Perry Rhodan 3003 gelesen …

…und man sollte vorher „Die Leben des Blaise O’Donnell“ gelesen haben.

Ich muss zugeben, ich hatte so meine Schwierigkeiten mit „Das Triumvirat der Ewigen“ von Michael Marcus Thurner. Es mag daran gelegen haben, dass mir nicht so wirklich klar wurde, worauf der wirkliche Fokus des Romans liegt.

Short: Perry Rhodan reist im Paau zu Homans Verborgenheit um dort die entführte Zemina Paath vor dem Triumvirat der Ewigen zu retten.

Wenn man jetzt an die Geschichte mit der Prämisse herangeht, es dreht sich um eine Rettungsmission aus einer jahrhundertelang vor dem Weltenbrand verborgenen in sich geschlossenen Welt, wirkt die Sache nicht wirklich rund. Einiges wirkt ungereimt und etwas zu hastig abgehandelt.

Wie zum Beispiele, gelingt es dem Alten, mir nichts dir nichts, jemanden zu entführen, der im Alleingang die gesamte RAS TSCHUBAI lahmgelegt hat? Warum geht Perry Rhodan komplett alleine auf diese Rettungsmission, denn er das auch mit Rückendeckung der Mannschaft der BJO BREISKOLL tun könnte?

Die eigentlich pfiffige Idee von Homans Verborgenheit kommt etwas kurz. MMT verfällt hier etwas in Klischees eines 1984. So ganz revolutionär neu ist das nicht. Mir fehlt dort etwas Hintergrund zur Entstehung und zur Technik der Verborgenheit.

Das Triumvirat als Böse Macht überzeugt eher bedingt, wenn man bedenkt wie leicht Perry Rhodan und die Bewohnern der Verborgenheit am Ende es am Ende überwinden. Etwas geschummelt war das schon, und Perry Rhodans Weitsicht wurde rehabilitiert.

Aber so ganz überzeugend war es nicht. Trotz Überlänge, bzw. fehlender LKS und sämtlicher sonstigen Beilagen fehlte für eine wirkliche Immersion ein weiterausholender Spannungsbogen und etwas mehr Beiwerk links und rechts der Haupthandlung.

Etwas Licht ins Dunkel brachte die anschließende Lektüre von „Die Leben des Blaise O’Donnell“, dem Abschlussband der „Verlorenen Jahrhunderte“. Kennt man die Vorgeschichte, dann wird klar, worum es in dem Roman wirklich geht: Um die Frage was macht die Unsterblichkeit aus einem Menschen?

Unter der Prämisse wird dann einiges klarer und stringenter.

Beide Romane leiden aber etwas unter dem Fehlen des eigentlichen Kernthemas, der Post-Ekpyrosis, die sich direkt an die Ekpyrosis anschließt. Etwas mehr zu den Auswirkungen und Veränderungen, die das der Milchstraße aufbürdet, hätte ich schon gerne in der Hauptserie gelesen. Ich muss zugeben, ich habe noch nicht alle Romane der „Verlorenen Jahrhunderte“ gelesen, werde das aber wohl nachholen müssen.

In Summe fehlt es mir im aktuellen Roman, aber auch besonders in der aktuellen Zyklushandlung etwas an der Immersion. Das Umfeld kommt zu kurz. Es fehlt Flair und Atmosphäre. Hier sollte vielleicht jemand seine Rosinante satteln und dem Weißraum den Kampf ansagen …

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ® sind eingetragene
Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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Gelesen: „Perry Rhodan. Das größte Abenteuer“ von Andreas Eschbach und Michael Marrak: „Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit“

Es passiert mir mittlerweile sehr selten, aber es passiert: Ich lese Bücher mit Genuss in kurzer Zeit und fast am Stück.

Wer mein Blog verfolgt gekommt mittlerweile den Eindruck mein Leben dreht sich nur noch um Perry Rhodan, und der erste Roman in der Besprechung wird den Eindruck wohl eher verstärken als relativieren:

Andreas Eschbachs „Perry Rhodan. Das größte Abenteuer.“

Erstanden habe ich das Buch auf dem Event zur Feier des 3000. Heftromans in der Erstauflage der Serie. Und es erst mal etwas abhängen lassen, zu groß mein Respekt vor dem mit fast 850 Seiten doch dickeren Schinken. Zumal bei mir noch einge angefangene Romane in selben Kaliber herumliegen.

Dann aber siegte die Neugierde doch und aus dem nur mal kurz reinlesen wurden das auf einen Schlag fast 100 Seiten. Es ließt sich, wie soll man es sagen: süffig.

Nicht zu fordernd, im Grundton eher ruhig und entspannt, dann wird es aber etappenweise richtig spannend. Andreas Eschbach ist hier die perfekte Mischung aus komplett Neuem, überwiegend sehr bodenständig Realistischem und der Frühzeit der Serie Verhaften gelungen. Der Roman ist somit definitiv was für Fans der Serie, aber auch für jemanden, der die Serie nicht kennt und sich einfach nur gut unterhalten möchte. Wobei dem vollkommen Unbeleckten der Personenkult um die Figur des Perry Rhodans etwas merkwürdig vorkommen mag. Da hat Andreas Eschbach die Frühzeit der Serie gut getroffen.

Die Geschichte erstreckt sich von der frühsten Kindheit Perry Rhodans, über eine Jugend, sein Erwachsenwerden, die Anfänge der Space Force bis zur Begegnung mit den Arkoniden auf dem Mond und der Gründung der dritten Macht.

So wäre Neo geworden, wenn man Andreas Eschbach die Serie hätte schreiben lassen: die perfekte Quadratur des Kreises aus modernem Stil und mittlerweile nostalgisch gewordenem Zeitgeist der 60 Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

In Summe würde ich sagen, habe ich eine neue persönliche Antwort auf die Frage, wo man den in die Serie Perry Rhodan einsteigen sollte!

Man wird sanft an die Serie herangeführt und bekommt Lücken in Bezug auf den Charakter der Hauptfigur der Serie geschlossen, von denen man nicht einmal wusste, das man sie hat 😉

Definitiv eine Empfehlung für Fans und Neugierige.

Wer es nicht ganz so lang, dafür aber deutlich phantastischer mag, der ist bei Michael Marraks „Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit“ genau richtig.

Mit knapp über 100 Seiten ist die Novelle kurz aber knackig. Wer Michael Marraks „Kanon der mechanischen Seelen“ kennt, wird sich sofort heimisch fühlen, schließlich begegnen einen dieselben Hauptcharaktere und das phantatische verrückte mechanische Leben in der deutlich stringenter erzählten Geschichte wieder.

Ebenso die das Opus Magnus aus dem Kanon, lebt die Geschichte vor allem von ihrer vor Leben und liebevollen Details überbordenden Umgebung und ihren Charakteren, als auch vom besonderen Sprachwitz des Autors. Die Handlung ist da fast Nebensache.

Kurz, aber ein besonderes Lesevergnügen, zum Beispiel anstatt eines verschwendeten Abends vor dem Fernseher.

Ich habe die Lektüre sehr genossen.

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Perry Rhodan 3002 gelesen …

… und das war deutlich besser.

Nach dem doch enttäuschenden Vorgängerroman von Oliver Fröhlich hat Michael Marcus Thurner einen Roman abgeliefert, der meiner Wunschvorstellung eines Perry Rhodan Romans deutlich näher kommt. Soweit man mich gelassen hat, habe ich den Roman in einem Schwung durchgelesen und bin bestens unterhalten worden. Das kann man schon mal als Wert für sich alleine stehen lassen und sollte schlicht und ergreifend die Norm sein. Der eigentliche Inhalt lässt sich kurz und knackig zusammenfassen.

Short: Der Siganese Sholotow Affatenga infiltriert mit seiner SCHOTE das ladhonische Raumpiratenausbildungsschiff POD-2203.

So kurz die Zusammenfassung auch ausfällt, dieser Roman bestätigt eine Binsenweisheit: Weniger ist manchmal mehr. Wichtig ist, dass man die Geschichte mit Leben füllt und genau das hat Michael Marcus Thurner sowohl mit dem Siganesen Sholotow Affatenga, der POD-2203 und der Perspektivfigur Adh Arrdhu getan. Der Singanse schaufelt nicht einfach nur Unmengen von Süßkram in sich hinein, nein, jede Praline hat einen eigenen Geschmack und eine eigene Bedeutung. Ganz in der Tradition eines Lemy Dangers bekommt der Leser einiges an Aktion geboten. Mir hat die Lebendigkeit und Tiefe der Figur ausgesprochen gut gefallen.

