{"id":6049,"date":"2016-10-16T15:35:26","date_gmt":"2016-10-16T13:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hydorgol.de\/?p=6049"},"modified":"2016-10-22T11:43:53","modified_gmt":"2016-10-22T09:43:53","slug":"welten-an-draehten-und-wahre-namen-160-ruecksprung-in-die-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hydorgol.de\/?p=6049","title":{"rendered":"Welten an Dr\u00e4hten und wahre Namen 160, R\u00fccksprung in die Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Nein, ich steige nicht aus den virtuellen Welten aus &#8211; ich wollte nur die Gelegenheit nutzen, mal etwas \u00fcber \u201eNicht-Reale\u201c Welten zu sinnieren. Anlass ist ein Ereignis, das ich f\u00fcr fast unm\u00f6glich gehalten, aber doch f\u00fcr eine tolle Sache halte:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kueperpunk2012.blogspot.de\/2016\/10\/literatur-und-secondlife-wir-sind-dann.html\" target=\"_blank\">Kirsten Riehl und Thorsten K\u00fcper <\/a>stehen mit &#8222;<a href=\"https:\/\/www.boersenblatt.net\/artikel-die_sonntagsfrage_.1243018.html\" target=\"_blank\">Was l\u00e4uft noch in Sachen Literatur auf SecondLife?&#8220; im B\u00f6rsenblatt<\/a>.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach vollkommen verdient. Als Zaumgast und jemand, der selbst mal bei den Brennen Buchstaben lesen und mitlesen durfte, bin ich der Meinung den Einsatz der beiden kann man nicht genug loben und w\u00fcrdigen. Da steckt eine ganze Menge Engagement und Leidenschaft hinter den Lesungen im virtuellen Raum.<\/p>\n<p>Das Wort \u201evirtuell\u201c selbst wird gerne missverstanden. Virtuell ist etwas, wenn es nicht physikalisch vorhanden ist, aber dennoch seine Funktion und Wirkung entfaltet. Und genau das machen die Lesungen, Treffen der SL-Schreibgruppe oder die anderen unz\u00e4hligen Events im Virtuellen.<\/p>\n<p>\u201eDie Hardware ist virtuell, aber ab dem BIOS ist der Rest real.\u201c Dieser Satz gilt f\u00fcr mich seit \u00fcber 16 Jahren bei der Virtualisierung in der IT-Branche. Man mag dar\u00fcber streiten ob Software real ist, aber das k\u00f6nnte man dann auch bei vielen physikalischen Gr\u00f6\u00dfen tun. Vieles erkennt man nur anhand seiner Wirkung. Auf die Lesungen im Virtuellen bezogen: Das Lampenfieber vor der Lesung ist echt und sehr real. Man liest vor realen Menschen, auch wenn man nur ihren Avatar sieht. Wenn Kommentare im Textchat kommen, sind diese so real oder unreal wie die Kommentare, die man w\u00e4hrend einer Lesung im realen Raum nach der Lesung oder hinter vorgehaltener Hand h\u00f6rt. Und nicht zuvergessen die flei\u00dfigen H\u00e4nde im Hintergrund, die im realen Raum die Bestuhlung machen, das Lesepult aufbauen und vielleicht sogar den Raum passend dekorieren: Im Virtuellen steckt hinter den Lesungskulissen eine reale Person, die mindestens genau so viel Arbeit mit der Lesungsumgebung hat, wie die Leute, die reale Lesungen vorbereiten.<\/p>\n<p>Zwischen virtuellen und realen Lesungen gibt es zwei Unterschiede. Ersten man muss sich immer das Glas Wasser f\u00fcr die Lesung selbst hinstellen, daf\u00fcr ist man &#8211; nach \u00dcberwindung der ersten Anlaufschwierigkeiten &#8211; mit einem Mausklick in der Lesung.<\/p>\n<p>Eine Stunde kann f\u00fcr den Anlauf knapp werden, besser ist es man probiert diese neue und ungewohnte Umgebung deutlich fr\u00fcher aus. Eine Livelesung ist an sich schon spannend genug. Besucht einfach mal vorher eine Lesung der Kollegen und schaut euch das Prozedere in Ruhe an. Aus eigener Erfahrung: Ohne halbwegs ordentliche Hardware kann es krampfig werden, es ist nun mal eine 3-D-Umgebung und daf\u00fcr ben\u00f6tigt man ein System, das ein gewisses Minimum an Grafikleistung mitbringt.<\/p>\n<p>Aber nun genug zur Technik und kommen wir zu etwas wirklich Schockierendem: Die Geschichten selbst sind immer virtuell. Die hat sich jemand ausgedacht und zu Papier gebracht &#8211; egal ob das Papier jetzt real oder virtuell ist. Obwohl keine physikalische Entit\u00e4t, entfalten diese Geschichten ihre Wirkung.<\/p>\n<p>Wenn diese Geschichten den gut geschrieben sind, entf\u00fchren sie den Leser in ihre ganz eigenen Welten. Jeder Roman ist Fiktion, so vertraut einem diese Welt auch vorkommen mag, die sich im eigenen Kopf gebildet hat. Virtuelle Welten sind also eine uralte Sache, sie reichen bis zu dem Zeitpunkt zur\u00fcck, an dem die erste ausgedachte Geschichte erz\u00e4hlt worden ist. Ob es da schon ein Lagerfeuer gab? Wer weis.<\/p>\n<p>Die Welt w\u00e4re jedenfalls ein trauriger und \u00e4rmer Ort ohne sie. Ob nun auf einen realen oder virtuellen Tr\u00e4germedium. Toll w\u00e4re es, wenn die realen Kreativen auch real f\u00fcr ihre M\u00fchen be- und entlohnt werden. Auf gut deutsch: Lobt die Autoren und kauft ihre B\u00fccher, wen euch die Lesung gefallen hat! Mir ist jedenfalls noch kein virtueller Schriftsteller begegnet &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, ich steige nicht aus den virtuellen Welten aus &#8211; ich wollte nur die Gelegenheit nutzen, mal etwas \u00fcber \u201eNicht-Reale\u201c Welten zu sinnieren. 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