{"id":7650,"date":"2019-12-09T13:38:17","date_gmt":"2019-12-09T12:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hydorgol.de\/?p=7650"},"modified":"2019-12-09T13:38:22","modified_gmt":"2019-12-09T12:38:22","slug":"gelesen-john-barnes-eine-million-offener-tore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hydorgol.de\/?p=7650","title":{"rendered":"Gelesen: John Barnes \u201eEine Million offener Tore\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Zugegeben das Buch ist schon etwas \u00e4lter, von 1996, um genau zu sein und ich habe es schon ein paar Mal gelesen. Nicht oft aber ab und zu, lohnt es sich, einen Blick ins eigene B\u00fccherregal zu werfen und mal einem der Werke aus der eigenen Bibliothek einen erneuten Besuch abzustatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es liebt noch einiges auf den Stapeln der ungelesenen und angefangenen B\u00fccher, aber beim Umsortieren meines B\u00fccherregals ist mir das Buch in die H\u00e4nde gefallen und hat Erinnerungen geweckt. Es hat seine Ecken und Kanten, aber vielleicht war es genau dieses Buch, das mich dazu ermutigt hat das heimische Ostwestfalen zu verlassen und an den s\u00fcdlichsten Rand der Republik zu ziehen um dort einen neuen Job anzunehmen. Wer wei\u00df?<\/p>\n\n\n\n<p>Worum geht es in dem Roman?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive des Ich-Erz\u00e4hlers Giraut Leones, eines Jovent von Planeten Wilson. Unter dem roten Leuchten des Muttergestirns Arcturus hat sich eine k\u00fcnstlich erzeugte Mantel- und Degen-Gesellschaft angesiedelt, die Kunst, Kultur, Wein, Weib und Gesang fr\u00f6nt. Zumindest ihn ihren jungen Flegeljahren. Das geht soweit, dass die Frauen ihren Platz als m\u00f6glichst repr\u00e4sentative Staffage in Form einer Donzelha zu finden haben. Duelle und Raufereien geh\u00f6ren zum guten Ton und so kommt es, dass der ein oder andere dann auch mal nicht wiedererweckt werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Was als interessante Staffage beginnt, wandelt sich dann in eine ganz andere Geschichte, als einer von Giraunts Freunden der schon etwas \u00e4ltere und zugewanderte Aimeric auf eine interstellare Mission als Diplomat in seine urspr\u00fcngliche Heimat entsandt wird. Giraunt schlie\u00dft sich schie\u00dflich aus verletztem Stolz der Mission an, als er erkennt, das seine eigene Herzensdame zu den Interstellaren \u00fcbergelaufen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In Aimerics Heimat Kaledonien stehen durch die bevorstehende \u00d6ffnung des interstellaren Sprungtorverkehrs gravierende Umstellungen in der dortigen puritanisch-mathematischen Gesellschaft bevor. Hier prallen dann okzitanische Galanterie und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit auf eine feinst austarierte Theokratie, die glaubt durch eine feinstgraduierte Markt\u00f6konomie Rationalit\u00e4t und Gl\u00fcck erzwingen zu k\u00f6nnen. So skurril sich das anh\u00f6rt, es macht Spa\u00df mit zubekommen, wie sich das System mit Finesse und Geschick austricksen l\u00e4sst und Giraunt den Einheimischen seine Kultur n\u00e4her bringt, w\u00e4hrend er die ihre kennenlernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um dem Ganzen mehr W\u00fcrze zu verleihen, kommt es zu einem Putsch besonders verbohrter religi\u00f6ser Fanatiker, die das System \u00fcbernehmen. Mit viel Gl\u00fcck und R\u00fcckhalt der \u00fcbergeordneten interstellaren Beh\u00f6rden geht die Truppe irrationaler Romantiker dagegen an.<br \/>\nDiese Geschichte ist also atmosph\u00e4risch, phantastisch, faszinierend und spannend. Manchmal wirkt es durch den degenschwingenden Erz\u00e4hler in der ersten Person doch etwas \u00fcbertrieben skurril, aber trotz einiger, etwas pr\u00fcder Anwandlungen und unsympathischer Herabsetzungen, macht es Spa\u00df, dem leichtf\u00fc\u00dfigen Helden durch dieses Abenteuer zu folgen. Auch und gerade, weil es einige Beteiligte dann realistischerweise hart trifft. Das steht dann schon einen harten und manchmal herben Kontrast zur leichtf\u00fc\u00dfigen Prahlerei des Helden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was man dem Roman vielleicht noch ankreiden k\u00f6nnte, ist das Fehlern aller anderen offenen Tore, die in dem Roman eindeutig etwas zu kurz kommen. Es gibt ein paar Erw\u00e4hnungen, aber richtiges Multikulti Flair kommt nicht auf. Was auf der einen Seite schade ist und etwas nach Etikettenschwindel riecht, erlaubt auf der anderen Seite eine rasante Geschichte die sich auf das Wesentliche konzertiert, durchaus ihre Momente hat und ganz ihrem Erz\u00e4hler treu bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Summe, ein gut unterhaltender Roman mit einigen sch\u00f6n ausgearbeiteten SF-Elementen, der aber noch etwas Luft f\u00fcr mehr Tiefe und Facettenreichtum h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u2014 Wer mich unterst\u00fctzen m\u00f6chte hier etwas Lekt\u00fcre \u2014<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B00XA60UA6\" target=\"_blank\">Hydorgol \u2013 Der Alpha-Centauri-Aufstand bei Amazon<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B00VYM5ULC\" target=\"_blank\">Hydorgol \u2013 Inquisition bei Amazon<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B07QND6BMY\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hydorgol \u2013 Exil (1 Teil der Welt der St\u00fcrme Trilogie)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben das Buch ist schon etwas \u00e4lter, von 1996, um genau zu sein und ich habe es schon ein paar Mal gelesen. 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