Perry Rhodan 2826 gelesen …

An Anfang war es nicht ganz leicht in den Roman von Uwe Anton hineinzufinden. UA reitet meiner Meinung nach etwas zu sehr auf der Beeinflussung von Viccor Bughassidow herum und das leider auch nicht sonderlich subtil. Aber es wird besser.

Nicht das es subtiler würde, aber es kommt gutes altes Perry Rhodan-Feeling auf. UA erzeugt Spannung und Tempo – und das ohne in größeres Geballer abzudriften, wie das aufgefahrene Waffenarsenal vermuten ließ. Also ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und das ist eine ganze Menge wert, finde ich.

Man könnte sagen, nicht nur das tolle Cover war retro, auch der Roman weckte durchaus Wehmut nach den „guten alten Zeiten“. In Summe fand ich es durchaus gelungen, auch wenn am Schluss das Gefühl bliebt, dass alles dann zum Schluss doch etwas schnell ging und der nächste Roman noch eine lange Durststrecke von einer Woche entfernt, ist. Also ganz wie in meinen Anfängen bei Perry Rhodan 😉

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ®  sind eingetragene
 Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

PS: der Beitrag kommt etwas später, schließlich ist gerade Rugby WM und im Youtube-Kanal der brennenden Buchstaben gab es ein paar Videos vom FdL 2015 zu bewundern O:-)

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Das FdL 2015, die Interviews danach: Bernar LeSton

Am Donnerstag hatte ich das Vergnügen Bernar LeSton bei mir in der Lounge der Hünen-Sphäre begrüßen zu können. Bernar ist eher jemand, der leise Töne anschlägt, aber es lohnt sich ihm zuzuhören. Heute ist genau passen dazu noch ein Live-Mitschnitt seiner eigenen FdL-Lesung online gegangen.

Hydors Golem: Ich freue mich, dass du dich von mir interviewen lässt.

Bernar LeSton: Aber immer gerne doch und danke, dass du mir diese Ehre zuteilwerden lässt.

Hydors Golem: Ich habe gehört du hast deinen Avatar extra deswegen nochmal deinem realen Aussehen angepasst?

Bernar LeSton: Ich habe befürchtet, dass du Fotos machst und ich dann immer noch, wie vor gefühlten 200 Jahren als Vampir rüberkomme.

Hydors Golem: Ah es ist ja halt schon wieder Halloween, aber dein neues Outfit kommt dem realen Vorbild schon mal sehr nahe.

Bernar LeSton: Dann komme ich damit langsam aber sicher auch immer besser zurecht.

Hydors Golem: Ja, du hast ja auf dem FdL 2015 schon eine Menge üben können. Du hast bei einigen Lesung mitgelesen – unter anderem bei meiner. Wie hat dir das FdL als Teilnehmer, aber auch als Zuhörer so gefallen?

Bernar LeSton: Ich mag Second Life schon seit meiner ersten Lesung, weil es vielen Menschen ermöglicht an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, die ihnen im realen Leben aus vielerlei Gründen nicht möglich wären. Wenn z.B. eine Behinderung oder Krankheit vorliegt oder man schlicht und ergreifend zu weit voneinander weg wohnt. Gehört hatte ich von Second Life – wie so viele andere Menschen auch – schon vor Jahren, aber es ergab sich nie, es mal auszuprobieren.

Hydors Golem: ja das ging mir sehr ähnlich. Die Lesungen waren auch bei mir der Grund dieses SL mal auszuprobieren.

Bernar LeSton: Interessant, wie sich manche Dinge doch ähneln. Aber um deine Frage mal kurz und knapp zu beantworten: Ich fand es wie immer großartig!

Hydors Golem: Ich denke, das wird die Veranstalter freuen 🙂 – Du machst ja auch einige Lesungen in RL, siehst du da Unterschiede bei den unterschiedlichen Lesungsformen?

