Da wären wir wieder, am Punkt „so geht es nicht weiter“. Rückblickend könnte ich jetzt einfach den Text von Ersten, der hoffentlich keine Reihe werdenden, Reihe von Artikeln nehmen. Im Prinzip stimmt der Artikel noch genau so wie zu dem Zeitpunkt, an dem ich ihn geschrieben habe.
Geändert hat sich nicht wirklich viel, nominell stehe ich wieder an der Stelle, an der ich den Artikel geschrieben habe. Kein wirklicher Fortschritt bei den eigenen Projekten, dafür mal wieder fleißig und ausgiebig für andere Projekte geschrieben – unentgeltlich.
Ich weiß nicht wie, aber ich habe in unglaubliches Talent dafür mir Hobbys zusuchen, die in Arbeit ausarten. Nominell müsste ich jetzt konsequent sein und einfach den Stecker ziehen und meine eigenen Projekte vorantreiben.
Ehrlich gesagt würde ich das tun, wenn ich denn genau wüsste, was meine eigenen Projekte sind. Und genau hier liegt des Pudels Kern begraben. Ich blogge gerne, ich mag nur nicht, dass es sich nach Arbeit, dazu noch unbezahlter Arbeit, anfühlt. Und ich würde gerne mit meinen Romanen weiterkommen. Ein Roman ist geschrieben und steckt in der Überarbeitung fest, ein anderer ist zu 53/60 in der Rohfassung fertig und der Dritte wird sich zwangsläufig aus den beiden vorhergehenden Romanen ergeben – das Wörtchen Ende soll schließlich auch seine Berechtigung haben.
Liegt es also nur an den anderen Projekten, warum ich jetzt nicht vorankomme?
Die einfache und ehrliche Antwort ist: nein. Damit würde ich es mir zu einfach machen.
Die weitaus schwierigere Frage ist, worüber schreibe ich, was ist der wahre Kern der Geschichte, was das Herzensanliegen, das es wert ist, viel, sehr viel Zeit zu verbrauchen, um dann in einem Werk zu enden, das vielleicht niemanden interessiert? Das vielleicht sogar nicht gut oder gar wirklich, wirklich schlecht ist?
Meine beiden ersten Romane hatten und haben ein mir wichtiges, inneres Anliegen. Ob die jetzt jemand mag oder nicht, ist für mich frei nach Haruki Murakami auch nicht das, was man anstreben sollte. Man soll sich auf die Suche nach des wahren Pudels Kern begeben. Hat man solch ein Thema gefunden, dann hat man etwas das eben nicht belanglos ist, sondern etwas mit Gewicht, Wichtigkeit und Relevanz.
Aber auch ein Haruki Murakami hat mit seiner Frau einen Erstleser, ein Korrektiv, an dem sich das innere Anliegen messen lassen muss.
Was ist also nun, wenn das innere Anliegen beim Korrektiv mit Pauken und Trompeten durchfällt?
Kritik kann weh tun. Richtig schmerzt sie, wenn sie einen Nerv trifft. Sei es, weil sie berechtigt ist, sei es, weil sie ein direkter Stich ins Herz ist.
Ich kenne diese Erfahrung aus erster Hand und von beiden Seiten. Ich habe berechtigte und unberechtigte, aber in beiden Fällen schmerzende Kritik bekommen. Wenn ich selbst kritisiere, berücksichtige ich dieses und versuche möglichst konstruktiv zu kritisieren – was mir leider nicht immer gelingt. Nicht immer gelingt es mir – bei aller Mühe – wirklich das herauszuarbeiten und auszuformulieren, was mich den nun genau stört.
Dennoch finde ich, Kritik ist wichtig und nötig. Auch und besonders weil sie subjektiv ist. Wichtig ist, dass man ihr etwas entnehmen kann, was einen selbst weiterbringt. An der Stelle fängt dann die eigentliche Arbeit an. Kritik, die trifft, hat immer einen wahren Kern. Ob sich der dann so einfach extrahieren lässt, liegt dann auch am persönlichen Ballast des Kritikers. Manchmal sagen Kritiken mehr über den Kritiker aus, als über das zu kritisierende Werk.
An der Stelle ist man dann wieder ganz alleine auf der Suche nach dem inneren Anliegen. Dem eigenen und dem des Kritikers/Lesers/Autors. Weniger sollte es nicht sein, den die eigene Lebenszeit ist zu kostbar um sie mit Dingen zu vergeuden, die man nachher auf seinem Grabstein nicht genannt haben möchte.
In dem Sinne mache ich mich wieder auf die Suche nach des Pudels Kern – meines Kerns.