Beim angehenden Raumpiratennachwuchs, sprich Maat Adh Arrdhu, hat der Autor vielleicht etwas viel auf die Leidensschiene und Mitleidsschiene gedrückt. Nichtsdestotrotz sammelt der Ladhone dadurch einige Sympathiepunkte, die ihm zu einer komplexen, wenn auch noch nicht ganz ausgereiften Figur machen. Das Schiff selbst bietet einiges an Abwechslung, auch wenn nicht ganz klar wird, was die Ladhonen mit den entführten Olubfanern eigentlich anzufangen gedenken. Das Wort Organoid fällt, scheint aber keinerlei wissenschaftliche Neugierde bei den Ladhonen zu wecken.

Gut hat mir der Schluss gefallen, der mit den gesetzten Konventionen bricht auch wenn es dann etwas zu sehr in Richtung Friede, Freude Eierkuchen geht.

In Summe war es ein Roman, der gut unterhalten hat, auch wenn das eine oder andere Themengebiet ausführlicher hätte behandelt werden können.

In Summe lässt sich aber sagen, mindestens so mitnehmend sollten Roman geschrieben sein, mit denen man Altleser bei der Stande und Neuleser gewinnen will.

Zumindestens für den nächsten Perry sieht es da gut aus, denn der wurde ebenfalls von MMT geschrieben.

Ich bin gespannt.

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Perry Rhodan 3001 gelesen …

… und meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

Oliver Fröhlichs „Von Göttern und Gönnern“ hat mich bei der Lektüre erstaunlich kalt gelassen. Fünfhundert Jahre sind vergangen, die Milchstraße ist eine andere und die Hoffnung auf neue spannende Abenteuer auf unbekanntem Terrain wurden geschürt. Was davon wurde in dem Roman bedient?

Short: Ein kleiner Trupp von Raumschiff BJO BREISKOLL erkundet den Planeten der Olubfaner, während ein von den Ladhonen überfallener Raumer der Olubfaner sich auf den mühsamen Heimweg macht.

Es gibt Tage, da freut man sich auf eine entspannte Wochenendlektüre voller Abenteuer und Ablenkung. Und dann gibt es Tage, an denen man sich fragt warum einen der innere und äußere Konflikt zwischen altem Götterglauben und neuer säkularen Welt komplett kalt lässt. Möglicherweise, weil es, außer nebulösen Andeutungen, keinen wirklichen Konflikt gab.

Wir haben nichts wirklich Neues über die Cairaner erfahren, dafür gab es eine dröge Einsatzbesprechung mit innenarchitektonischer Unterhaltung, einem verfressenen Singanesen und viel seelischer Nabelschau, die der Situation nicht annähernd gerecht wurde.

Der beste Part war noch die Schilderung des olubfanischen Raumschiffes GLUTOBAT III und des Lebens auf dem Heimatplaneten Ollfa. Kein besonderer Flair oder Sense-of-Wonder umweht die neu gewonnene Reisebegleiterin Zemina Paath, die leise auf ihrem Koffer trommelt, während ihr Schiff auf einem lange verlassenen Stützpunkt des Solaren Imperiums geparkt werden soll. Wo mögen sich die ladhonischen Raumpiraten bloß verstecken? Das Wort Posizid fällt und wird vollkommen unbeachtet auf dem Boden liegengelassen.

In Summe wirkt der Roman eher lieblos zusammen gestoppelt, als mitreißend und aus einem Guss. Die Geschichte fließt nicht und nimmt einen nicht mit. Mich erinnert das böse an den Besuch im Goldenen Reich. Dem Ganzen fehlt Geschwindigkeit, Gefahr und Atmosphäre.

Was wäre bloß aus dem Roman geworden, wenn die Terraner das gekaperte Schiff gefunden hätten und das Rettungskommando der Posizid ereilt hätte? Und sie es mühsam unter Aufbietung aller Raffinesse und technischen Improvisation nach Ollfa geschafft hätten, um dort gleich in den Konflikt aus Glauben und gönnerhaften Cairaner zu stolpern? Möglicherweise ein spannender Roman …

Da ist noch eine Menge Luft nach oben.

