Schreiben ist Schreiben: Hydorgol – Inquisition

So, es ist vollbracht. Ich habe den Knopf zu Veröffentlichen bei KDP auf der Amazon Webseite gedrückt.

Der zweite Band aus der Hydorgol Reihe „Hydorgol – Inquisition“ ist online.

Das ging jetzt erschreckend einfach. Gut, nicht das ich nicht zu dem Thema ausführlich recheriert hätte, aber zum Schluss war es doch erstaunlich einfach.

Also wer möchte mal einen Blick in das Buch werfen? Hier gehts lang …

Viel Spaß und der Autor freut sich über Feedback 🙂

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Welten an Drähten und wahre Namen 119, Die Villa – Der Angriff des 30 Meter Nerds

Normalerweise schreibe ich meine Berichte ja etwas schneller, aber die Villa, die den Rahmen für Thorsten Küpers Comedy-Abend »Der Angriff des 30 Meter Nerds« gab, bietet da doch noch einiges, was man sich mal in Ruhe ansehen sollte. Mit viel Liebe zum Detail und einem erlesenen Geschmack wurde hier eine Umgebung geschaffen, in der man sich in der virtuellen Welt doch fast heimisch fühlen kann. Und dann gab es da natürlich auch, noch was zusehen, dass man sich nicht oft genug ansehen kann: Sina Souzas Bilder.

So aber nun genug von der Location geschwärmt, gestern gab es schließlich noch ein Ereignis, das den Anlass für diesen Beitrag bot: Der NERD ist wieder da. Und wer könnte das anderes sein als Kueperpunk Korhonen, alias Thorsten Küper?

Wie gewohnt pointiert und mit spitzer Zunge – äh ne kann ich das nach dem gestrigen Abend jetzt noch so schreiben? Da gingen einem viele Bilder durch den Kopf, wenn Thorsten einem da so en détail ausmahlt, was da die Selfpublischer-Scene da an facettenreicher Varianz zu bieten hat.  Ich sag nur Dino-Erotik war gestern, da geht noch mehr …

Die Frage, die an dem Abend beschäftigt hat, war: Wie kriege ich diese Bilder jetzt wieder aus meinem Kopf. Na, Lachen hilft und da war man gestern bei Thorsten definitiv an der richtigen Adresse …

Gerne wieder und werfen Sie ruhig noch einen Blick auf die Villa und Sina Souzas Ausstellung dort, ich denke mal die Bilder stehen dort noch einen Moment.

Fast hätte ich es vergessen, BukToms Blog war mal wieder schneller 😉 Dort gibt es noch einige Bilder mehr zu sehen.

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Schreiben ist Schreiben … Krisis.

Der letzte »Scheiben ist Schreiben« Betrag liegt nun schon eine ganze Weile zurück. Warum, schreibe ich nicht mehr? Die ehrliche Antwort ist, besser war, ja.

Jawoll, eine Schreibblockade. Zumindest was das die eigenen Schreibprojekte anging. Monatelang keine neue Zeile in der aktuellen Rohfassung geschrieben. Bloggen ging ohne Probleme, ebenso wie der wöchentliche Kommentar zur geliebten Heftserie im meist frequentierten sozialen Netzwerk.

Eine Krise, ausgelößt duch eine andere Krise. Nun diese ist überstanden, wenn auch nicht so, wie ich mir das erhofft hätte. Nun es geht in die absehbare nächste Krise, aber im Moment ist der Kopf wieder halbwegs frei. Zeit sich in die eigenen, brachliegenden Projekte zustürzen. Es gibt noch einen neuen Roman zu veröffentlichen, einen alten zu überarbeiten und einen neuen zu schreiben. Und ganz zu schweigen von noch ein paar anderen noch wichtigen Dingen. Gibt es sowas? Aber, Hallo! Wie soll man das bloß bewältigen? Die einfache Antwort ist wohl, anfangen, dranbleiben und zu guter Letzt, fertig zu stellen.

