Welten an Drähten und wahre Namen II, oder wer dreht hier am Rad der Zeit?

Zeit. Tooles Thema. Das wäre eigentlich was fürs nächste Buch.

Nun es wurde langsam Zeit für die Fortsetzung. Erstmal möchte ich mich besonders für die Zeit und Mühe bedanken, die Spectare und Bastian Barbosa in den hoffentlich nicht zu quengeligen Autor gesteckt haben. Es sieht auf jeden Fall toll aus. Danke!

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Im letzten Beitrag habe ich übers Shoppen gelästert, dieses Mal wurde ich wie früher mit Muttern an der Hand zum Klamotten einkaufen mit genommen. Einkaufen war eigentlich gar nicht so schwer (nötiges Kleingeld oder großzügige Gutscheinspende vorrausgesetzt) aber das Anziehen nachher. Oh man! Alleine wäre ich da verzweifelt … noch mal tausend Dank fürs an die Hand nehmen. Jedenfalls hab ich nach dem Kampf mit den Hemdkragen eine ungefähre Ahnung was das Herrichten des Planetariums erst für eine Arbeit sein muss.

Nachher gabs natürlich wieder jede Menge Kunst und Kultur im Creativ Dorf zu bestaunen. (Ich hab überigens jetzt wieder volle Akkus in der Tastatur, ich hatte wegen Keyboard-Aussetzern doch etwas mit der Steuerung zu kämpfen, sorry falls ich da jemanden über den Haufen gelaufen haben sollte.)

Zurück zum Thema Zeit.

Lange Zeit war hab ich mich davor gedrückt und bin um das Thema wie die Katze um den heißen Brei, aber jetzt gibt es kein Zurück mehr:

meine erste Lesung in SL steht an.

Wurde aber auch Zeit. Fortsetzung folgt …

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Welten an Drähten und wahre Namen.

Virtuelle Welten, ein spannendes Thema!

Es gibt sie in der SF und im realen Leben schon eine ganze Weile. Und ich habe mehr als nur ein paar Stunden in ihnen verdaddelt. Dennoch war es für mich immer im Endeffekt nur ein destruktives Spiel. Und sowas wird irgend wann langweilig …

William Gibsons virteller Cyberpunk-Space hat mich ehr nicht angemacht, Vernor Vinges Welten in „Wahre Namen“ oder im „Cookie-Monster“ schon ehr. Tron war in den 80ern der Hammer (ja der lief damals im öffentlich-rechtlichem Fernsehn!). Später dann lief „Welt am Draht„, in fürchterlicher 70 Jahre Optik, aber wow!

Nun es gab und gibt natürlich schon sehr lange Welten in denen aufgebaut anstatt abgerissen wird, aber entweder was für Mädchen oder langweilig! Nun Second Live viel eigentlich sofort darunter: was da rumlaufen, einfach nur cool aussehen UND dann auch noch Geld für virtuelle Markenklamotten ablatzen? HABT IHR EINEN AN DER WAFFEL?

Bis ja, bis sich dann herausstellte da ist doch mehr drin in dieser virtuellen Welt:

In eine Welt in der die nächste Lesung, das nächste Musikevent nur einem Mausklick entfernt ist. Es gab einiges an Lesungen mitzunehmen und Orte zu sehen mit denen sich jemand wirklich viel Mühe gegeben hat:

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demnächst mehr …

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William Gibson, Die Neuromancer Trilogie – oder auch Leser werden älter …

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Wie im vorherigen Post schon geschildert, war das Lesen dieses Klassikers der Science Fiction nicht ganz reibungsfrei. Kommen wir aber nun zum  Inhaltlichen:

William Gibson war ein meiner Jugend ein prägendes Ereignis. Science Fiction habe ich vorher schon verschlungen, aber die Kombination aus high Tech, low Life war für den Jugendlichen von damals etwas Neues. Fast schon ein Kulturschock.

Das Ganze jetzt mit locker 20 Jahren Abstand zu lesen ergibt ein etwas anderes Bild. Nicht schlechter, aber anders. Damals war es Science Fiction, heute ist es ganz schwer ’80 Jahre Retroschick. Anders ist natürlich auch die Perspektive, die man als Leser einnimmt.

Damals war Bobby Newmark, der Junge der zum Hacker aufsteigt, eine starke Identifikationsfigur. Aus heutiger Sicht wirkt er als Rotzlöffel, der mit den Großen spielen will und den man nicht wieder los wird. Der klassiche Noob. Man versteht plötzlich den Profi der seinen knallharten Job an den Nagel hängt, um auf der Farm seines getöteten Bruders mit dessen Freundin seßhaft zu werden und eine Familie zu gründen.

Als nicht mehr ganz so störend wird das Product-Placement empfunden. Da einige der Firmen mittlerweile längst verschwunden sind, ist es fast schon wieder nostalgisch.