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Perry Rhodan 3000 gelesen …

… und viele Wünsche wurden erhört.

Der Anfang einer Geschichte ist entscheidend. Er bestimmt die Ausgangslage, den Startpunkt, das Spielfeld, stellt die Protagonisten vor und bildet somit quasi das Fundament einer Geschichte. Das Fundament, auf dem ein Roman oder gar ein ganzer Zyklus aufsetzt. Die klassische Regel lautet hier wohl mindestens die gleiche Menge an Beton, der in den Himmel ragen soll, muss dann in dem Boden, um für die nötige Stabilität zu sorgen. Also keine geringe Last für etwas was gerade das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Wo bisher eher luftig agiert wurde, steht nun eine gewaltige, frisch betonierte Fläche in Raum, auf der sich die ersten Lagen des kommenden Zyklus schön erkennen lassen. Man merkt, hier wurde von den beiden Expokraten Wim Vandemaan und Christian Montillon nichts dem Zufall überlassen, hier wurde geklotzt, nicht gekleckert. Hier gab es Nägel mit Köpfen und um es nicht zu pathetisch werden zu lassen, jede Menge Lesespaß.

Short: Perry Rhodan erwacht auf der, sich im Dornröschenschlaf befinden RAS TSCHUBAI und findet dort eine neue Mitreisende vor, während in der neuen Milchstraße die Dinge nun etwas anders laufen als gewohnt.

Die Geschichte beginnt sehr auf Perry Rhodan fokussiert mit dessen Erwachen auf der RAS TSCHUBAI. Die gute Seele und das Gehirn des Schiffes die Semitronik ANANSI antwortet nicht, Perry Rhodan ist auf sich alleine gestellt, während sich alle anderen noch in der Suspension befinden. Man mag sich, wie später Atlan, fragen ob die Idee diese neue Situation erstmal alleine und auf eigene Faust zu erkunden, die cleverst mögliche Wahl ist oder nicht. Perry, ganz Riskopilot, erkundet die Lage und lässt sich auf die Situation ein und redet mit seinem Gegenüber, bevor er dann stringent aber mit dem nötigen Fingerspitzengefühl handelt. Ich müsste nicht, wie man den Charakter des namensgebeneden Serienhelden besser beschreiben könnte. Für Sense-of-Wonder ist in diesem Handlungszweig jedenfalls gesorgt, mir hat das ausgesprochen gut gefallen, obwohl ich immer noch etwas am Seiten-zu-Höhen-Verhältnis der Kathedrale knabbere ;).

An der Stelle zieht sich eine dicke, nicht zu übersehende, aber ordentlich gemachte Trennfuge durch das Fundament.

In zweiten Handlungsstrang erfahren wir einiges über die Lage in der Milchstraße. Temporeich und spannend erleben wir mit, wie die neuen Antagonisten das Leben in der Milchstraße gestaltet haben. Die Handlung ist bodenständiger, actionreich und liefert zum guten Schluss noch ein Bonbon politischer/organisatorischer Art. Ich habe mich jedenfalls bestens dabei unterhalten.

Man mag sich darüber streiten ob, ein Fundament aus einem Guss besser ist oder nicht, aber so bekommen beide großen Lager in der Leserschaft gleichberechtigt ihren Anteil. Sowohl die Anhänger des Phantastischen-, als auch des Abenteuerlagers, werden wohl einwenden, das man sich vielleicht auf einen Handlungszweig (wahrscheinlich dem ihren…) hätte konzentrieren sollen. Aber es allen recht zumachen ist wie die Quadratur des Kreises, ganz perfekt kriegt man es nicht hin, eine kleine Ecke bleibt immer übrig. Egal wie man des dreht und wendet. Oder wie viele Seiten man auch anfügen mag.

Mir haben beide Handlungsteile für sich allein stehend gefallen, das Spielfeld ist gut vorbereitet und die größte zusammenhängende Erzählung der Menschheitsgeschichte geht in die nächste Runde.

Möge der Gott des Schabernacks der Serie weiterhin gewogen bleiben 😉

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