Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Horst-Dieter Radke

Heute in Interview: Horst-Dieter Radke.

Wer beim der letzten Lesung von Monika Detering und Horst-Dieter Radke auf dem FDL 2013 mit dabei war, wird bestätigen können das einen hier authentische und atmosphärisch dichte Krimis aus der Nachkriegszeit erwarten. Nichts für schwache Nerven, denn es geht hier um Mord!

Live kann man Horst-Dieter Radke am 10.05.2014 um 21 Uhr im Kafé Krümelkram erleben.

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum organisiert ihr das / warum nimmst du teil?

HDR: Ich nehme teil, weil ich gefragt wurde und weil ich spontan, die Idee so etwas zu veranstalten, klasse finde. Ich werde auch die anderen Beiträge anhören, soweit mir das zeitlich möglich ist.

H: Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.

HDR: Ich sehe das Medium E-Book als Erweiterung und Ergänzung des Lesens zum klassischen Papierbuch. Das möglicherweise das E-Book das Papierbuch irgendwann einmal ablösen könnte interessiert mich nicht. Euphoriker, die laut tönen, dass eine neue Zeit angebrochen ist und jeder mit Papierbuch zum alten Eisen gehört, ignoriere ich inzwischen. Dazu steckt das E-Book einfach noch in den Kinderschuhen und hat noch einen weiten Weg vor sich. Aber ich nutze das E-Book schon lange, habe selbst bereits ab 2006 an der Realisierung eines E-Book-Portals mitgearbeitet und werde die Entwicklung auch weiterhin positiv begleiten.

Das E-Book bietet darüber hinaus den Selfpublishern neue und gute Möglichkeiten. Selbst wenn man die ganzen Schattenseiten des Selfpublishing mit berücksichtigt, bleibt dies ein positives Argument. Sorgen macht mir allerdings, dass viele sich ausschließlich auf Amazon konzentrieren. Es ist richtig, dass dies momentan die einfachste Möglichkeit ist, sein E-Book zu publizieren und Leser zu finden, es ist aber auch ein Spiel mit dem Feuer. Mit Monopolisten ist nicht gut Kirschen essen, wenn diese ihr Ziel – das Monopol – erst einmal erreicht haben. Noch ist es bei uns gottseidank nicht so weit und ich hoffe, dass bei vielen genug Einsicht da ist, auch andere Publikationswege für die E-Books zu nutzen und zu stärken.

H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?

HDR: Ich sehe SL nicht als eine „andere Welt“ sondern als Medium, das ich ausschließlich von der realen Welt aus benutzen kann. Aus dieser Sicht ist es aber interessant. Die Möglichkeit der Kulissengestaltung folgt anderen Gesetzen und hat andere Grenzen als beispielsweise die Kulisse bei einer realen Lesung. Meine erste Lesung im SL bin ich mit einer gehörigen Skepsis angegangen. Ich fand das Erlebnis und das Ergebnis aber ausgesprochen gut und freue mich auf weitere Gelegenheiten.

H: Was liest du auf den Ebook-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?

HDR: Ich werde aus meinem Krimi „Normale Verhältnisse“, den es ausschließlich als E-Book gibt (bei dotbooks, München), lesen. Außerdem lese ich eine abgeschlossene Kurzgeschichte aus der Reihe Puff & Poggel. Dabei handelt es sich um Krimis, die in den 50er Jahren im Ruhrgebiet spielen und die ich zusammen mit meiner Kollegin Monika Detering schreibe. Die Bücher und E-Books erscheinen im Sutton-Verlag. Neben den Romanen schreiben wir auch Kurzgeschichten um den Kommissar Alfred Poggel und seine Zimmervermieterin Anna Puff. Diese meist im Alleingang (also für jede Kurzgeschichte ist ein Autor verantwortlich). Eine erste Sammlung dieser Kurzgeschichten erschien ebenfalls bei Sutton, allerdings ausschließlich als E-Book. Daraus lese ich eine. Eine zweite Puff+Poggel-Kurzgeschichtensammlung wird demnächst erscheinen. Damit versuchen wir uns dann voraussichtlich aber als Selfpublisher.