Bernar LeSton: Na ja, im Prinzip ist ja sowieso jede Lesung anders – ganz eigen halt. So wie die Veranstalter, der Leseort und das Publikum. Aber gerade das macht es ja auch aus. Natürlich wirkt der reale Applaus bei den Lesungen ein wenig mehr auf den Lesenden, weil er direkt ins Ohr geht. Dafür erhält man weniger differenzierte Aussagen zu seinen Texten, als nach einer Lesung in Second Life. Viele schreiben noch etwas zum Applaus dazu, quasi ein Kürzest-Feedback.

Hydors Golem: Ja, das ist ein großer Unterschied zu einer RL-Lesung: Kommentare während der Lesung sind da nicht so üblich. Hast du das Chatfenster während der Lesung auf, oder würde dich das in der Konzentration auf den Text stören?
Da gibt es ja durch aus unterschiedliche Strategien bei den Autoren.

Bernar LeSton: Also ich für meinen Teil habe es die ganze Zeit offen und nehme sehr wohl Applaus und Lob zwischen den einzelnen Geschichten wahr – was im realen nicht immer vorkommt, weil die Zuhörer zumeist mehr auf Romanlesungen sind, wo erst am Ende geklatscht wird. Von daher genieße ich es und finde es wenig störend beim Lesen. Zudem ist man sowieso aufs Lesen fokussiert.

Hydors Golem: Ja das stimmt, ich habe am Anfang auch Thorstens IM Nachrichten komplett übersehen – wie bereitest du dich auf deine Lesungen vor? Bei deinen eigenen kennst du ja die Figuren, aber bei fremden Texten ist es da manchmal schwierig sich in die Figur/den Charakter hineinzufinden? Ich habe bemerkt, du machst dir im Vorfeld da intensiv Gedanken zur Figur.

Bernar LeSton: Dadurch, dass ich meine Texte ja mehrfach lese, schleift sich irgendwann das einfach von den Betonungen her glatt, sodass man sicherer wird und das hört man auch heraus. Das hilft einem aber auch bei fremden Texten. Und ich scheue mich auch nicht einen Kollegen, bei dem man mitlesen darf, zu fragen, wie die Figur angelegt ist. Das erleichtert es einem sich in die zu lesende Person hineinzuversetzen. Der wichtigste Aspekt ist auch hier: Viele Lesungen helfen viel.

Keiner kennt die Figur besser als der Autor, der sie erschaffen hat.

Hydors Golem: Ja man hat auf dem FdL bemerkt, das du da einiges an Übung hast.

Bernar LeSton: Was mich immer sehr fasziniert ist auch, wie ein anderer Autor, die eigene Figur lesend interpretiert. Das eröffnet einem manchesmal eine völlig neue Sichtwiese, sie zu lesen.

Naja, ich bemühe mich redlich und mag mich da gerne immer wieder verbessern, wenn möglich. Ich glaube, dass man auch hier irgendwann das Gefühl dafür bekommt, so ist es jetzt genau richtig, wie die Figur herüberkommt. Das gibt einem auch ein tolles Gefühl der Befriedigung.

Hydors Golem: Ja, jeder Leser sieht/interpretiert die Charaktere etwas anders, das machst es dann ungemein spannend über einzelne Figuren zu reden. Bei deiner Lesung habt mir die japanische Geschichte mit dem alten Fischereheleuten z.B. ausgesprochen gut gefallen. Wie entwickelst du diese Figuren beim Schreiben?

Bernar LeSton: Ich entzaubere da jetzt vielleicht den ein oder anderen Mythos übers Schreiben, aber ich schreibe aus der Lust heraus. Leider ungesteuert, was bedeutet, dass ich zumeist einen Satz im Kopf habe, aus dem sich dann, durch das Anfügen weiterer Sätze eine ganze Geschichte entspinnt. Diese schreibt sich dann wie von selbst herunter, weshalb ich kaum darauf achte, wie die Charaktere wirken könnten. Sie sind dann einfach da und es überrascht mich wohl selbst am meisten, was sich da dann immer so in meinem Kopf finden lässt.