Nun das hört sich einfach an, aber in der Praxis tauchen dann wieder ein paar Dinge auf die die Theorie so nicht vorgesehen hat. Meistens ist das Leben komplizierter als man selbst denkt. Oder sich selbst macht. Nun zu dem Punkt kommt noch was, aber später, das kann noch etwas dauern.

So die Krise, der Schriftsteller (oder der es gerne werden möchte) kennt sie – die Charaktere der eigenen Geschichte atmen und leben sie. Nicht nur das – ohne Krise wären die Charaktere langweilig und die Geschichte bedeutungslos.

Nicht umsonst lauten die drei goldenen Regel für Spannung:

1. Konflikt
2. Konflikt
3. Konflikt

Der Held wächst oder bricht an den Konflikten und derem Höhepunkt(en), der Krise(n). Das der Held leidet und verzweifelt, weckt das Mitgefühl des Lesers. Wer hat sich nicht selbst ertappt in dieser dunkelsten Stunde des Protagonisten an einem Schräubchen, wenn nicht sogar am großen Rad, der Welt des Protagonisten drehen zu wollen?

Nun wie kommen wir nun von dieser Situation aus dem Sumpf? Wie Münchhausen, in dem der Held sich an seinem eigene Schopf aus dem Sumpf zieht? Vielleicht, warum nicht? Es wäre eine Möglichkeit und ich maße mir hier nicht an der Weisheit letzten Schluss zu kennen.
Eine andere, meiner Meinung nach bessere Möglichkeit ist es den Standpunkt von Archimedes einzunehmen: »Man gebe mir einen festen Punkt und ich hebe euch die Welt aus den Angeln.«

Klingt arrogant, ist es bei näherer Betrachtung aber nicht. Wo es keinen Ansatzpunkt gibt, kann man nichts bewegen, findet der Protagonist dagegen einen Ansatzpunkt, dann kann er sich von hieraus aus dem Schlamassel herausarbeiten.

Nun, wie heist es so schön: wer suchet, der findet. Und wenn es nur Ostereier sind 😉

In dem Sinne, frohes Osterfest.

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Schreiben an Drähten – “Cechov-Gate” – „Viel Ärger um Nichts“

Nach gestriger Diskussion über meinen letzten Beitrag zum „Cechov-Gate“ habe ich mir die beiden noch nicht gelesenen Kurzgeschichten und natürlich den Cechov noch mal zur Brust genommen.

Im Nachhinein hat die ganze Sache etwas von Shakespeares „Viel Ärger um Nichts“. Viel Aufregung, wo keine hätte sein müssen.

Guy de Maupassant “The Necklace” (1884, “Das Halsband”)
http://www.eastoftheweb.com/short-stories/UBooks/Neck.shtml

Eine erfrischend klare Geschichte. Sehr gradlinig und präzise auf den Punkt. Die Geschichte um das geliehene teuere Statussymbol, und den Preis, den man für einen schönen Abend zu zahlen hat: Sie ist immer noch aktuell – vielleicht sogar aktueller den je.

Meiner Meinung eine Geschichte, die man jedem vorlesen sollte, sobald derjenige in der Lage ist sie zu verstehen. Und dann natürlich, zu passender Gelegenheit, regelmäßig aufgefrischt werden sollte.

Vielleicht hat diese Geschichte zu viel Moral in der Pointe, um als Literatur für den Elfenbeinturm durchzugehen, aber es war eine gute Geschichte, eine die sich so weglass, aber dennoch einen Eindruck hinterlassen hat.

Meiner Meinung nach in ihrer Klarheit und Effizienz hochmodern.

Ambrose Bierce “An Occurence at Old Creek Bridge” (1891, “Die Brücke über den Eulenfluß”)
http://www.gutenberg.org/files/375/375-h/375-h.htm

War die vorherige Geschichte leicht und klar, so kommen wir nun zu einem schwierigerem Thema. Die Geschichte spielt in den letzten Tagen des amerikanischen Bürgerkriegs und hier ist es nicht ganz unwichtig sich den historischen Kontext in Erinnerung zu rufen.

Die Südstaaten haben den Krieg verloren und nun steht ein Gentleman aus dem Süden auf einer Brücke. Hört sich zunächst fast schon idyllisch an, wäre nicht dieses kleine, unschöne Detail mit dem, um den Hals gebunden, Strick.