Ich habe inzwischen schon eine ganze Reihe Lesungen in der realen Welt hinter mir (und auch noch vor mir). Selbstverständlich gehört die Aufregung dazu und auch die spontane innere Frage kurz vorher: „Warum hast du Idiot dich bloß auf so etwas eingelassen?“. Lampenfieber – na klar. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass dies im Rahmen bleibt, wenn man sich gut vorbereitet. Und wenn dann die Lesung begonnen hat, sind Aufregung und Lampenfieber schlagartig weg. Dafür folgt nach Abschluss der Lesung schlagartig das Gefühl: „Mist, das hast du jetzt total verhauen.“

H: Eine Frage hätte ich noch zu den 50er Jahre Krimis. Recherchierst du/ihr da viel? Und wenn ja wie?

HDR: Ja, zu den 50er Jahre Krimis recherchieren wir viel. Aus der eigenen Erinnerung habe ich nur ein schwaches Bild der 50er (ich bin Jahrgang 1953) aber es ist doch eines da. Monika ist ein bisschen älter und hat es sogar deutlicher.

Um aber zeitgerechte Beschreibungen zu bekommen, müssen wir recherchieren. Wir beschaffen uns Einblick in alte Zeitungen, besorgen uns aus Archiven alte Bilder und versuchen, so weit als möglich noch Zeitzeugen zu befragen. Schwierig sind manchmal die realen Verhältnisse zu ermitteln. Als wir die Straße für das Polizeirevier in Mülheim suchten, meldete uns die (heute) zuständige Pressestelle der Polizei in Essen, das könne man nicht mehr feststellen. Ich habe dann den Kollegen Ulrich Hefner, der bei der Polizei in Tauberbischofsheim arbeitet um Hilfe gebeten und der hat über den „kleinen Dienstweg“ Kollegen in NRW gefragt und wenige Tage später hatten wir die Adresse und sogar Fotos. Zur näheren Bestimmung des Tatorts für den zweiten Band (Endstation Heissen) hat uns der Herr Schimanski vom Katasteramt in Mülheim geholfen.

Trotz aller Recherche muss man aber davon ausgehen, das noch Fehler im Detail vorkommen können. Wir finden das aber in Ordnung, weil wir ja Belletristik schreiben und keine Sachbücher. Unser Ziel ist es, die Entwicklung und die Veränderungen in der Bundesrepublik von der direkten Nachkriegszeit bis zum Ende der 60er Jahre zu zeigen. Das ist uns sogar wichtiger als die Kriminalfälle, wobei wir die allerdings nicht vernachlässigen. Für den ersten Mord haben wir einen realen Mord ausgesucht, der allerdings etwas später und mit einem anderen Täter stattfand.

Horst-Dieter

[Quelle Kueperpunk BB E-Book Event 2014]

zu den anderen Interviews

Veröffentlicht unter Alternative Welten, Interview, Lesung/Literarisch, Virtuelle Welten | Kommentare deaktiviert für Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Horst-Dieter Radke

Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Marcus R. Gilman

Heute im Interview: Marcus R. Gilman.

Den Steampunk-Fans muss man Marcus Rauchfuss a.k.a Marcus R. Gilman wahrscheinlich nicht vorstellen. Er ist ein langjähriger Zeppelin-Begeisterter und im Bereich Steampunk vor allem international aktiv.

So gibt er  am 17.05.2014 ab 23 Uhr mit seiner englisch sprachigen Lesung dem BB E-Book Event bei den Meisterbastlern einen internationalen Anstrich. Und das dann noch mit einer sehr japanischen Literaturfrom – dem Haiku. Das sollte man sich nicht entgehen lassen …

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum nimmst du teil?

MRG: Das BB E-Book Event ist für mich persönlich eine Gelegenheit, das Werk anderer Autoren in einem verbindenden Kontext mitzubekommen. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum das BB E-Book Event 2014 organisiert wird; es ist so etwas wie eine Mini-Online-Buchmesse, die Autoren ganz unterschiedlicher Genres die Möglichkeit gibt, ihr Werk zu präsentieren.

Ich persönlich nehme Teil, wie gesagt, um mir die Arbeit anderer Autoren anzusehen und anzuhören, in passendem Ambiente und obendrein virtuell und um mein eigenes Buch vorzustellen.

H: Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.

MRG: Es macht für mich relativ wenig Unterschied, ob ich ein E-Book per Kindle oder ein normales Buch lese. Bei Sachbücher, gerade Fachliteratur, bevorzuge ich (noch) reale Bücher, da ich da schneller bin, Dinge zu finden und mich über Lesezeichen zu orientieren als im Kindle.

Bei Romanen bevorzuge ich inzwischen den Kindle, einfach, weil er leicht und platzsparend ist und so viel drauf passt.
Philosophisch gesehen gibt es eigentlich nur eine klasse Buch, die ich nicht auf den Kindle packen würde: Folianten und Chroniken die im Original auf Pergament geschrieben wurden.

Was das Kommerzielle angeht: Ebooks sind natürlich ideal für Hobbyautoren, da man nur Zeit investieren muss und inzwischen kostenfrei selbst veröffentlichen kann. Man kann also an Verlagen vorbei, wenn man keinen findet oder die Konditionen nicht in Ordnung sind. Außerdem hebelt man so ganz wunderbar die Zuzahlungs-Aasgeier (ich will sie nicht als Verlage bezeichnen) aus.

H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?

MRG: Da ich ein Befürworter von Virtual Reality und deren breiter Nutzung bin, begeistert mich Second Life sehr. Es ist ein Medium, in dem man sich weltweit und unabhängig von Grenzen treffen kann. Außerdem ist SL nicht so abstrakt wie ein Chat Room in dem man seinen gegenüber nicht sieht. Die Möglichkeit, sehr personalisierte Avatare und phantastische Settings zu konstruieren und damit eine passende Atmosphäre für jede Gelegenheit zu schaffen, erhöht die Attraktivität von SL als Medium.

H: Was liest du auf den Ebook-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?

MRG: Urban Haiku – Poetry for the Metroplex, eine Sammlung von Haikus mit modernen Themen (Leben in der Großstadt, Cyberspace, diverse Geek Themen). Alle Haikus sind auf Englisch verfasst, da fällt mir das Haiku schreiben einfach leichter.

Aufgeregt bin ich bis jetzt nicht, ich habe vor ca. einem Jahr eine Lesung für Kurz & Geek – Steampunk in SL gehalten und die lief sehr gut, also habe ich keinen Grund, etwas zu befürchten.

10259497_10203824461634071_884719341_n

[Quelle Thorsten Küper – Kueperpunk BB eBook Event]

zu den anderen Interviews

Veröffentlicht unter Alternative Welten, Interview, Lesung/Literarisch, Virtuelle Welten | Kommentare deaktiviert für Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Marcus R. Gilman

Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Guido Seifert

Heute im Interview: Guido Seifert.

Gut Ding will Weite haben. Um etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern: Der Tag, an dem ich dieses Interview zum Veröffentlichen fertig schreibe, fing mit einem etwas größerem Aufreger an: „Du Markus, XY hat meines Wissens niemals in Nova veröffentlicht – Nicht sein Genre…“. Da ging der Blutdruck kurzfristig doch etwas in die Höhe – kein Kaffee könnte so wach machen, wie der eisige Schauer, der mir über den Rücken lief, als mir klar wurde: der aufmerksame Leser hat recht – oh Sch….!

Um so erfreulicher die Antworten – fast schon unerwartet – von jemandem zu bekommen, der wirklich in Nova veröffentlicht hat. Ein schöner Ausklang des Tages!

Wenn man das Interview liest wird man feststellen, das der Satz „Gut Ding will Weile haben“ seine Berechtigung hat – hier ist jemand, der viel Zeit und Mühe investiert, damit am Ende was Gutes dabei heraus kommt.

Am 11.05.2014 um 20:00 sollte man sich dann in Michael Iwoleits World Culture Hub selbst davon überzeugen!

– Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum organisiert ihr das / warum nimmst du teil?

Mit der Organisation habe ich nun gar nichts zu tun – Thorsten Küper aka Kueperpunk Kohonen war so freundlich, mich als virtuellen Rhapsoden einzuladen. Ich befinde mich ein wenig in der Verlegenheit, gar nicht so recht etwas zum BB E-Book Event sagen zu können, denn ich bin schlicht ein Neuling im Second Life. Die Idee einer virtuellen Lesung finde ich aber reizvoll – lustigerweise habe ich als Science-Fiction-Autor recht häufig mit virtuellen Welten zu tun, während ich dagegen kaum Erfahrung mit *tatsächlich* existierenden virtuellen Welten habe. Mit meiner Lesung werde ich mein Versäumnis vielleicht ein wenig korrigieren können.

– Wie siehst du das Medium E-Book im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, philosophisch aber auch kommerziell.

Eine philosophische Position zum Medium E-Book habe ich nicht – und frage mich gerade, wie denn eine solche aussehen könnte . Eine kommerzielle Beurteilung traue ich mir nicht zu, da ich weder aktuelle  Wirtschaftsdaten noch Entwicklungslinien kenne. Persönlich aber schätze ich das E-Book immer mehr – aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Da ist einmal das E-Book als Arbeitsmedium des Autors. Ich muss gestehen, dass ich ein beinahe schon besessener Material-Sammler bin – wissend, dass ich immer mehr Material herbeischaufeln werde, als ich nutzen könnte . Ich arbeite mit einer Anzahl von Datenbanken, eigentlich lokalen Wikis (der Software WikidPad, um noch genauer zu sein), und diese wollen gefüllt werden. In meiner Science&Fiction-Wiki beispielsweise sind zu den verschiedensten Themen und Gegenständen ganze Passagen aus den Romanen etlicher Science-Fiction-Autoren anzutreffen (dies weniger, um die geschätzten Herren und Damen zu beklauen, sondern eher, um mir Inspiration zu verschaffen und mir bewusst zu halten, wie’s die »Anderen« denn gemacht haben). Um diese Texte nun in den Computer zu bekommen, wäre der »klassische« Weg via Scanner und OCR zu aufwendig und nur in wenigen Fällen zu rechtfertigen – würde ich ausschließlich auf diese Methode angewiesen sein, bliebe es wohl bei Verweisen auf Buch und Seite, wobei ich den daraus sich ergebenden anderweitigen Nutzen, nämlich das Autoren-Gesäß des Öfteren aus dem Autoren-Sessel hieven zu müssen, gar nicht leugnen will. Das E-Book nun gestattet mir, die begehrten Passagen in Sekundenschnelle zu markieren und in eine Textdatei zu überführen, die flott auf dem PC geöffnet ist und datenbanktechnisch weiterverarbeitet werden kann. Wie gesagt – am Ende mehr Material, als zu bewältigen ist, aber die Augen des Datensammlers leuchten, was nicht das kleinste Glück ist.

Einen weiteren großen Vorteil bieten Ebook-Reader bei der Lektüre fremdsprachlicher Texte. Die ladbaren Wörterbücher sind nur einen Fingertipp entfernt, und wenn man die gewählte Fremdsprache nicht geradezu perfekt beherrscht, wird man auf diese komfortable und das flüssige Lesen kaum hemmende Methode kaum mehr verzichten wollen. In meinem Fall sind es in der Hauptsache englischsprachige Texte, die ich mir in dieser Weise recht bequem erschließe, mit der hübschen Nebenwirkung, dass die passive Sprachkompetenz peu à peu wächst. Die zum Teil ziemlich gräußlichen Übertragungen angloamerikanischer SF-Romane ins Deutsche lassen mich mehr und mehr auf die originalsprachlichen Texte zurückgreifen.