Das Gegenstück dazu sind allerdings die Phasen, wo sich Ideen einfinden, die ich nicht schreiben kann, weil sie nicht so entstehen und dann für immer auf der Festplatte als Umriss oder unbeendetes Fragment liegen bleiben.

Hydors Golem: Deine Kreativität kommt also eher aus dem Unbewusten, du entdeckst die Geschichten eher, als das du sie planst?

Bernar LeSton: Haargenau, weshalb ich dem Schreibfluss immer sehr dankbar bin, wenn er sich einstellt, und ihm dann auch sehr gerne zu folgen bereit bin. Vielleicht tue ich mich deshalb mit dem inneren Kritiker nicht so schwer, wie viele Kollegen, die ich ihren Aussagen darüber zufolge nicht darum beneide.

Robert E. Howard (der Erfinder von Conan) sagte dazu mal, dass er das Gefühl hatte, dass Conan hinter ihm stand und zu ihm sagte, er solle seine Geschichten aufschreiben.

Hydors Golem: ja das Gefühl kenne ich, je besser man in die Geschichte kommt, desto mehr wird man vom Gestalter zum Chronist (der ab und zu mal etwas beim Schicksal nachhilft) – wie folgsam sind da deine Charaktere? Sträuben die sich manchmal?

Bernar LeSton: Hm, da sich meine Charaktere prinzipiell ja selbst schreiben, ist das schwer zu beantworten. Ich führe selten Rücksprache mit meinen Figuren und lasse sie zumeist tun, was sie wohl müssen. So entsteht die Handlung der Geschichte ganz oft aus ihren eigenen Antrieben heraus (eben dadurch, dass sie auf eine bestimmte Situation reagieren, was wiederum neue Situationen schafft, mit denen es umzugehen gilt).

Ich rede mir aber insgeheim ein, der Chef beim Schreiben zu sein, wenn da nicht immer das leise Lachen meiner Charaktere im Hintergrund wäre, dass das torpediert. * lacht *

Hydors Golem: Klasse! 😀

Bernar LeSton: Aber wir reden dabei über Kurzgeschichten, oder? Im Romanbereich ist das – wie du weißt – weniger möglich. Möglich, wenn auch nicht völlig unmöglich.

Hydors Golem: hm, eigentlich schon, man kann das über die Umstände und äußere Einflüsse etwas steuern – man kann da schon etwas biegen, muss aber aufpassen, dass man keinen Knick in die Geschichte kriegt.

Bernar LeSton: Ich erwische mich dann dabei, dass mir zu den unmöglichsten Momenten genau die Lösung einfällt, deren Problem mich lange nicht weitermachen ließ und dann alles wieder ins Rollen bringt.
Ja, man lernt ja auch da dazu und schwingt gegebenenfalls die Peitsche.* zwinkert *.
Schließlich muss die Geschichte in sich ja stimmig bleiben.

Hydors Golem: Ja, das stimmt, auch wenn man dann mal nicht da landet, wo man ursprünglich hin wollte.

Bernar LeSton: Aber vielleicht macht gerade das den Reiz des Schreibens aus, weil man nicht immer weiß, wo man landet, wenn man das Haus verlässt. Witzigerweise gibt es unzählige Autoren und ebenso viele Erfolgsrezepte, wie man gut schreibt, sodass jeder sein eigenes finden muss.

Hydors Golem: Das stimmt! Auch hier muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden – aber das macht es gerade spannend. Zum Schluss noch eine Frage zum NaNoWriMo, an dem du ja schon des Öfteren teilgenommen hast, hast du da einen Rat für Anfänger? (Es dürfen auch mehrere sein 😉

Bernar LeSton: Ich nehme am NaNoWriMo seit 2010 teil und habe in den Jahren eigentlich drei Punkte für mich gefunden, die mir immer halfen, wenn es mal eng wurde:

  • Ich plane nie voraus und ergebe mich immer dem Flow, der sich beim Schreiben irgendwann – wie der tote Punkt beim Langlauf – einstellt und dann eine Menge Wörter wie von selbst produziert.
  • Ich höre nie auf den Inneren Kritiker.
  • Aber für den Anfang ist vielleicht der beste Rat, an sich selbst zu glauben und sich nicht allzu sklavisch an die Ratschläge anderer zu halten, weil jeder ja nur von sich aus spricht und das nicht für jedermann passt.