In der Geschichte wird des Öfteren die Perspektive gewechselt, was einen etwas aus dem Lesefluss reist. Man liest mehrere Kurzgeschichten zum selben Ereignis, die jedes Mal einen anderen Aspekt betrachtet. Nun das Ende wird natürlich nicht verraten, aber dennoch, es war morbid, aber gelungen.

Neben der persönlichen menschlichen Ebene der Geschichte, kann man hier sehr wahrscheinlich von einer Metaebene ausgehen. Es ist natürlich eine Sache der Interpretation, aber hier stehen der Gentleman aus dem Süden und die geballte Staatsmacht des Nordens stellvertretend für das Gefühle in der Gesellschaft des Südens. Einerseits Bedauern über die eigene Leichtfertigkeit und den Verlust – fast schon ein Schuldeingeständnis und eine Entschuldigung, andererseits auch Anklage über die Unbarmherzigkeit – und ja auch Hinterfotzigkeit – der Sieger.

Also keine leichte Kost, aber dennoch ein Kleinod, wenn auch ein komplexes.

Und das führt uns gleich zum letzten Punkt der Leseliste:

Anton Cechov “The Man In a Case” (1896, “Der Mensch im Futteral”)
http://www.online-literature.com/anton_chekhov/1289/

Eine scheinbar vor sich hinplätschernde Geschichte, ein nettes Dönerkes aus der Provinz. Den Kern der Geschichte hat Anton Cechov gut verborgen und das vermutlich hinter mehr als einer Metaebene.

Vielleicht ist diese Vielschichtigkeit gerade das Wesen der Geschichte, ebenso wie die Matroschka das Wesen der russischen Seele widerspiegelt.

Dann wäre der Weg das Ziel …

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Schreiben an Drähten – Science-Fiction-Seminar in Second Life – Tag 3 – „Cechov-Gate“

Ich habe lange mit mir gerungen – soll ich einen Beitrag über ein Ereignis schreiben, über das man jetzt nicht mit aller Gewalt etwas schreiben muss? Intelligentere Geister als ich würden jetzt vielleicht einfach den Mantel des Schweigens ausbreiten und Gras über die Sache wachsen lassen …

Dennoch. Um ehrlich zu sein, Tag Nr.3 war am Montag – jetzt ist Samstag. Habe ich jetzt so lange über dieses Thema gebrütet? Um ehrlich zu sein: nicht wirklich. Es gab andere Dinge, wie z.B. das Flugzeugunglück mit 150 Toten in Frankreich. Eine fast einwöchige Dienstreise, mit Transport, Aufbau, Übergabe und Schulung für die neuen Besitzer des Dings, das da transportiert worden ist.

Aber wie immer, es gibt ein „Aber“. Einerseits gekränkte Egos, eine abgebrochene Veranstaltung und natürlich die Frage nach dem Warum, nach dem „was zum Teufel ist da jetzt schiefgegangen?“.

Long Story short: Der Dozent hat eine Aufgabe für den 3. Tag gestellt und natürlich kam das kommen musste: Die Gausche Glockenkurve hat zugeschlagen. Einer hat alle Punkte der Aufgabe erledigt, einer (fast) nichts und der große Rest hat einen Teil gemacht. Also die übliche Normalverteilung. Und natürlich gab es den Effekt, den jeder aus der Schule und dem Studium kennen sollte: Die Schüler fanden die Aufgabe zu schwer und der Lehrer eigentlich noch viel zu leicht. Es gab eine kurze Diskussion, an deren Ende der Dozent die Veranstaltung für beendet erklärt hat und einfach fünf Leute mit offenen Mündern hat stehen lassen.

Über die Frage, ob das in Ordnung ist oder nicht, kann man sich streiten, ebenso darüber, ob die eine oder andere Äußerung zu dem Thema wirklich notwendig war.

Kommen wir zum Korpus Delikti, den fünf Kurzgeschichten aus dem 19. Jahrhundert. Ein Exkurs in die Anfänge der literarischen Kunstform Kurzgeschickte? Natürlich, warum nicht? Man will schließlich etwas lernen und so denn auf zur Tat.

