FDL Countdown – noch 9 Tage

Heute das Interview mit der Gründerin und Chef-Galeristin von Space4Art: Asmita Duranjaya. Über diese Sim habe ich ja schon zwei Mal im Blog berichtet. Diese Sim ist immer einen Blick wert und es wird noch einiges zu berichten geben.

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Asmita steckt mitten in den Vorbereitungen für das FdL, sie hat mir aber trotzdem ausführlich per Email geantwortet. Aber nun genug des Vorworts, hier kommen es:

Frage 1: Was ist dir besonders wichtig am/beim FDL einerseits als Veranstalter, Künstler und auch selbst als Teilnehmer (Besucher)?

Antwort A. D.: Als das FdL das erste Mal angekündigt wurde, dachte ich, es sei wieder so ein unbefriedigendes Massenspektakel, wie viele in Second Life, wo die Kreativität von Künstlern gnadenlos ausgebeutet wird, um das Ego einiger weniger aufzuplustern. Daran wollte ich nicht mitarbeiten. Der Hartnäckigkeit von ChapTer Kronfeld ist es zu verdanken, dass ich beim nächsten Mal doch dabei war und als Künstlerin an der Gestaltung eines Sim-Projektes mitwirken konnte. Das hat mich dann davon überzeugt, dass hier die Einzelperson ernst genommen wird und dass der künstlerischen Arbeit der Respekt gezollt wird, der nötig ist, um sich akzeptiert und wohl zu fühlen. Ich hatte damals zur Thematik Licht und Schatten Platos Höhlengleichnis künstlerisch umgesetzt. Das hat wirklich Spaß gemacht, war ein guter Einstieg und ermutigte mich, auch 2013 mitzumachen und unsere Sim Space 4 Art als Austragungsort mit anzubieten. Da der Fokus dieses Festivals auf Literatur liegt und ich zusammen mit meinem Partner in RL bilinguale Lyrik von internationalen Autoren als Büchlein im Handtaschenformat mit ergänzender Info- und Edutainment-CD-ROM produziere, konzentriere ich meine Beiträge auf die Vorstellung dieser Autoren und erschaffe z. B. ein Kunst-Objekt bzw. eine größere Installation im Kontext eines Gedichts. Nicht immer kann der Autor oder die Autorin vor Ort sein und so versuche ich dann, durch Originalsoundfiles und natürlich mit Genehmigung der AutorInnen ihre Stimme doch präsent zu machen, eine Möglichkeit, die in der Virtualität gut umsetzbar ist.

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Frage 2: Was zeigst du als Teilnehmer/Veranstalter?

Antwort A. D.: Einer unserer Autoren stammt aus Afghanistan und letztes Jahr haben wir mit ihm ein Gedichtbändchen herausgebracht in den Sprachen Dari und Deutsch. A. Z. Hadi hatte bereits auf dem Literaturfestival auf der Sim der Brennenden Buchstaben life gelesen, ist aber zum FdL in diesem Jahr verhindert, so dass ich oben erwähnte Methode benutze, um trotzdem neun seiner Gedichte vorzustellen. Sie berühren die Themen Krieg, Migration, Erinnerung und zeigen insofern eine typische Migrantenperspektive. Zur Thematik habe ich eine symbolträchtige Installation vorbereitet, die eine Viertelsim überspannt und den jetzigen Zustand Afghanistans darstellen soll: Ein Land mit kostbaren Schätzen, der Zerstörung ausgeliefert und von ständiger Bedrohung durch die umgebenden Staaten und die Großmächte USA und Russland erschöpft. Wie kann es gelingen, nach Abzug der Truppen in den nächsten Jahren wieder eine modernisierte, eigenständige Identität aufzubauen? Einige Antworten stecken in den Hovertexten, von denen acht über die Installation verteilt sind. Dies ist die Infotainment-Komponente der Installation. Der Gast sucht die Hovertexte und schreibt sich den Buchstaben in Klammern auf. Die acht Buchstaben ergeben ein Wort, nämlich eine Stadt in Afghanistan. Dieses Wort muss nun in das Laptop-Keyboard hinter dem afghanischen Gehöft eingegeben und die Enter-Taste (rechts) angeklickt werden. Bei richtiger Lösung öffnet sich der Vorhang und der Besucher erhält ein Geschenk. Die Lesung der Gedichte wird umrahmt mit einigen Feldforschungsaufnahmen zu den Musikinstrumenten Dutar und Zirbaghali. Diese habe ich nachgebaut in SL und sie werden von zwei Avis gespielt werden. Ferner stelle ich hybride Blumenporträts aus in einem Gehöft mit orientalischer Ästhetik. Auch der Autor A. Z. Hadi wird als Avatar anwesend sein, doch Fragen können ihm nur über nc gestellt werden J.