Ich höre mir an, was andere Autoren für sich gut finden, probiere manches aus, und wenn es hilft, behalte ich es einfach bei.

Hydors Golem: Das hört sich nach einem sehr guten Rat an. Für die Leser, die noch nicht wissen sollten, was der NaNoWriMo ist, wie würdest du ihn erklären?

Bernar LeSton: Es ist der Versuch innerhalb von 30 Tagen ein Romanmanuskript zu schreiben, dass mindestens 50 000 Wörter enthält. Aber besser und wesentlich genauer erklärt das sicherlich die offizielle Seite des NaNoWriMo, auf der sich Interessierte gerne umschauen können.

[Bernar hat netterweise noch ein Interview-Video zum NaNoWriMo bereitgestellt, das ich über den Bildern einbetten werde]

Hydors Golem: Nun das hört sich ambitioniert an, aber man muss das nicht ganz alleine ohne Unterstützung durchstehen, du bist Mitglied in einer RL-Schreibgruppe, die dazu Hilfe anbietet, wenn ich das richtig verstanden habe oder?

Bernar LeSton: Ja, wir treffen uns und schreiben da auch zusammen, aber jeder an seinem eigenen Projekt. Braucht aber jemand Hilfe, ist immer einer da, der mit einem Lösungsvorschlag zur Stelle ist. Diese Art Hilfe und Geschlossenheit macht den NaNoWriMo zu etwas ganz besonderem und beschränkt sich auch nicht auf reale Treffen. Im dazu gehörigen Forum finden sich immer Mitschreiber, die dasselbe anzubieten in der Lage sind.

Hydors Golem: Ah super, danke das mache ich. Hast du ein besonderes Projekt, das du während es NaNoWriMos angehen möchtest?

Bernar LeSton: nein, nicht wirklich. Die letzten Jahre habe ich mir immer eine kleine Nebenherausforderung gestellt, wie man ja in meinem Profil auf der NaNo-Seite sehen kann. Das war prima, aber in diesem Jahr mag ich einfach nur mal wieder einen ganz regulären NaNoWriMo schreiben.

So wie ich meine Vorlieben aber kenne, wird es sicher etwas aus dem weiten Feld der Phantastik.

Hydors Golem: Das hört sich spannend an. Vielen Dank für das interessante und ausführliche Interview und ich wünsche gutes Gelingen beim NaNoWriMo.

Bernar LeSton: Ich habe für die Einladung zu dem angenehmen Gespräch zu danken und drücke dir gleichsam die Daumen für dein diesjähriges November-Manuskript.

Und nun kommen die Videos und Bilder:

Bernar LeStons Lesung auf dem FdL:

Das Interview zum NaNoWriMo:

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Schreiben ist Schreiben, das NaNoWriMo Experiment

Nun da mein aktuelles Buchprojekt – durch äußere Umstände geschuldet – einige Zeit auf Eis lag, wird es Zeit das Projekt wieder etwas anzuschieben. Gut ich könnte jetzt einfach anfangen, aber das wäre zu einfach 😉

Stattdessen werde ich es mal mit dem NaNoWriMo versuchen. Mal sehen ob es klappt.

Ein vorläufiges Cover war mit SL und Gimp schnell gemacht, das Grundgerüst für Charatere, Handlung und die Umgebung steht schon etwas länger. Es könnte also losgehen …

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Das FdL 2015, die Interviews danach: Andrea Brücken

Heute habe ich jemand ganz Neues im Interview zum FdL 2015: Dea Curie alias Andrea Brücken. Auf dem FdL war sie direkt vor mir mit ihrem Programm Punkt an der Reihe. Wer schon mal selber eine Lesung hatte, weis, man ist dann in Gedanken bei seiner eigenen Lesung und nicht wirklich aufnahmefähig.