Gut die Texte gab es als Link auf die englische Version, fairerweise mit den Namen der deutschen Übersetzung. Die Version in englischer Sprache ließ sich also eigentlich problemlos beschaffen, bei der deutschen Version sah das schon etwas anders aus.

Nun denn, also versuche ich mich dann mal größenwahnsinnig, wie ich bin, an Herman Melvilles “Bartleby, the Scrivener” (1853, “Bartleby, der Schreiber“). Blamed to be an owner of pragmatic english language skills, Google and Leo got good friends for the next few days. Nach der Recherche, was es denn nun mit dem amerikanischen Postsystem und den toten Briefen auf sich hat, verschaffte das mir weitere erhellende Ansichten über eine vergangene Welt. Eine Welt, die mir fremder ist als die Welten der Zukunft. Ich ertappe sich selbst immer wieder, wie ich mir die Frage stelle, wie würde das hier ohne Computer überhaupt alles funktionieren?

Offensichtlich muss das ja irgendwie funktionieren. Mit Papier und Schreibfedern. Keine Kopierer, keine Emails, keine Drucker, keine Scanner. Keine Garantie, dass die händische Kopie des Geschriebenen mit dem Original übereinstimmt.

Nun diese Fragen sind jetzt vollkommen unliterarisch, aber für das Verständnis der Geschichte meiner Meinung nach unumgänglich.

Nun denn, wie wohl nach der Lektüre der 3 von 5 aufgegebenen Geschichten fällt auch hier ein etwas ausschweifender Erzähler in der ersten Person auf. Ob das jetzt Vorliebe des Dozenten oder Standard der damaligen Zeit ist, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. Bei Melville zumindest ist dieses ein sehr sympathischer älterer Herr, der die Schrullen seiner Angestellten mit unglaublichem Langmut erträgt und sich zudem aufopfernd um sein besonderes Sorgenkind, eben besagten Schreiber Bartleby, kümmert.

Nun die Wendung bzw. die Auflösung der Geschichte lass ich hier einfach mal wegfallen, aber dennoch erfüllte mich eine ebenso wohlige Stimmung wie nach der Lektüre von Dan Simons „Die Hyperion-Gesänge“. Eine faszinierende Mischung aus Langeweile und Spannung. Die Frage: „Was ist den nun mit diesem Bartleby los?“ hält einen gefangen und in der Geschichte. Das trotz einiger Längen in der Erzählung und einiger notwendiger Recherchepausen. Melville versteht es meisterhaft ein Spannungsfeld aufzubauen, an dem er seine sozialkritische Geschichte in voller psychologischer Tiefe an den Mann vermitteln kann. Ein Meisterwerk!

Und dann, ja dann kam die Kurzgeschichte von Cechov. Es ging wohl nicht nur mir so das sich hier die Genialität der Geschichte nicht erschließen ließ. Ob es an meiner Beherrschung oder besser Nichtbeherrschung des Englischen lang, wer weis …

Dann die Geschichte von Edgar Alan Poe. Nach ein paar Sätzen habe ich mir dann noch den Text auf Deutsch organisiert (0,99 €, die gesammelten Werke Poes). Nun das man in heutiger Zeit mit dem durchkommen würde, was Poes Erzähler hier so von sich gibt? Ich erdreiste mich das hier einfach mal anzuzweifeln. Die Geschichte lässt sich wohl nur über die Betrachtung der Metaebene, die Interpretation der Figuren als Prinzipien als „wertvoll“ erachten. Ob das so vom Autor vorgesehen war? Wer weis, eine Diskussion hätte das vielleicht zu Tage gefördert …

Nun diese Frage hätte vielleicht auf dem Seminar erörter werden können. Schade, mit dem Abbruch der Reihe wurden viele Chancen vertan.

Und die anderen Geschichten? Ehrlich, keine Ahnung! Ich habe sie nicht gelesen. Wenn ich Zeit dafür und die deutsche Version finde, werde ich mich vielleicht daran versuchen …

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