{"id":8215,"date":"2021-10-11T16:46:41","date_gmt":"2021-10-11T14:46:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hydorgol.de\/?p=8215"},"modified":"2021-10-15T08:23:37","modified_gmt":"2021-10-15T06:23:37","slug":"hinterm-mond-2021-frauen-in-der-sf-eine-elektrische-reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hydorgol.de\/?p=8215","title":{"rendered":"Hinterm Mond 2021 \u2013 Frauen in der SF &#038; eine elektrische Reise"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/blog.fiks.de\/hinterm-mond\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der 3. Tag der Science-Fiction in Ostfriesland am 9. Oktober 2021<\/a> hat mich dann doch aus dem Haus gelockt. Schon der zweite \u201eHinterm Mond 2018\u201c hat mich eines gelehrt, auf Norbert Fiks Geschmack in Sachen Science-Fiction ist Verlass. Den ersten Tag der Science-Fiction in Ostfriesland 2014 habe ich leider verpasst und es w\u00e4re damals noch eine deutlich weitere Anreise gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Anreise. Diese geh\u00f6rt, wenn auch peripher, mit dazu, wenn man sich zu einem physikalischen Lesungsort hinbewegt. Anreise &amp; Unterkunft gilt es mit zu ber\u00fccksichtigen. Bei meinem ersten Besuch in Leer bin ich am Lesungstag vormittags per Bahn angereist und aus dem Bahnhof heraus quasi direkt in mein damaliges Hotel gestolpert. Es war zeitlich eng getaktet, hat aber alles in allem reibungslos funktioniert. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Mal gab es einen Vor-CON und so bin ich dann schon am Freitag angereist, per eigenem E-Auto. Das hat soweit auch alles gut funktioniert, auch wenn es, Corona bedingt, meine erste Langstreckenfahrt war. Aufregend war es, aber gut vorbereitet war es absolut kein Problem. Erste Autow\u00e4sche in der Waschanlage, erstes Schnellladen auf der Autobahn und mit 100 km Restreichweite bin ich in Leer angekommen, was ein sehr entspanntes Polster f\u00fcr Unw\u00e4gbarkeiten ist. In Leer selbst habe ich den Nachmittag damit verbracht a. mein Auto wieder aufzuladen und b. mir die Stadt anzusehen und Kaffee und Kucken am Lesungsort f\u00fcr die anderen Besucher vorzukosten. Leer ist eine gro\u00dfe Fu\u00dfg\u00e4ngerzone und mit allerlei Baustellen und Einbahnstra\u00dfen ausgestattet und so war es etwas Kurverei zu einer, der zahlreich vorhanden, Ladestation in der Stadt zu kommen. Der Parkplatz P4 war dann, direkt nach dem Einchecken im Hotel, bis zum Abend der Ort, an dem ich mein Auto mit heimischer Windenergie wieder aufgeladen habe.  Am Freitagabend gab dann noch einem kurzen Boxenstopp f\u00fcr den Fahrer im Hotel und das Auto hat das Wochenende auf dem Hotelparkplatz zu 80% vollgeladen verbracht. Der Samstag war somit dann f\u00fcr mich entspannt autofrei.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Vor-Con bin ich dann nat\u00fcrlich per pedes angereist. Unterwegs habe ich noch den anderen Markus am Hotel aufgesammelt und es ging \u201eZur sch\u00f6nen Aussicht\u201c am Leerer Hafen. Es war eine entspannte, und gar nicht mal so kleine Runde, die sich dort zu Speis (Essen), Trank und angeregten Gespr\u00e4chen zusammen gefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei der Autorinnen (Regine Bott, Theresa Hannig, Jacqueline Montemurri) waren beim Vor-Con mit dabei und konnten sich so schon mal an einen Teil des Publikums gew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der eigentliche 3. Tag der Science-Fiction in Ostfriesland begann p\u00fcnktlich um 15 Uhr im Saal des Leerer Kulturspeichers. Nach ein paar einleitenden Worten zur Veranstaltung vom Veranstalter Norbert Fiks, vertiefte Theresa Hannig das Thema \u201eFrauen in der SF\u201c. Es geht hierbei um die Autorinnen, nicht um Protagonistinnen, wobei hier ggf. auch ein paar Worte h\u00e4tten verloren werden k\u00f6nnen, was aber wohl den Rahmen inhaltlich und zeitlich gesprengt h\u00e4tte. Wenn ich mir mein eigenes B\u00fccherregal ansehe, finde ich dort jede Menge SF, etwas Fantasy und sonstige prim\u00e4r und sekund\u00e4r Literatur. Au\u00dfer in Kurzgeschichten-Anthologien und Perry Rhodan Neo\/Perry Rhodan Heften stehen dort nur zwei Frauennamen klar erkennbar als Autor auf dem Cover, Ursula K. Le Guin (Erdsee) und Madeleine Puljic. Wobei Letztere dort \u00fcber die Dunkelwelten-Romanreihe hinein gerutscht ist. Sonst nur M\u00e4nner. An der Stelle kann ich die Aussage, dass Frauen in der SF vorhanden, aber quasi unsichtbar sind, anhand meiner ggf. nicht wirklich repr\u00e4sentativen Auswahl best\u00e4tigen. Womit ich nicht nur als flei\u00dfiger Perry Rhodan Leser definitiv best\u00e4tigen kann, das Frauen hervorragende Science-Fiction schreiben k\u00f6nnen und das auch flei\u00dfig tun. Etwas anderes zu behaupten, ist schlicht und ergreifend eine Frechheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem ist also eindeutig die Sichtbarkeit, was Theresa Hannig dann bekannterweise mit der deutschen Wikipedia, bzw. deren Gralsh\u00fctern hat kollidieren