Also habe ich ganz dreist dieses Interview genutzt und mir die Sache mit den Doodles und Sketchnotes nochmal ganz genau erklären lassen 😉 – ich fand’s hochgradig spannend, viel Spaß beim Interview.

Hydors Golem: vielen Dank, dass du dich für die kleine Post FdL Interviewreihe interviewen lässt.

Andrea Brücken: Sehr gerne. Habe mich über deine Anfrage gefreut

Hydors Golem: Prima, wie gefällt es dir so im SL-Kreativdorf, du bis ja jetzt relativ neu hergezogen oder?

Andrea Brücken: Eigentlich bin ich nur Gast. Ich hatte Thorsten Küper (kueperpunk) relativ spät angesprochen, ob ich im Rahmen des FdL ausstellen kann.

Hydors Golem: ah ok. Nun ich bin hier selbst nur Untermieter 😉 – eine schöne Galerie hast du hier. Bei deiner Führung auf dem FdL viel das Wort Doodles. Was ist das genau? Ich war überrascht, als ich gleich im Anschluss bei meiner Lesung sofort als Doodler bezeichnet wurde 😉

Andrea Brücken: Verstehe. Doodles oder Doodling sind Begriffe aus Amerika. Eigentlich bezeichnen beide nur spontane, schnelle Kritzeleien sozusagen. Ähnlich wie dein Plan für die Welt aus deinem Roman, den du zu Beginn deiner Führung gezeigt hast.
Man zeichnet Sachen, anstatt sie mit Worten zu erklären.

Hydors Golem: ah ok. Ich mache das gerne, wenn es um die Umgebung meiner Geschichten geht, ein Bild sagt da mehr als tausend Worte. Und technische Dinge lassen sich so meistens schneller und anschaulicher erklären.

Benutzt du Doodles auch für abstraktere Dinge? Oder gibt es dann einen eher konkreten Anlass?

Andrea Brücken: Genau das ist der Sinn von Doodles. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Für abstraktere Inhalte kommt die Fortgeschrittenen-Variante zur Anwendung. Man nennt das „Sketchnotes“

Hydors Golem: ah ok was unterscheidet so eine Sketchnote von einem Doodle ?

Andrea Brücken: Sketch und Note ergibt: visuelle Notiz. Um diese zu erstellen, braucht man ein Basisvokabular in Bildern. Das übe ich in den Doodles. Man könnte sagen: Doodles sind Übungen und Fingerzeichnungen, Sketchnotes sind feiner ausgearbeitete visuelle Notizen auf Basis von Doodles.
Alles, was ich Doodle, kommt irgendwann in irgendeiner Form in meinen Sketchnotes vor.

Hydors Golem: ah ok. Erstellst due die Sketchnotes händisch mit Papier und Stift oder ehr am Rechner?

Andrea Brücken: Das ist total unterschiedlich und hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Händisch Arbeiten mit Stiften und Papier geht immer, wenn ich Zeit habe, mir zu überlegen, was ich zeichnen will. Wenn ich einen Auftrag von Kunden habe, die eine bestimmte Bild-Qualität für Webseiten, Publikationen oder Social Media wollen, muss ich mir überlegen, ob ich das nicht besser mit digitalen Mitteln abbilden kann

Also benutze ich auch Apps auf dem iPad und Software auf dem PC. Mit der Zeit fuchst man sich ein und findet passende Tools.

Hydors Golem: ah ok, du fertigst also auch Sketchnotes im Auftrag an. Ist es da schwierig eine gemeinsame Basis zu finden? Schließlich ist jeder Mensch etwas anders gestrickt, oder findet man da schnell eine gemeinsame Sprache?

Andrea Brücken: witzige Frage. Ich sehe das im Rahmen von Aufträgen professionell. Das heißt, dass ich herausfinden muss, was mein Kunde gerne als Ergebnis haben möchte.