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Frage 3: Wie bist du zu den virtuellen Welten gekommen und was reizt dich persönlich besonders daran?

Antwort A. D.: Wie viele Deutschsprachige habe ich im Herbst 2007 in SL angefangen und wollte die virtuelle Welt als Werbestrategie für unsere in RL produzierten Bücher nutzen. Deshalb begann mein zweites Leben in einem Buchshop auf Book Island. Schnell weitete sich jedoch mein Horizont in Richtung künstlerische Betätigung aus und ich lernte immer mehr internationale Künstler in Second Life kennen, an denen ich mich orientierte und die mir die Motivation gaben, mich in viele der virtuellen Techniken einzuarbeiten. Es begann dann eine ungemein spannende und hochkonzentrierte Entwicklung, die mich zu vielen Ausstellungen, Wettbewerben, Auszeichnungen und Aktivitäten führte. Eine ausführliche Liste ist auf Space 4 Art zu erhalten. 2010 war ich es leid, ständig auf kleinen Landparzellen operieren zu müssen und zum gleichen Zeitpunkt suchte ChapTer Kronfeld nach neuem Land, so dass schließlich die Idee entstand, eine ganze Sim zu mieten. Unsere dritte Partnerin war Migina Miklos, die eher negative Erfahrungen mit einer Homestead-Sim gemacht hatte. Space 4 Art war geboren und ich organisierte die Sim und das Künstlerprogramm, denn von Anfang an war es mir wichtig, nicht nur selbst als Künstlerin wahrgenommen zu werden, sondern auch für andere Möglichkeiten zu schaffen, sich darzustellen. Ich organisiere gerne, auch in RL, und so bot Space 4 Art von Anfang an das geeignete Umfeld. Als Migina dann ausschied, übernahmen Moe Sandalwood und Lilia Artis ihren Landanteil und nun wird im November 2013 nach FdL ein dritter Wechsel stattfinden, da die beiden sich mehr auf RL konzentrieren müssen. ChapTer Kronfeld und ich sind somit die tragende Basis von Space 4 Art, und wegen meiner Organisationsarbeit und der Betreuung von 16 weiteren Künstlern in einer sehenswerten Galerie identifiziere ich mich sehr damit und bin ChapTer dankbar, dass er die Grundidee mitträgt und mithilft, das Projekt am Laufen zu halten.

Für mich persönlich kommt hinzu, dass mir SL und jetzt auch Metropolis Verwirklichungsmöglichkeiten bietet, die ich in RL nicht sehe. Hat man gelernt, das Handwerkszeug einigermaßen souverän zu beherrschen, sieht man schier unerschöpfliche Möglichkeiten zu künstlerischer Ideenverwirklichung. Ich habe es von Kindesbeinen an geliebt, mich in unerforschte Welten hineinzubegeben und bin auch heute noch Science Fiction-Fan. Der immersive Sog virtueller Welten ist für mich unwiderstehlich und ein sehnlicher Wunsch ist es, in Zukunft einen Chip zur Verfügung zu haben, der implantiert wird und durch den man in der Lage ist, die Virtualität physisch-real zu betreten….

 

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FDL Countdown – noch 10 Tage

Heute an Tag 10 – nach neuer Zeitrechnung  – habe ich die Ehre das Interview mit der Gründerin der Brennenden Buchstaben und Mit-Organisatorin des FdLs online stellen zu können: Kirsten Riehl, in Second Life als Zauselina Rieko bekannt. Das Interview fand im Kafé Krümelkram statt und ist, so unter Schriftstellern, etwas länger geworden.

Kirsten Riehl: Hallo Markus.

Hydors Golem: Hallo Kirsten. Vielen Dank das du für ein Interview zur Verfügung stehst, es ist bestimmt im Moment viel mit den Vorbereitungen für das FDL zu tun, oder?

