{"id":7296,"date":"2019-04-28T12:31:00","date_gmt":"2019-04-28T10:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hydorgol.de\/?p=7296"},"modified":"2019-04-28T12:31:05","modified_gmt":"2019-04-28T10:31:05","slug":"perry-rhodan-3010-gelesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hydorgol.de\/?p=7296","title":{"rendered":"Perry Rhodan 3010 gelesen \u2026"},"content":{"rendered":"\n<p> \u2026 und ich bin da etwas befangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der Probleme mit Perry Rhodan ist, dass man nur eine wirklich fundierte Aussage zu der Serie machen kann, wenn man sie denn auch gelesen hat. Und daf\u00fcr muss man sie auch wirklich lieben, denn 3000 Hefte von etwas, was man nicht mag, so masochistisch kann keiner veranlagt sein (wenn doch, ich wills nicht wissen).<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ergibt als Fan der Serie dann doch ab und zu ein pers\u00f6nlicher Kontakt. Da besteht dann schnell die Gefahr, dass man etwas von seiner Bei\u00dfhemmung verliert. Ein gewisses Dilemma f\u00fcr einen Kritiker. Dann muss man sich auf der anderen Seite auch mal fragen, warum man sich eigentlich jedes Wochenende hinsetzt und eine Rezension oder einen ausf\u00fchrlichern Kommentar schreibt. Man k\u00f6nnte doch auch einfach still die Serie genie\u00dfen, oder es auch bleiben lassen, wenn sie einem nicht gef\u00e4llt. Eine meiner pers\u00f6nlichen Motivationen ist: Ich schreibe selbst und freue mich, wenn ich Feedback bekomme. Wichtig f\u00fcr den Autor ist, dass dieses Feedback ihm oder ihr dann hoffentlich auch etwas gibt. Dinge, die man vielleicht verbessern kann, aber auch Dinge, die gelungen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Lange Rede, kurzer Sinn: Auch bei aktuellen Perry Rhodan \u201eWillkommen auf Gongolis\u201c von Susan Schwartz gibt es viel Gutes, aber auch den einen oder anderen Klopfer, den man beim besten Willen nicht ignorieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Short: Perry Rhodan betritt die frei im Weltall schwebende Raumstation Gongolis, um den Kontakt zu seinem alten Freund Reginald Bull herzustellen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wenn man sich dabei bedeckt halten m\u00f6chte.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir mit einer Sache an, die mit ausgesprochen gut gefallen hat: Das Umfeld, die Raumstation Gongolis und der sich auf ihr befindenden Gesellschaft. Hier kommt eines zum Vorschein, das mir an der Serie immer sehr gut gefallen hat, wenn es denn auftrat: brodelndes Leben. Gut durchdachte technische Umgebungen, L\u00f6sungen etwas abseits der Massenware f\u00fcr gewaltige Raumschlachten. Gesellschaften, an denen man sich auch mal reiben und\/oder erfreuen kann. Kein Vergleich zu den doch etwas mageren Kammerspielen, bei denen es dann doch etwas zu spartanisch zu geht. Hier ein gro\u00dfes Lob an die Macher: Gongolis gef\u00e4llt mir, das ist gut durchdacht und passt hervorragend zu einer Post-Weltenbrand Era, in der eine technologische Gesellschaft dann auch mal mobil sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls hervorragend gelungen ist in nach hinein der komplexe Part um den Protagonisten Ragnu Sholter. Ich muss zugeben, mit einer derartigen Komplexit\u00e4t hatte ich nicht gerechnet. Vielleicht war die mir im ersten Moment auch etwas viel, da ich mich auf eine leichtere Geschichte eingestellt hatte. R\u00fcckblickend finde ich es hervorragend, wenn brodelndes Leben und fordernde Komplexit\u00e4t wieder Einzug in die Serie h\u00e4lt. So macht eine Serie wie Perry Rhodan richtig Spa\u00df. An der Stelle kann man alle Beteiligten nur auffordern diese Richtung weiter zuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist nun in dem Roman alles eitel Sonnenschein? Leider nein. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein wirklich grober Schnitzer ist bei den erlaubten, bzw. verbotenen Hilfsmittel auf der Station geschehen. Nat\u00fcrlich ergibt es Sinn, auf einer solch dicht bev\u00f6lkerten Raumstation Waffen und allerlei Ger\u00e4te zu reglementieren. Folgerichtig wird dann nat\u00fcrlich auch die Hilfsmittel des singanesischen Maximaldestrukteurs Sholotow \u201eTenga\u201c Affatenga gleich am Eingang einkassiert und er muss auf der Schulter eines anderen Gruppenmitgliedes weiterreisen. So durchdacht, so schl\u00fcssig. Leider schwebt er dann munter auf Seite 40 mit seinem Flugapparat durch die Gegend oder \u00fcberlebt Abst\u00fcrze aus H\u00f6hen, die ein Vielfaches seiner eigenen K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe getragen. An der Stelle gibt es somit einen schmerzhaften Bruch in der Konsistenz dieser Welt. Zu dem spazieren die anderen Mitglieder mit ihren auf Eleganz getrimmten SERUNs einfach weiter. H\u00e4tte man die am Eingang nicht auch einfach einkassieren sollen? Gibt es keine erlaubten Hilfsmittel f\u00fcr Galaktiker, die sonst schnell und einfach unter die R\u00e4der k\u00f6nnen w\u00fcrden? Da fehlt noch das letzte Prozent bis zur Vollst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das macht Science-Fiction so schwierig zu schreiben: Das Modell muss in sich stimmig sein und dann noch viel wichtiger: dann auch konsequent durchgehalten werden. Solche Br\u00fcche sollten beim mehrstufigen Qualit\u00e4tssicherungsprozess nicht ungesehen durchschl\u00fcpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo wir schon beim Thema gut ge\u00f6lt sind: Besonders in Richtung Schluss fehlt es mir etwas an Reibung. Die Konfrontation der Sicherheitsbeh\u00f6rden geht etwas glatt \u00fcber die B\u00fchne und ein weiter Logikbruch in der Handlung passiert: Erst wird Rangu Sholter einkassiert und es werden die Hintergr\u00fcnde der Verschw\u00f6rung aufgedeckt, w\u00e4hrend ein paar Seiten sp\u00e4ter eben selbiger Rangu Sholter in den Einsatz geht. An der Stelle war ich dann etwas verwirrt. Auch so etwas sollte nicht durchschl\u00fcpfen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wild war auch die \u201eohrenbet\u00e4ubende Stille\u201c ganz an Anfang. Normalerweise w\u00fcrde so etwas wohl vom Lektor glatt geb\u00fcgelt werden, aber der Kunstgriff die Figur sich diese Widerspr\u00fcchlichkeit bewusst werden zu lassen, erlaubt dieses Oxymoron an der Stelle dann wieder. Gut wenn man diese Kante der Figur dann auch nutzt. So eine Stelle bleibt h\u00e4ngen und bindet Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>In Summe w\u00fcrde ich sagen, stimmt die Richtung aber, auch wenn es noch die eine oder andere Stelle gab, an der ruhig noch etwas nachpoliert werden darf. Aber ehrlich gesagt sind mir ambitionierte Romane mit der einen oder anderen Schramme lieber als perfekt ungesetzte, daf\u00fcr aber langweilende Simplizit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf zum n\u00e4chsten Perry!<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\" id=\"mce_5\">* PERRY RHODAN \u00ae, ATLAN \u00ae und Mausbiber Gucky \u00ae sind eingetragene<br \/>Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 und ich bin da etwas befangen. Eines der Probleme mit Perry Rhodan ist, dass man nur eine wirklich fundierte Aussage zu der Serie machen kann, wenn man sie denn auch gelesen hat. 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