Dafür stehen uns meist aber nur Sprachoptionen zur Verfügung. Beziehungsweise kommt hier meine Fähigkeit zum Doodeln zum Einsatz. Ich zeige dem Kunden meine Ideen visuell und visualisiere seine. So kommen wir dann Schritt für Schritt zum Ziel.

Ansonsten habe ich einen speziellen Stil, in dem ich Sketchnotes anfertige. Das mögen nicht alle – wichtig ist aber eigentlich nur, dass Leute die Informationen aufgreifen können, die in einer Sketchnote vermittelt werden (sollen).

Hydors Golem: ah ok, hast du ein Beispiel in der Ausstellung, an dem du das zeigen könntest?

Andrea Brücken: Sogar zwei, würde ich sagen. „Time for Buzz“ ist eine Erklärung zu einem bestimmten Kooperations-Prinzip. Die Website wurde genau nach dem TFB-Prinzip erstellt. Die Illustration dazu sollte das visuell zeigen.

Hydors Golem: Ah ok, ein kooperatives Gemeinschaftsprojekt – wie das Kreativdorf

Andrea Brücken: ja, genau.

Hydors Golem: Klasse, eine tolle Idee gemeinsam ist man stärker, zbw. kommt man weiter. Und in der Interaktion entstehen auch Ideen, auf die man alleine so nicht gekommen wäre.

Andrea Brücken: Das war der Sinn des Projektes. Und ich sollte das visualisieren. Natürlich ist es logischer, wenn man auch den Webseiten-Text dazu liest.

Die zweite Variante ist die „Nerdy Woman’s Bag“. Die Arbeit ist zwar selbst-refentiell – warum sollte man Leuten zeigen, was man in seiner Tasche mit sich herumträgt. Dies war Teil einer „Challenge“ der #todaysdoodle“-Community auf Twitter. Eigentlich auch eine Fingerübung – aber so kann man zeigen, was man in seiner Tasche hat. Das lässt sich auf verschiedene Kontexte übertragen.

Andererseits kann man auch eine Situation visualisieren wie in der Sylvester-Zeichnung mit den Aliens. Was wäre, wenn Aliens genau an Silvester auf die Erde kämen, um einen Shopping-Trip zu machen? Das ist natürlich Spaß …

Hydors Golem: hehe, ja aber eine sehr witzige Vorstellung – das wäre eine witzige Idee für eine Kurzgeschichte.

Andrea Brücken: ja, auf jeden Fall. Du siehst, mann kann auf diese Weise Ideen visualisieren. Ob sie realistisch sind oder nicht, ist dabei egal.

Hydors Golem: nun ich bin Science-Fiction Autor, da ist der Horizont etwas weiter gesteckt.

Andrea Brücken: Das stimmt. Deshalb hast du ja deine Romanwelt gedoodelt. 😉

Hydors Golem: ja klasse Beispiele, die gefallen mir gut, beim Inhalt der Handtasche könnte man die Idee etwas weiter spinnen, so ein kleines schwarzes Loch oder ein Tor zu einer größeren Abstellkammer z.B. 😉

Andrea Brücken: Wichtig ist eigentlich, dass man versteht: visuelle Notizen können eben Ideen veranschaulichen. Auf eine Art und Weise, die irgendwie jeder versteht. Damit öffnet man neue Kommunikationswege zu Menschen, mit denen man sich in Worten nicht so gut verständigen könnte.

Worte haben Grenzen, würde ich mal behaupten. Bilder aber nicht.

Hydors Golem: Ja das stimmt. Die „Nerdy Women’s Bag“ würde so auch direkt in China oder an jedem anderen Ort verstanden werden, an dem man/frau eine Tasche benutzt.

Andrea Brücken: genau. Man kann damit – also mit visuellen Notizen – tatsächlich auch kulturelle Unterschiede überbrücken.

Hydors Golem: Das ja z. B. bei Piktogrammen viel und gerne benutzt wird.

Andrea Brücken: Und wir sehen die jeden Tag überall, ohne genau darauf zu achten.