Kirsten Riehl: Es ist viel Arbeit, aber ich stemme das nicht alleine. Das würde gar nicht funktionieren. Ich bin froh, dass sich noch mehr Leute dafür begeistern können und beitragen, was sie beitragen könne.

Hydors Golem: ja ich habe bei meinen Interviews viel Begeisterung spüren können.

Kirsten Riehl: das ist das Tolle: dass sich so viele damit identifizieren und es zu „ihrem“ Projekt erklärt haben. Es ist schon längst nicht mehr „mein“ Projekt sondern „unser“ Projekt.

Hydors Golem: ja das hat man definitiv bemerkt! Ich habe da ein Standard-Set an Fragen, und ich würde dann mal mit der ersten anfangen. Was ist Dir besonders wichtig am/beim FDL einerseits als Veranstalterin aber auch als Teilnehmerin?

Kirsten Riehl: wichtig sind mir:

  • Zusammenarbeit
  • Vernetzung
  • Austausch
  • Förderung der Künste, der Kultur und ….. natürlich…. der Literatur.

Hydors Golem: Ich habe mal kurz auf den Programmplan geschaut und du liest auch selber. Was zeigst du uns als Teilnehmerin?

Kirsten Riehl: ich schreibe Lyrik und daneben gehört mein Herz dem Thriller / Krimi. Also werde ich wahrscheinlich aus diesen Genres lesen. Ich habe einige Texte „in der Schublade“. Ich denke ich werde aus diesem Fundus schöpfen, da ich es nicht schaffe, nebenher noch was neues extra fürs FdL zu schreiben.

Hydors Golem: ja so auf Kommando was schreiben ist nicht ganz einfach, da braucht man schon die richtige Idee zu genau dem Zeitpunkt.

Kirsten Riehl: und auch Zeit, die fehlt leider im Moment dafür. Es geht viel Zeit in die Organisation.

Hydors Golem: Ja, das denke ich mir. Es ist bestimmt nicht immer ganz einfach alle unter einen Hut zu bekommen.

Kirsten Riehl: aber ich denke, wir können das Publikum immer noch überraschen mit einem der beliebten Sketche Kueperpunk-Zauselina. Wenn die beiden sich streiten – also nur virtuell :-9 und sich vermöbeln.

Hydors Golem: Ah so was macht ihr? Das geht dann in Richtung Action-Performance?

Kirsten Riehl: ja diese Sketche sind entstanden – mehr zufällig, als wir im Spaß gestritten haben. Über irgend einen Unsinn. Da haben wir dann etwas später Sketche da zu gemacht. Mal Thorsten, mal ich und dann haben wir sie aufgeführt.

Mit Geräuschkulisse.

Wir haben mit Töpfen geklappert, mit Tassen und einen Mixer dazu genommen.

Hydors Golem: bestimmt beeindruckend, da bin ich mal gespannt

Kirsten Riehl: und ich bin dann immer die Böse, die ihn vermöbelt. Autsch.

Hydors Golem: Na die Bösewichte sind aber meistens die interessanteren Charaktere oder?

Kirsten Riehl: ja, irgendwie schon. Uns macht es ja auch riesig Spaß. Wir beide sind ziemliche Kindsköpfe. Es ist halt eine Überraschung, wenn eine Lesung damit beginnt.

Hydors Golem: ja doch, auf jeden Fall.

Kirsten Riehl: dass die angekündigten seriösen Herrschaften sich vor laufendem Mikrofon anfangen zu streiten und erst mal ist gar nicht klar, dass es sich um einen Sketch handelt.

Hydors Golem: Und hat es schon dabei Hilfe-/Schlichtungsangebote aus dem Publikum dabei gegeben?

Kirsten Riehl: haha, nein. Leider kann man ja in einem Chat (SL ist ja ein solcher) nicht sehen, wie das Publikum reagiert. Das geschieht ja immer mit Zeitverzögerung. Und dann muss man die abgeschickten Gesten interpretieren.

Hydors Golem: ja das Non-Verbale fehlt ab und zu, dass geschieht ja eher unbewusst.

Kirsten Riehl: aber ich denke: wenn es absolut nicht gefallen würde, kämen die Leute kein 2. oder 3. mal zu den Veranstaltungen.

Ja, das Nonverbale fehlt, das ist mitunter irritierend. Der Mensch wurde ursprünglich nicht für den virtuellen Chat konzipiert.

Hydors Golem: Das ist war. Wie bist eigentlich du zu den virtuellen Welten gekommen und was reizt dich persönlich besonders daran?

Kirsten Riehl: Oh, zur virtuellen Welt bin ich gekommen, weil ich im TV von SL gehört hatte. Und zwar:

Es gibt den 3D Chat Second Life und da kann man FLIEGEN.

So profan war das. Ich habe nämlich furchtbare Höhenangst und dachte: das ist eine Möglichkeit die Höhenangst zu überwinden. Ich kann fliegen ohne reale Absturzgefahr. Dann habe ich mich da angemeldet und war sofort angefixt.

Hydors Golem: Wow und hat es funktioniert?

Kirsten Riehl:  ja, ich bin die ganze Zeit herum geflogen. Lacht.

Aber es hat mich auch mit anderen Ängsten konfrontiert. Meine Angst vor Dunkelheit zum Beispiel. Ich konnte lange keine Dunkelheit ertragen in SL, obwohl es ja bloß virtuelle ist. Nur Pixel auf dem Bildschirm.

Aber auch das hat nachgelassen, wenn gleich es gedauert hat. Erst viel später habe ich die Idee gehabt, dass virtuelle Lesungen möglich sind. Am Anfang standen meine Ängste. Verrückt, oder?

Hydors Golem: Ja auch die virtuelle Welt kann beängstigend sein, ich habe mal einen Game gehabt, das musste ich sofort wieder aus machen. Ich glaube es war Doom3, hartes Taschenlampenlicht im Dunkeln. Das war dann auch nicht meins.

Kirsten Riehl: Ja, es berührt sehr real, das kann man manchmal kaum erklären.

Hydors Golem: Nun ich bin schnell in einer Welt gefangen, das wird dann real.

Kirsten Riehl: ja geht mir genauso. Real und virtuelle sind schnell dasselbe für mic.

Hydors Golem: aber kommen wir vielleicht zu einem anderen Thema. Das FdL findet ja nicht nur in SL sondern auch im Hypergrid statt, wie siehst du das Verhältnis von SL und OpenSims zu einander?

Kirsten Riehl: weiß nicht, inwiefern an da von einem „Verhältnis“ sprechen kann. ich verstehe, dass man SL den Rücken kehrt, weil man von verschiedenen Sachen die Nase voll hat. Weil man Projekte durchziehen möchte und weil man das in OpenSim besser realisieren kann.

Ich bemühe mich, die OpenSimler mit ins Boot zu nehmen, weil ich den Enthusiasmus schätze, den sie dort an den Tag legen.

Dem selben Enthusiasmus dem auch ich verfallen bin mit meinem SL Projekt.

Hydors Golem: es scheint ein Thema zu sein das kontrovers werden kann, wobei einige in beiden Welten präsent sind.

Kirsten Riehl: ja in beiden Welten bin ich ja auch online. Ich mag und kann SL nicht aufgeben, aber OpenSim ist eben auch interessant.

Hydors Golem: ja das kann ich bestätigen, es ist eine gute Möglichkeiten das Potenzial der virtuellen Welten mal eben auf dem Rechner zu Hause auszuprobieren und dann erst den Sprung in die Öffentlichkeit zu wagen.

Kirsten Riehl: Genau! In OS faszinieren mich zudem die nette Gemeinschaft und die Freundlichkeit der Bewohner/innen, und die Intensität, mit der Projekte realisiert werden.

Hydors Golem: nun einen Nachbrenner zu den Ängsten hätte ich noch: In wie weit beeinflusst die Beschäftigung / der Kampf gegen Ängste dein literarisches Werk? Vielleicht deswegen die Beschäftigung mit Krimis/Trillern oder Horror?

Kirsten Riehl: Ja zu 100 Prozent. Meine Ängste schlagen sich in meinen Texten nieder. Das ist Verarbeitung, aber auch Übertreibung und literarische Auseinandersetzung. Jede(r) Autor(in) verarbeitet immer auch reale Erfahrungen in den Texten. Was aber nicht heißt, dass die Texte 100 Prozent autobiografisch wären.

Hydors Golem: doch das kann ich bestätigen, das war bei mir auch nicht anders. Etwas Abstand tut doch gut dabei.

Kirsten Riehl: Stimmt. Man muss beim Schreiben aber immer auf eigenen Erfahrungen zurückgreifen.

Hydors Golem: nun einen wahren Kern haben die meisten Geschichten. Ich bin dann mal auf deine Lesung auf dem FDL gespannt.

Kirsten Riehl: … und ich freue mich aufs FdL und den Kontakt zum Publikum

Hydors Golem: Ich glaube das ist ein gutes Schlusswort für das Interview und ich möchte mich für das tolle und inspirierende Interview bedanken!

Kirsten Riehl: war mir ein Vergnügen !!!!

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FDL Countdown – noch 10,5 Tage

Hat sich der Hydor verzählt? Darauf eine klare Antwort: Jein! Es kommt darauf an, ob man die Null mitzählt und wie man zählt. Aber um Verwirrungen zu vermeiden, führe ich einen Schalttag in den FdL-Countdown ein und gleiche den Countdown damit auf die allgemein gängige Zählweise an …

Aber nun zum heutigen Interview, egal wie man jetzt nun zählt. Heute ist das Interview mit einem Mann, der lieber im Hintergrund wirkt und kein Freund übertrieben großer Reden ist: Bastian Barbosa.

Viele werden ihn vom SL-Planetarium her kennen, einem Ort, der für viele Veranstaltungen eine fantastische Kulisse bietet. Oft extra nur für diesen Anlass liebevoll erstellt. Bastian war schon in den Umbau-Vorbereitungen für das FdL, hatte aber trotzdem Zeit für ein Interview.

Hydors Golem: Hallo Bastian, auf meinem Blog habe ich den FDL-Countdown gestartet. Es wird eine kleine Interview-Reihe und ich würde dich gerne dafür interviewen, wenn du möchtest.

Bastian Barbosa: Sehr gerne, ich bin dabei – Es kann los gehen.

Hydors Golem: Was ist dir besonders wichtig am/beim FDL einerseits als Veranstalter aber auch als Teilnehmer?

Bastian Barbosa:

Als Veranstalter: dass viele Leute kommen, dass wir damit erreichen das Second Life nicht auf Sex und Rollenspiele reduziert wird … das es eine lebendige Kulturszene hier in SL gibt und das alles reibungslos abläuft.

Als Teilnehmer: Ein paar Tage die mich zum Nachdenken anregen und eine Menge Spass.

Hydors Golem: was ich bisher gesehen habe ist da eine Menge Interessantes dabei. Was gibt es bei dir im in der umwerfenden Kulisse des SL-Planetarium zu sehen?

Bastian Barbosa: Wir sind mit vier Acts dabei. Über das, was es bei uns zu sehen gibt möchte ich jetzt noch nicht soviel sagen. Wir hoffen, dass wir das Publikum begeistern können und arbeiten an fantastischen Kulissen, die die Auftritte der Künstler unterstreichen werden..

Markus, wir fangen heute mit den Kulissen und den Vorbereitungen an, da wir im RL noch immer an unseren Online Shop bauen, bin ich noch gar nicht so richtig dazu gekommen.

Hydors Golem: Wer wird den alles bei dir auftreten?

Bastian Barbosa: Jaynine Scarborough mit einem Konzert

und Frank Sorge mit einer Lesung

und Automatic Quandry mit einem Konzert

und Markus Becker mit einer Lesung.

Hydors Golem: Also volles Programm für die Tage des FDLs.

Bastian Barbosa: Ja, wir freuen uns schon alle darauf, das ist das größte Event, das es in Second Life gibt und dieses mal findet es ja nicht nur in SL statt.

Hydors Golem: Ja auch in Metropolis. Wie siehst du das Verhältnis zwischen SL und den Opensim basierten Welten?

Bastian Barbosa: Puh Markus, jetzt stellst du mir aber eine Frage. Da muss ich ja aufpassen was ich schreibe ohne vielen Menschen auf die Füße zutreten.

Was schreib ich den da jetzt?

Die OpenSims sind eine völlig unkommerzielle Sache – bis auf Avenation – daher eine gute Idee, die es wert ist, unterstützt zu werden. Die Masse der Nutzer von virtuellen Welten sind aber bis jetzt noch in Second Life zu Hause – was sich vielleicht einmal ändern wird.

Hydors Golem: Nun Opensim ist auf jeden Fall eine Möglichkeit zum einfachen Experimentieren mit allen Möglichkeiten der Virtualität

Bastian Barbosa: Ja, das stimmt.

