwurfs, den nochmalige Straffung und Priorisierung nicht geschadet hätten. Kurz mehr Zeit in der Konzeption des übergeordneten Handlungsfadens – und der Mut für die Handlung Überflüssiges zu streichen.

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Welten an Drähten und wahre Namen 177, Thorsten Küper ist „Der Mann mit der Zigarre“

Am Samstag habe ich es dann doch noch geschafft mir das neue Komedy-Programm von Thorsten Küper „Der Mann mit der Zigarre“ in Joeys Cafe zu Gemüte zu führen.

Nach ein paar Teleports mehr als gewohnt, langte ich dann auch gleich in einem sehr stilvoll eingrichtetem Klassenzimmer, samt Moderatorin im Schulmädchen-Uniform. Ganz wuschig von dem Anblick gab es erstmal Zigarre vom Meister selbst, der sich und seinen Job parodierte.

Fast noch intersanter fand ich allerdings die Erklärungen anschließend wie der Schulalltag wirklich aussieht. Das war deutlich differenzierter – vielleicht lassen sich die leiseren Töne ja weiter ausbauen, die Geschichte muss ja nicht unbedingt Comedy werden – hat aber Potenzial … Ich befürchte aber darauf werde ich wohl bis zu Thorstens Pensionierung warten müssen 😉

 

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