Perry Rhodan 2871 gelesen … und einige Dinge waren arg unvorbereitet.
Aber ich finde, Verena Themsen hat das Bestmögliche aus der Vorgabe gemacht und einen guten Roman geschrieben. Zum Schluss fügen sich alle Pusselsteine zusammen und die Geschichte hinterlässt trotz einiger schwerverdaulicher Axiome ein gutes Gefühl.
Der wirkliche Knackpunkt an dem Roman ist die im vorhergehenden Roman eingetauschte Dakkar-Spanne, die auf einmal zum Sprung in das Sextadimbanner eines Sternengewerks befähigt. In der Schnelligkeit, mit der das geschah, wirkte das, selbst mit einer Artor-Superwissenschafterlin wie Sichu Dorksteiger und einem eigenen Kelosker, doch holperig und unglaubwürdig. Die technische Beschreibungen und das Konzept an sich dagegen fand ich plausibel.
Mit ein paar Heften Abstand zwischen den Ereignissen hätte das alles deutlich glaubwürdiger gewirkt. Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. So schreit die Dakkar-Spanne laut und unüberhörbar Deus ex Machina, obwohl es das Zeug für einigen Sense-of-Wonder hätte. Ich persönlich finde es erschreckend, mit welcher Mitleidlosigkeit und Gleichgültigkeit mit Elementen des Perryversums umgegangen wird. Und das schon seit Perry Rhodan 2700 (u.a. Gucky, Ronald Tekener, der Erden-Mond, Arkon, usw., usf.). Es ist so, als ob man das seit Generationen in der Familie befindende Tafelsilber zum Bleigießen an Sylvester verwenden würde. Bei mir verursacht das keine Aha-Erlebnisse, sondern eher Magengrimmen. Nun es schien sich gebessert zu haben, aber die Verkürzung des aktuellen Zyklus um 25 Hefte erzwingt wohl ein gewaltiges Biegen und Brechen, um zum Schluss doch noch irgendwie auf den Punkt zu kommen.
Vielleicht hätte das Weglassen der Nebenhandlung um den arkonidischen Sternenbaron und die LFT-Reporterin – so anschaulich und gut sie auch war – Platz für einen besseren Aufbau der Haupthandlung und die Vorbereitung auf das Kommende gelassen. Diese Nebenhandlung hätte mir mit genügend Abstand zum Zyklusende besser gefallen. An dieser Stelle war sie meiner Meinung nach leider fehl am Platz, zumal sie nur für ein unnötiges Auftrumpfen der RAS TSCHUBAI am Schluss benötigt wurde.
Der Roman war gut geschrieben, aber hier haben sich die Expokraten, meiner Meinung nach, mal wieder an vollkommen unnötigen Nebenschauplätzen verzettelt.
Gut, aber trotzdem die Latte gerissen.
* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ® sind eingetragene
Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt