Perry Rhodan 3000 gelesen …

… und viele Wünsche wurden erhört.

Der Anfang einer Geschichte ist entscheidend. Er bestimmt die Ausgangslage, den Startpunkt, das Spielfeld, stellt die Protagonisten vor und bildet somit quasi das Fundament einer Geschichte. Das Fundament, auf dem ein Roman oder gar ein ganzer Zyklus aufsetzt. Die klassische Regel lautet hier wohl mindestens die gleiche Menge an Beton, der in den Himmel ragen soll, muss dann in dem Boden, um für die nötige Stabilität zu sorgen. Also keine geringe Last für etwas was gerade das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Wo bisher eher luftig agiert wurde, steht nun eine gewaltige, frisch betonierte Fläche in Raum, auf der sich die ersten Lagen des kommenden Zyklus schön erkennen lassen. Man merkt, hier wurde von den beiden Expokraten Wim Vandemaan und Christian Montillon nichts dem Zufall überlassen, hier wurde geklotzt, nicht gekleckert. Hier gab es Nägel mit Köpfen und um es nicht zu pathetisch werden zu lassen, jede Menge Lesespaß.

Short: Perry Rhodan erwacht auf der, sich im Dornröschenschlaf befinden RAS TSCHUBAI und findet dort eine neue Mitreisende vor, während in der neuen Milchstraße die Dinge nun etwas anders laufen als gewohnt.

Die Geschichte beginnt sehr auf Perry Rhodan fokussiert mit dessen Erwachen auf der RAS TSCHUBAI. Die gute Seele und das Gehirn des Schiffes die Semitronik ANANSI antwortet nicht, Perry Rhodan ist auf sich alleine gestellt, während sich alle anderen noch in der Suspension befinden. Man mag sich, wie später Atlan, fragen ob die Idee diese neue Situation erstmal alleine und auf eigene Faust zu erkunden, die cleverst mögliche Wahl ist oder nicht. Perry, ganz Riskopilot, erkundet die Lage und lässt sich auf die Situation ein und redet mit seinem Gegenüber, bevor er dann stringent aber mit dem nötigen Fingerspitzengefühl handelt. Ich müsste nicht, wie man den Charakter des namensgebeneden Serienhelden besser beschreiben könnte. Für Sense-of-Wonder ist in diesem Handlungszweig jedenfalls gesorgt, mir hat das ausgesprochen gut gefallen, obwohl ich immer noch etwas am Seiten-zu-Höhen-Verhältnis der Kathedrale knabbere ;).

An der Stelle zieht sich eine dicke, nicht zu übersehende, aber ordentlich gemachte Trennfuge durch das Fundament.

In zweiten Handlungsstrang erfahren wir einiges über die Lage in der Milchstraße. Temporeich und spannend erleben wir mit, wie die neuen Antagonisten das Leben in der Milchstraße gestaltet haben. Die Handlung ist bodenständiger, actionreich und liefert zum guten Schluss noch ein Bonbon politischer/organisatorischer Art. Ich habe mich jedenfalls bestens dabei unterhalten.

Man mag sich darüber streiten ob, ein Fundament aus einem Guss besser ist oder nicht, aber so bekommen beide großen Lager in der Leserschaft gleichberechtigt ihren Anteil. Sowohl die Anhänger des Phantastischen-, als auch des Abenteuerlagers, werden wohl einwenden, das man sich vielleicht auf einen Handlungszweig (wahrscheinlich dem ihren…) hätte konzentrieren sollen. Aber es allen recht zumachen ist wie die Quadratur des Kreises, ganz perfekt kriegt man es nicht hin, eine kleine Ecke bleibt immer übrig. Egal wie man des dreht und wendet. Oder wie viele Seiten man auch anfügen mag.

Mir haben beide Handlungsteile für sich allein stehend gefallen, das Spielfeld ist gut vorbereitet und die größte zusammenhängende Erzählung der Menschheitsgeschichte geht in die nächste Runde.

Möge der Gott des Schabernacks der Serie weiterhin gewogen bleiben 😉

* PERRY RHODAN ®, ATLAN ® und Mausbiber Gucky ® sind eingetragene
Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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1 Response to Perry Rhodan 3000 gelesen …

  1. Peter Knauf sagt:

    Möge der Gott des Schabernacks der Serie weiterhin gewogen bleiben . Das hat mir am besten gefallen bei deiner Kritik über Band 3000. Um ehrlich zu sein, hat mich dieser Band nicht vom Hocker gehauen wie auch die beiden Bände vorher. Die Eleminierung des Adauresten war mir zu glatt und zu schnell, so ex und hopp mal. Was vorher aufgebaut wurde, wird ruckzuck beseitigt, und das hat mir gar nicht gefallen. Einen Zeitsprung hatten wir schon öfter und das ganze Szenario erinnert mich schon ein wenig an den Cantaro – Zyklus. Milchstraße fremd, Terra? Aber ich lasse mich überraschen. Aber ich finde deine Betrachtungen der einzelnen Romane nach wie vor gut und ich lese sie auch gerne,.

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