Hydors Golem: Ja man ist sich dessen nur nicht so bewusst.

Andrea Brücken: Dabei leiten und führen uns Piktogramme und Icons überall. Früher war es nur das Stopp-Schild und das für die Überquerung des Zebrastreifens. Heute finden wir diese visuellen Zeichen überall um uns herum.

Die Herausforderung im Sinne der Doodlerevolution ist eindeutig: erweitere dein visuelles Vokabular, lerne, visuell zu kommunizieren.

Damit können Menschen ganz neue Kommunikationswege eröffnen.

Hydors Golem: ah ok ja das stimmt, obwohl die uralten Höhlenmalereien auch Doodles und Sketches sind. Die erklären, wie man in der Steinzeit gelebt hat und was es dort für Tiere gab. Und das über eine lange Zeit hinweg – die Sprache, die damask gesprochen wurde, kann keiner mehr 😉

Andrea Brücken: Das ist ja das Faszinierende: Diese Zeichnungen versteht man doch heute trotzdem noch. Während man an der Entschlüsselung von alten verbalen Sprache in diversen Forschungsprojekten herum arbeitet.

Ich will nicht behaupten, dass visuelle Informationen zu hundert Prozent „funktionieren“ – aber sie stellen halt eine Art der Kommunikation dar, die universell im Grunde verständlich ist.
Es ist schlicht unlogisch, dass sich die Menschheit in den vergangenen 2000 Jahren „nur“ auf Sprache ausgerichtet hat. In Zusammenarbeit mit visueller Kommunikation könnten wir die globale Kultur sehr bereichern.

Hydors Golem: Das stimmt – prima vielen Dank für den Einblick in die Welt der visuellen Kommunikation, das war sehr spannend. Was hat es mit den Collagen auf sich? Ist das eine höhere Stufe von Sketchen?

Andrea Brücken: nein, überhaupt nicht. Die Collagen habe ich entdeckt beim Surfen im Web. Und das hat mich sofort interessiert. Meine fertige ich ja zum Teil outworld an, mit Klebestift und Schere. Collagen haben mich sofort interessiert, damit wollte ich arbeiten.

Hydors Golem: ah da kommt jetzt also die Künstlerin durch 🙂

Andrea Brücken: Ja, das ist wohl der Bereich, in dem ich mich als Künstlerin sehe.

Hydors Golem: Ja prima hast du ein Werk, das du uns zeigen möchtest?

Andrea Brücken: aber klar. Ich liebe dieses hier. Der Titel ist „Flirting“. Vier Stunden Arbeit, und es ist einfach grandios geworden, weil es so viel ausdrückt aus meiner Sicht.

Hydors Golem: Ah das muss ich erst etwas wirken lassen. Ein moderner Scherenschnitt – mit klassischen Figuren, aber modernen Akzenten.

Andrea Brücken: Teile davon sind händisch gefertigt, eingescannt und dann digital zusammengeführt. Dieses hier ist aber auch schön. Eine meiner ersten Arbeiten: „To Flow or not to Flow“. Das habe ich auf einem Flipchart erstellt. Und die „Heroes in Jeans“ sind auch mein Liebling.

Hydors Golem: Das war quasi der Übergang von einem Doodel zu einer Collage? „To Flow or not to Flow“ – meine ich.

Andrea Brücken: Ja, könnte man sagen. Heroes in Jeans ist eine sehr komplizierte Collage, zum Teil real gebaut, zum Teil digital. Es war mir an einem bestimmten Punkt im kreativen Prozess sehr wichtig, mich auszuleben, sozusagen. Und nicht mehr nur im Sinne von „Sketchnote-Botschaften“ zu arbeiten. Daher habe ich mit den Collagen angefangen. Sie erlauben mir, versteckte Botschaften auf künstlerischem Wege anzubieten.

Hydors Golem: Was bedeuten die Jeans für die einzelnen Superhelden? Die Jeans von Flash Gordon hätte ich eher an Ben Grimm vermutet, oder spiegelt das Model eher den Karakter wieder?