Hydors Golem: wie bist du zu den virtuellen Welten gekommen und was reizt dich persönlich besonders daran?

Bastian Barbosa: Ich bin 2007 durch den Hype der in den Medienberichten auf Second Life aufmerksam geworden, fasziniert hat mich das ich kreativ sein und Ideen umsetzen konnte. Anfangs habe ich mich aufs Bauen konzentriert und ganze Sims voll gebaut mit Gebäuden und Gegenstände. Das Ausleben meiner Kreativität, was das Bauen hier in SL betrifft, hat mich fasziniert. Es macht mir auch immer noch Spass, meine schöpferische Kreativität hier freien Lauf zu lassen und das Durchführen von kleinen Events in SL reizt mich noch immer.

Hydors Golem: Ich durfte ja bei dir auch schon mal in wundervoller extra angefertigter Kulisse lesen. Vielen dank für das Interview und fürs Lesen lassen natürlich.

Bastian Barbosa: danke für dein Interesse zu einem Interview mit mir.

Ich würde mich freuen wenn du mal wieder lesen magst bei uns.Wie weit bist du mit deinem Buch an dem du gerade schreibst?

Hydors Golem: Gerne, die Rohfassung ist soweit eigentlich fertig …

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FDL Countdown – noch 11 Tage

Heute erst kurz etwas in eigener Sache vorweg: Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich bisher spontan von mir haben interviewen lassen. Es waren immer sehr angenehme, interessante und erhellende Gespräche. Und das trotz (oder wegen) des heran nahenden Großereignisses bei dem bestimmt der eine oder andere schon Lampenfieber bekommt.

Auch mir passiert das, was bestimmt schon mal dem einen oder anderen passiert ist: RL funkt dazwischen. Aber ich kann mich glücklich schätzen, das viele von euch schon einiges mehr an Erfahrung mit Interviews haben. So wie zum Beispiel auch Michael Iwoleit, dessen Interview ich gleich bringen werde. Ich verändere also etwas die Reihenfolge der Interviews, aber keine Angst es wird kein Interview deswegen verlohren gehen. Er hatte noch etwas mit seinem Musik-Equipment zu kämpfen, hatte aber trotzdem ein offenes Ohr für den Frischling an der Blogtastatur und so hat er mir die FDL-Fragen dann offline per Email beantwortet. Ich denke das ist absolut legitim, da es hier nicht darum geht Enthüllungsjournalismus zu betreiben, sondern einfach Lust auf das FDL und die vielen tollen und erlebenswerten Programmpunkte zu machen.

Wer im Stress ist und/oder lieber in Ruhe über die 3 Standard FDL Fragen nachdenken möchte, kein Problem: eine Email an interviews at hydorgol dot de genügt. Aber natürlich stehe ich auch gerne für Interviews direkt in SL oder auch Metropolis live betreit. Einige Interviews habe ich schon, aber noch sind Tage bis zum Tag NULL des FDL Countdowns frei.

Aber nun geht es endlich los:

Ich traf Michael Iwoleit in seinem World Culture Hub im Kreativdorf, und hier seine Antworten auf die Fragen, die – ich hoffe (fast) alle im Zusammenhang mit dem FDL – bewegen:

> 1. Was ist dir besonders wichtig am/beim FDL als Teilnehmer?

Es ist mir eine Ehre und eine große Freude, Teil eines sehr abwechslungsreichen
und vielfältigen Programms zu sein, das dem Second-Life-Publikum an mehreren
Tagen geballt präsentiert wird. Ich bin mir sicher, daß das Festival der Liebe auch
in diesem Jahr wieder seine magischen Momente haben wird, wenn sich die
Faszination und Möglichkeiten virtueller Welten auf ideale Weise realisieren. Momente,
die mir vom letzten Jahr in bleibender Erinnerung geblieben sind, waren der Auftritt
von Jana Kyomoon im SL-Planetarium sowie das Konzert von Songschreiberin und
Sängerin Sarah-Marie Philipps.

> 2. Was zeigst du uns als Teilnehmer?