lassen. Das Thema wurde dann an der Stelle aber relativ kurz in einer kleinen Fragerunde behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mich pers\u00f6nlich hat das aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gest\u00f6rt, bot sich dadurch dann die Gelegenheit mit den nun folgenden Lesungen, die Werke f\u00fcr sich selbst sprechen zu lassen. Meiner Meinung nach ein guter Ansatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Anfang machte Madeleine Puljic mit \u201eZweite Heimat\u201c. Eine Besiedlungsexpedition bricht von der Erde auf, um den Mars zu einer zweiten Heimat f\u00fcr die Menschheit zu machen. Etwas merkw\u00fcrdig fand ich die Tatsache, das es im Roman \u00fcber weite Strecken nur um zwei M\u00e4nner geht, die das Raumschiff steuern, obwohl nat\u00fcrlich eine gemischte Besatzung und nat\u00fcrlich gemischte Passagiere an Board sind. Das kl\u00e4rt sich etwas mit dem Hinweis auf das zweite &#8211; au\u00dferirdische! \u2013 Schiff auf, hier viel dann das Wort Matriarchat. Ein erfolgreicher Cliffhanger muss ich sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als zweite stellte dann Regine Bott ihr, unter dem Pseudonym Kris Brynn, erschienenes Werk \u201eBorn\u201c vor. In nicht allzuferner Zukunft mussten sich die Menschen in die St\u00e4dte zur\u00fcckziehen und auf \u201evertikal Farming\u201c, also auf Lebensmittel Erzeugung in die H\u00f6he anstatt in die Fl\u00e4che, ausweichen. B\u00fcrokratie und religi\u00f6ser Fundamentalismus machen der Heldin das Leben nicht unbedingt leichter. Wir bewegen uns hier in einem d\u00fcstern SF-Noir Umfeld, was durch aus mit dem ihm eigenen Charme zu \u00fcberzeugen wusste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Pause entf\u00fchrte uns dann Jacqueline Montemurri mit \u201eDer Koloss aus dem Orbit\u201c nochmal weiter in die Zukunft. Die Lesung gl\u00e4nzte durch exotische Gesellschaftsentw\u00fcrfe, denen sich die in die Zukunft entf\u00fchrten und nicht unbedingt nur sympathischen Protagonisten stellen m\u00fcssen. Da ich im Hinterkopf an einer Fortsetzung meiner eigenen Reihe, ebenfalls mit einem mehr als deutlichen Zeitsprung, laboriere, hatte mich das Thema dann doch so gefangen, das ich glatt vergessen habe Fotos von dieser Lesung zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck in die nahe Zukunft brachte uns dann Theresa Hannig mit ihrer, noch nicht erschienenen, Utopie. Ein durchaus spannender Gesellschaftsentwurf, der sich aber anstatt auf, zugegebenen sehr stochastisch verteilten, gesunden Menschenverstandes, auf eine KI als Motor der Utopie st\u00fctzt. Trotz der nat\u00fcrlich vorhandenen Gefahr, dass eine Utopie scheitert und damit unweigerlich zur Dystopie wird, ein Ansatz, der durchaus durchdacht wirkt und in Teilen durchaus als Anregung f\u00fcr vielleicht brauchbare Ans\u00e4tze zur Gestaltung der Zukunft taugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der durchaus gelungene Abend klang dann sp\u00e4t abends noch mit einem gem\u00fctlichen Essen und deutlich verkleinerter Runde beim Italiener aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Neuling auf der Langstrecke habe ich in Leer das E-Auto noch mal von 80 auf 100% vollgeladen, was am Kreis-Klinikum in Leer ohne lange Fahrerei gut ging. Die Zeit habe ich mir durch einen Bummel an der Uferpromenade gut vertrieben. Meine R\u00fcckfahrt am Sonntag verlief, \u00e4hnlich unspektakul\u00e4r wie die Anfahrt, mit einem Boxenstopp zum Energienachladen f\u00fcr Auto und Fahrer auf halber Strecke. Bei der n\u00e4chsten Fahrt w\u00fcrde ich wahrscheinlich schon direkt mit 80% losfahren, 31% anstatt 51% Batteriestand h\u00e4tten es wohl auch getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das hat jetzt nur peripher was mit dem \u201eHinterm Mond 2021\u201c, dem 3. Tag der Science-Fiction in Ostfriesland am 9. Oktober 2021 zu tun. Eine tolle Veranstallung, die ich nur empfehlen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.hydorgol.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211011_125104-600x450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8242\" srcset=\"https:\/\/www.hydorgol.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211011_125104-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.hydorgol.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211011_125104-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hydorgol.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211011_125104-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.hydorgol.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211011_125104-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.hydorgol.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211011_125104-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Die gelesenen B\u00fccher des Abends, mit &#8222;Unknown&#8220; als Platzhalter<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 3. 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