Ebenso nostalgisch wirkt das Fax-Altpapier als Katzenstreu für die Low-Life Protagonisten. Hier zeigt sich das Science Fiction ehr der Spiegel der Endstehungszeit, denn der Zukunft ist. Nimmt man dieses als Tatsache hin, dann steht dem eigentlichen Genuss der Trilogie nichts mehr im Wege.

Denn das ist das Werk immer noch: ein Meilenstein, den man als gute Unterhaltung immer noch genießen kann. Auch wenn das Setting aus den ’80 Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt, reißen einem Charaktäre und Handlung immer noch mit. Und das macht William Gibsons Neuromancer-Trilogie zu einem fast schon wieder zeitlosen Klassiker, der dennoch fest in seiner Entstehungszeit verwurzelt ist.

Kurz: lesen!

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Ebook v. Papierbuch

Eigentlich hätte dieser Betrag ja eine Rezi von William Gibsons Neuromancer Trilogie werden sollen, ABER … die kommt später.

Nach langer langer Abstinenz habe ich mal wieder in einem Buchladen gestöbert … und bin fündig geworden. William Gibson war ein meiner Jugend ein prägendes Ereignis. Leider habe ich damals definitiv die Bücher in falscher Reihenfolge gelesen und so fehlte etwas die logische Entwicklung. Nun so denn auf diese Jugendsünden auszubügeln, machte ich es mir auf dem Sofa bequem und fing am in dem dicken Wälzer zu schmöckern.

Es war spannend, aber irgendwie auch anstrengend und unbequem. Warum? Nun ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

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Papier ist schwer.

Also habe ich dieses als Unterhaltung getrante Gewicht zur Seite gelegt und mir das Werk noch mal als eBook gekauft. Welch eine Wohltat. Ohne verspannte Arme und Nacken auf der Couch liegen und den Meilenstein der Science Fiction nochmal genießen.

Und dabei über viele, viele papierne Anachronismen schmunzlen …

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„Isch geh Schulhof“ – Eins plus mit Sternchen, setzen …

Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Schulalltag“ von Phillip Möller.

Wie komme ich dazu? Zu dem Buch?

Ehrlich gesagt war es ein Philip Marlowe würdiger Moment, einsam meine Emails durchstreifend stieß ich auf eine der unzähligen Emails von Amazon. Normalerweise wandern die – nach einem ganz kurzen Blick drauf – in den Papierkorb.

Und aus dem kurzen Blick wurde ein kurzer Klick auf die Webseite, ein kurzer Klick auf die Leseprobe. Nach den ersten Sätzen der Leseprobe wuste ich: nicht dein Genre, ABER ich will das jetzt lesen!

Eigentlich vollkommen unverständlich, wenn obwohl im wohlgeordneten Ost-Westfalen (wers ganz genau wissen will: in Südwesten von Ost-Westfalen) aufgewachsen und zur Schule gegangen, erfüllt mich die Erinnerung an meine Schulzeit immer noch (großteils*) mit Grauen und Unbehagen. Spaß hat mir das Lernen erst wieder nach einem Ausflug ins wirkliche Leben gemacht. Kurz mein Blick auf’s Schulsystem gleicht dem, den man so im allgemeinem Menschen aus extremen Inzestgebieten zuwirft: verstört, mitleidig und froh wenn das Bild wieder aus dem Kopf verschunden ist. Und das schon lange vor Sarrazin.

Nun zurück zum Buch. Es ist ein Page-Turner der verstörende Eindrücke hinterläßt. In manigfaltiger Weise. Nicht nur das Elend zu allererst der Kinder und ihrer Familien und das des deutschen Schulsystems – sondern ein etwas irritierter Eindruck in Bezug auf das wohliege Gefühl, dass der Held der Geschichte alle Hindernisse meistert und weiterhin meistern wird.

So ist es als gute Unterhaltung getarnte … nun was?

Eine Abrechung mit der Berliner Schulbehörde, mit der Personalrefernetin, die den Autor geschaßt hat?

Eine Anleitung zum Bessermachen? Eine Durchhalteparole für Lehrer, eben nicht aufzugeben, sondern für ihre Schüler zukämpfen.

Mit brennenden Fackeln zum Rathaus von Berlin zu ziehen? – Nun jetzt in der Gegend des Debakels von Berlin-Schönefelds BBR-International Airport  wohnend … sagen wir mal wir behalten das als Option im Hinterkopf. Und lassen den Gedanken da.

Nun der Autor würde Letzters wohl trotz oder gerade wegen seiner Situation nicht unterstützen. Es gibt den Weg des friedlichen Widerstandes, den des überlegten und ethischen richtigen Handelns. So nutzen sie ihre legalen gesellschaftlichen und politischen Möglichkeiten! Dem möchte ich mich anschließen.

Nach erfolgter Vorabkontrolle und unter Hinweis auf strikte Nichtzuständigkeit für die Webseite und deren Inhalt: gust du hier -> www.ischgehschulhof.de

 

* es gab auch bei mir Lehrer, die man lobend erwähnen sollte, aber das System inklusive und besonders mit der Verstickungen mit der Politik?

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