Was ich schließlich noch an Ebooks schätze, ist die frei wählbare Schriftgröße, welche die Reader bieten. Mir sind die Schrifttypen in Print-Büchern oftmals zu klein. Diese freie Formatierbarkeit hat allerdings auch einen Nachteil (der in Zukunft vielleicht behoben werden wird): Der Satzspiegel sieht oftmals arg zerhackt aus, da die Software -zumindest bei meinem Reader – die Worttrennung nicht beherrscht und aus diesem Grunde ab und an den Blocksatz aufgibt, wohl, um das Schriftbild nicht *noch* unansehnlicher zu machen.

Nun liebe ich durchaus auch schön gemachte Print-Bücher, mit festem Einband und – wichig! – Fadenheftung. Stelle ich mir aber einen sowohl großen als auch leichten Tablet-Reader mit gestochen scharfem, augenfreundlichen Farbdisplay vor, der mir die Initialen einer Luther-Bibel bunt ins Auge spielt oder die Seiten eines Mehrspaltenromans von Arno Schmidt perfekt reproduziert, könnte ich wohl auch zum Ketzer werden … zumal ich weder Staub noch Staubwischen mag (ich sage dies hinter vorgehaltener Hand, denn meine mehreren tausend Bücher in ihren Billy-Behausungen dürfen’s nicht hören).

– Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?

Wie gesagt – ich bin ein Frischling im SL, und die meine Lesung ausstaffierenden Kulissen kenne ich noch gar nicht. Augenblicklich sage ich mir eher Dinge wie: Vergiss nicht rauszukriegen, wie man einen Avatar sich setzen lässt – ich will nicht die ganze Zeit stehen!

– Was liest du auf den Ebook-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?

Augenblicklich bin ich völlig gelassen. Wenn’s dann aber so weit ist, werde ich sicherlich Lampenfieber bekommen. Ich habe in meinem Leben erst zwei Lesungen abgehalten, eine im halböffentlichen und eine im privaten Rahmen. Ich bin also alles andere als ein Routinier in diesen Dingen, und ein wenig Herzklopfen wird mir wohl nicht erspart bleiben.

Lesen werde ich meine nicht ganz so kurze Kurzgeschichte »Die silberne Dose No 2«, die in der aktuellen Ausgabe des Science-Fiction-Magazins NOVA (Nr. 22) erschienen ist. Eine recht eigenwillige Form des Second Life wird hierin übrigens eine nicht kleine Rolle spielen.

GuidoSeifert

[Quelle Thorsten Küper – Kueperpunk BB eBook Event]

zu den anderen Interviews

Veröffentlicht unter Alternative Welten, Interview, Lesung/Literarisch, Virtuelle Welten | Kommentare deaktiviert für Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Guido Seifert

Welten an Drähten und wahre Namen 62 – erste Experimente mit Video in/aus SL

Hier sind die ersten Experimente mit Video-Capturing aus SL heraus.

Ein kleiner Rundgang durch die Hünen-Sphäre und den Garten darunter. Vielleicht etwas wackelig, also Leute mit Motion-Sickness sollten vielleicht die Sache mit Vorsicht genießen …

Veröffentlicht unter Allgemein, Hydorgols Welten, Technisches, Virtuelle Welten | Kommentare deaktiviert für Welten an Drähten und wahre Namen 62 – erste Experimente mit Video in/aus SL

Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Oliver Susami

Heute im Interview: Oliver Susami.

Thorsten Küper ist es wieder gelungen einen neuen Autor nach Second Life zu locken. Oliver Susami scheint dem Paranormalen sehr aufgeschlossen und so war der Schritt in die Welten der Metaversen dann doch kein allzu erschreckender – oder es wird dann erst so richtig gruselig …

Live kann man Oliver Susami am 25. April um 21 Uhr im Kafe Krümelkram erleben, wo er das BB E-Book Event dann auch eröffnet.