Literatur, genauer gesagt Science Fiction, wird wieder der Schwerpunkt meiner
Beiträge sein. Ich bin diesmal mit drei halbstündigen Lesungen dabei, eine in
Second Life, sowie zwei im Metropolis-Grid, eine auf Deutsch und eine auf Englisch
(ich schreibe gelegentlich auf Englisch, und es ist nicht das erste Mal, daß ich im
Metaversum Englisch lese). Ich hoffe, daß ich bis zum FdL einiges neue Material
fertig haben werde. Als Elektronik-Musiker betrachte ich mich zwar noch als
Amateur, aber auch in dieser Eigenschaft bin ich wieder eingeladen. Am Freitag
den 18. werde ich im Stuttgarter SIm eine halbe Stunde live spielen.

> 3. Wie bist du zu dem virtuellen Welten gekommen und was reizt dich persönlich besonders daran?

Ich bin, wie einige andere, erstmals auf Einladung von Thorsten Küper aka
Kueperpunk Korhonen, der mich zu Lesungen eingeladen hat, mit Second Life
in Berührung gekommen. Intensiver erforsche ich das Metaversum seit etwa
einem Jahr, als ich mir einen stärkeren, von der Graphikleistung her besser für
SL geeigneten Rechner zugelegt habe. Neben einigen angenehmen persönlichen
Freundschaften, die sich in dieser Zeit mit Leuten aus aller Welt ergeben haben,
schätze ich an SL besonders die Möglichkeit, sich frei von den physikalischen
Beschränkungen der realen Welt zu kulturellen Aktivitäten zusammenzufinden.
Was die kreative und künstlerische Nutzung dieser Möglichkeiten angeht, stehen
wir, glaube ich, alle noch am Anfang.

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FDL Countdown – noch 12 Tage

Heute gibt es ein Interview mit einer Künstlerin in RL und SL(+) : Moewe Winkler. Ich wurde zum Interview von ihr in den Zyberspake eingeladen, in dem ich voller Entusiasmus empfangen wurde. Hier nimmt gerade ihr Beitrag für das FDL Formen an und man merkt sofort, dass Moewe hier mit viel Herzblut bei der Sache ist.

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Moewe Winkler: wenn Du magst, kannst du mich gern in Zyberspake besuchen, es ist allerdings noch ein Bauplatz.

Hydors Golem: nicht schlimm, sieht aber schon ganz gut aus!

Moewe Winkler: so ungefähr sieht es im Inneren der Festplatte aus, glaube ich

Hydors Golem: sogar mit Viren

Moewe Winkler: ja klar, die werden ja hier geboren. Schau mal das Ei wird dann noch aufplatzen und dann kommen sie raus alle paar Minuten. Da sind welche sind sie nicht süß?

Hydors Golem: hehe ja, doch sehr beeindruckend.

Moewe Winkler: ich habe gesehen, dass Du jeden Tag ein Interview machen willst?

Hydors Golem: Ja, ich hab mir dafür 3 bis 5 Standard Fragen ausgedacht, damit es nicht zu lang wird, fangen wir gleich mal mit der ersten an:

Was ist Dir besonders wichtig am/beim FDL als Teilnehmerin ?

Moewe Winkler: Mir ist erstmal wichtig, dass es das überhaupt gibt. Dass sich so viele Kreative auf dieses Festival ausrichten und ihre Sachen zeigen. Wenn dann noch viele Besucher kommen und alle Spaß haben, das ist für mich am wichtigsten.

Also auch der Spaß. Vor allem der Spaß.

Du siehst ja, auch hier im Inneren der Festplatte gibt es etwas davon. Trotz der scharfen Zähne die auch Pixel und Viren manchmal haben.

Hydors Golem: Also diese Installation macht auf jeden Fall Spaß! Damit haben wir ja fast schon die zweite Frage beantwortet: Was zeigst du uns als Teilnehmerin?

Moewe Winkler: Ich zeige, wie es möglicherweise im inneren der Festplatte aussieht, wir befinden uns ja gerade in einer ersten Version. Hier, auf meiner Parzelle namens „Zyberspake“ im Kreativdorf, wird es eine Lyrik-Lesung mit Stephan Enke geben. Und zweitens gibt es ja noch mein Lyrik-Labor vorn am Kafé Krümelkram. Dort experimentiere ich mit Klängen und Lyrik-Sounds, vertone also meine Gedichte und gebe ihnen dort ein virtuelles Zuhause. Das Lyrik Labor wird auf dem FdL neu eröffnet.

Ja und Drittens, ganz wichtig: ich beteilige mich auch mit einem Beitrag auf der Gemeinschafts-SIM im Open-SIM-Grid Metropolis. Was ich dort mache, überlege und probiere ich gerade.