Andrea Brücken: Bei „Heroes in Jeans“ geht es vor allem um die unsägliche Fernsehkultur, in der jedermann zum Helden stilisiert wird, weil er oder sie tanzen oder singen kann. Unsere Vorbilder sind die Comic-Helden, die Jeans zeigen, dass inzwischen jedeR einE AlltagsheldIn sein kann.

— An dieser Stelle hatten wir netten Besuch von Miara Lubitsch und es wurde kurz etwas unter Nachbarn geplaudert —

Andrea Brücken: Das ist eine der besten Sachen auf der Kreativdorf-SIM: Leute gucken vorbei und helfen einem, sich zurechtzufinden. Tolle Community

Hydors Golem: ja das ist klasse hier, ich bin etwas ab vom Schuss in der Hünensphäre, aber es sind ja regelmäßig Events, wie z.b. die Schreibgruppe, die lasse ich mir nicht entgehen.

Kommen wir zum FdL, anderthalb Stunden sind im Flug vergangen 🙂 Wie hat dir das FdL gefallen und hattest du Gelegenheit dir die anderen Punkte anzusehen?

Andrea Brücken: Das FdL war einfach großartig. Ich hatte im Vorfeld Bedenken, dass aus RG importierte Kunst nicht gut ankommen würde – das Gegenteil war der Fall. Und dann die tollen Installationen, Lesungen und Bühnenbilder. Für mich war es ein großartiges Wochenende.

Hydors Golem: Ja das fand ich auch.

Andrea Brücken: Wenn du verlinken willst auf mein Profil im Blogartikel, dann bitte auf http://digiheads.de/andrea-bruecken-creativity . Meine andere Website ist gerade im Umbau. Ich finde es sehr wunderbar, dass du so intensiv bloggst, auch die anderen hier, tolle Community.

Hydors Golem: Ja prima, ich denke, das war ein guter Schlusssatz für den offiziellen Teil des Interviews. Ich speicher den mal schnell ab 😉

Und nun gibt es noch ein paar Bilder zum Interview:

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Perry Rhodan 2825 gelesen …

Und gleich vorweg: Robert Corvus hat das gehalten, was er in 2824 versprochen hat: einen guten und unterhaltsamen Roman abzuliefern. Ob er an Nr. 2824 herankommt, oder ob er gar besser ist? Na da ringe ich etwas mit mir, aber nichtsdestotrotz der Roman hat mir gefallen und ich habe ihn gerne gelesen.

Spannender als die Qualität des Romans ist für mich der Inhalt – und mit Verlaub: Das sollte eigentlich immer so sein.

„Unter den Sternenbaldachin“ entführt uns in die Geschichte der Eyleshionen und ihrer Heimatwelt Eyyo. Man konnte es sich vielleicht denken, es ist eine Dunkelwelt, die vor den Tiuphoren durch die Purpur Teufe gerettet wurde. Wobei Robert Corvus es versteht, die Episoden aus der Post-Purpur-Teufen-Welt Eyyo in eine spannende Rahmenhandlung zu kleiden, die vielleicht sogar noch mehr über die Eyleshionen aussagt, als die Rückblicke in die Vergangenheit. Dieses Mal gab es keinen direkten Cliffhanger, sondern ein Ende, das zwar Lust auf mehr macht, aber auch ein Ende dieser Episode darstellt.

Man merkt, dass Robert Corvus sowohl schreiben kann und zudem noch den Überblick über die übergeordnete Metahandlung behält. Ich wünschte, das wäre eine weiterverbreitete Eigenschaft in der aktuellen Serie. Ich war da schon oft voller Hoffnung, aber die Rückkehr zu den Viererblöcken scheint eine Wende weg vom Chaos des 2700er-Zyklus zu sein. Man darf nur nicht vergessen den Leser dort abzuholen, wo er sich gerade in der Handlung befindet. Ich jedenfalls wünsche mir mehr Perry Rhodan Romane von Robert Corvus.

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