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum nimmst du teil?

OS: Für mich ist die Teilnahme an so einem Event eine völlig neue Erfahrung. Als mich Thorsten Küper vor einigen Wochen fragte, ob ich eine virtuelle Lesung in Second Life halten würde, da war meine erste Reaktion: „Hä? Second Life? Gibt es das noch?“ Meine zweite Reaktion war dann: „Okay, warum nicht? Könnte interessant werden“ Viel nachgedacht habe ich ehrlich gesagt nicht, bevor ich zugesagt habe.

H: Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.

OS: Mein Hauptproblem mit dem Ebook ist, dass ich gerne in der Badewanne lese und dazu neige, beim Lesen etwas langatmiger Passagen in eine Art Halbschlaf zu verfallen. Meine Freundin macht sich Sorgen, dass ich irgendwann in der Badewanne ertrinke und ich kann ihr noch so oft erklären, dass dies schon aufgrund meiner Körperbaus (ich bin 1,88) fast nicht möglich ist.

Das Problem ist ein anderes: In meinen Halbschlafphasen kommt es zu einem langsamen Herabsinken des Buches bzw. des Readers in das Badewasser. Beim Buch ist das nur ärgerlich, beim Reader ist es scheiße.

Abseits dieses Problems: Ich denke, dass Ebooks das Papierbuch nicht ablösen werden, beide Medien haben eigene Qualitäten. Bei Büchern, die ich wirklich liebe, ist es mir wichtig, sie „greifbar“ im Regal stehen zu haben. Bücher allerdings, von denen ich weiß, dass ich sie nur einmal zur Unterhaltung lesen werde, lese ich eher in digitaler Form. Das spart Platz und Papier.

Und seien wir doch mal ehrlich: Die Werke, die den Ebook-Markt prägen, sind größtenteils trivale Unterhaltungsliteratur. Das muss man sich nicht ins Regal stellen und dafür müssen auch nicht unbedingt Ressourcen verbraucht werden.

H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?

OS: Wie gesagt: Ich wusste bis vor einigen Wochen nicht einmal, dass es Second Life noch gibt (sorry). Ich selbst war auch noch nie in Second Life unterwegs, kriegte nur diesen Hype vor einigen Jahren mit. Allerdings habe ich keine Vorbehalte gegenüber virtuellen Welten. Wer diese der realen Welt vorzieht – gerne, warum nicht.

Grundsätzlich denke ich, dass virtuelle Welten in den nächsten Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen werden, ich kann mir sogar vorstellen, dass Menschen irgendwann komplett in virtuellen Welten leben werden, während ihre realen Körper von Pflegediensten betreut werden. Wurde garantiert schon von irgendwelchen Science Fiction-Autoren so beschrieben. Falls nicht: Hiermit reserviere ich dieses Thema für ein kommendes Buch!

H: Was liest du auf den Ebook-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?

OS: Ja, ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Aber ich schenke meiner Aufregung nicht zu viel Beachtung und lasse das einfach auf mich zukommen. Bei Vorträgen bin ich immer aufgeregt, aber wenn ich erst einmal angefangen habe, dann läuft es meist ganz gut.

Ich werde einen Abschnitt aus meinem letzten Buch „Vierter Stock Herbsthaus“ lesen. Außerdem vielleicht eine noch nicht veröffentlichte Kurzgeschichte, ich finde es immer schön, etwas „Ganzes“ lesen zu können. Aber das muss noch mit den Organisatoren abgeklärt werden.

OliverSusami

[Quelle Thorsten Küper – Kueperpunk BB eBook Event]

zu den anderen Interviews

Veröffentlicht unter Alternative Welten, Interview, Lesung/Literarisch, Virtuelle Welten | Kommentare deaktiviert für Der BB Ebook-Event Countdown 2014 – Oliver Susami