Hydors Golem: Ja ich stecke auch noch in meinen Vorbereitungen für Metropolis.

Moewe Winkler: Also Du siehst, ich experimentiere gern. Ich finde es toll, dass das FdL dieses Mal quasi Grid-übergreifend stattfindet. Denn SL ist zwar toll, aber nicht nur, wenn man beispielsweise an die gerade aktuellen Änderungen der TOS denkt, bei denen man ja quasi seine Urheberrechte an Linden abgibt. Ich hoffe sehr, dass Linden das zurücknehmen wird.

Hydors Golem: nun für Künstler eigentlich ein K.O.-Schlag oder?

Moewe Winkler: Hm KO-Schlag – Du meinst die TOS? Irgendwie schon. Selbst wenn ich denke, ach, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird — so richtig angenehm finde ich den Gedanken nicht, wenn im Backoffice einer sitzt und sagt: Äääätsch, ist man alles meins !!!

Hydors Golem: Ja das ist keine angenehme Vorstellung. Hm ja ich habe für meine Experimente mich auch für OpenSim entscheiden, es wäre bei der Größe auch nicht anders möglich gewesen, oder jedenfalls für Normalsterbliche bezahlbar.

Moewe Winkler: Das stimmt. Man kann ganz toll herumprobieren und gestalten, ohne an Geld- oder Prim-Ressourcen denken zu müssen.

Hydors Golem: Nun noch meine heimliche Lieblingsfrage: Wie bist du zu den virtuellen Welten gekommen und was reizt dich persönlich besonders daran?

Moewe Winkler: 2007 habe ich davon gelesen und habe mich mal eingeloggt, fand es aber ehrlich gesagt langweilig. So 1-2 Jahre später bin ich mal wieder reingegangen und habe mich in der Kunst- und Literatur-Szene umgeschaut. Dabei bin ich auf die Kunst-SIM Caerleon gestoßen und auf das Kafé Krümelkram und Kueperpunk und habe gesehen, dass man hier Kunst und Lyrik verbinden kann. Im so genannten Real Life schreibe ich ja Gedichte und male, so richtig mit Pinsel und Farbe. In virtuellen Welten kann ich beides verbinden zu Multimedia-Installationen. Das finde ich sehr reizvoll. Und Spaß macht es auch. Es ist aber auch eine für mich zeitgemäße Kunstform in der digitalen Welt

Hydors Golem: Ja die Möglichkeiten sind in den virtuellen Welten echt beeindruckend, ich fange gerade selbst an an der Oberfläche zu kratzen. Das Skripting scheint da der nächste Schritt zu sein oder?

Moewe Winkler: Bei mir ja. Ich habe zuerst einfach meine Bilder fotografiert und hochgeladen, eine SIM gemietet, und herumprobiert. Dann kommt das Scripten ganz von allein, man kann am Anfang ja viele vorhandene Scripte und Partikel nutzen. So bekommen dann Bilder eine neue Dimension, bewegen sich, sprechen etc.

Hydors Golem: so wie deine Viren hier ?

Moewe Winkler: Hier steckt gar kein reales Bild dahinter, nur die Pixel-Textur, das ist die Verpixelung eines aktuellen Aquarells von mir. Also das ist der nächste Schritt bei mir gewesen, mich von den Bildern zu lösen und reine 3D-Installationen zu bauen, ohne Bildbezug. Das Schreiben von eigenen Scripts ist jetzt bei mir gerade aktuell. Alles in allem sind die virtuellen Welten eine tolle Leinwand. Echt. Ja, die Viren sind ohne direkten Bildbezug — wenn man mal davon absieht, dass ich mich auch in meinen RL-Bildern mit Rastern und Punkten beschäftige und Elektronik-Teile integriere etc. pp.

So gesehen hängt alles zusammen

Hydors Golem: Wow ja es ist beeindruckend. Vielen Dank für das tolle Interview. Ein Punkt, den man auf dem FDL sich definitiv ansehen sollte.

Moewe Winkler: ich danke Dir, Hydorgol!

Ich bekam dann noch eine Vorführung der Viren-Fütterung, aber das sollte man sich definitiv beim FDL live vor Ort ansehen! Unten noch ein paar Impressionen von den schlüpfenden Viren ….

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